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"Alita: Battle Angel": Effektfeuerwerk mit Luft nach oben (REVIEW)

 

Cyberpunk ist back on Screen. Mit Alita: Battle Angel verfilmt Regisseur Robert Rodriguez ein fast fünfzehn Jahre andauerndes Filmprojekt. Nun, im Jahr 2018, startet der nächste Anlauf eines Cyberpunk-Films sich gegen die aktuellen Größen in Hollywood durchzusetzen. Alita überzeugt visuell, beinhaltet aber auch dieselben Fehler wie andere Vertreter aus dem Sci-Fi Genre.

 

 

Lohnt sich bei "Alita" endlich mal wieder das 3D?

Ja und nein. Das liegt aber vermutlich auch an der 3D-Technologie an sich, die mittlerweile sowas von übersättigt ist. Aber hier lohnt sich 3D, im Vergleich zu anderen Blockbustern, schon eher, da es vor allem die Struktur und die gestaltete Welt anbietet. Allgemein kann man sich an der dystopischen Stadt Iron City richtig satt sehen. Es brauch weder Glanz noch Schönheit, wenn es auch einen übergroßen Schrotthaufen gibt, der eine überbevölkerte Stadt mit so vielen verschiedenen Individuen hervorhebt. Effekte sind ohnehin das beste Merkmal von Cyberpunk-Filmen. Denken wir nur an vergangene Kinofilme wie Blade Runner 2049 oder Ghost In The Shell die optisch sich stark von anderen Filmen abheben, selbst wenn darunter andere Kernelemente im Film leiden können. Allein durch den visuellen Teil also ist eine Fortsetzung wirklich eine Überlegung wert, doch es gibt einige konkrete Abzüge. 

 

Eine Reihe schwacher Nebendarsteller und eine eigenartige Lovestory

Nehmen wir mal Rosa Salazar, die als Alita einen guten Job macht, und Christoph Waltz als weißer Mentor, dem die Rolle wie auf den Leib geschnitten ist, raus, gibt es bei Alita: Battle Angel eine riesige Palette an uninteressanten Nebenfiguren. Ganz besonders Oscar-Preisträger Mahershala Ali wird für den Film komplett verbraten und schamlos für die Zwecke des Films missbraucht. Seine Figur kann fast komplett aus dem Film entfernt werden. Zu anderen kleineren Figuren erhalten wir ebenfalls wenig Zugang und gleichsam keinerlei emotionale Bindung. Der Einzige der da noch in einem vernünftigen Verhältnis präsentiert wird ist Alitas Freund Hugo, auch wenn deren Lovestory, so interessant sie auch klingt (Mensch und Cyborg), im Laufe der Zeit in eine sehr eigenartige Richtung gesteuert wird. Es ist zwar nachvollziehbar, warum beide Charaktere zu einander finden. Doch die Chemie will, trotz den guten Darstellern, sich nicht gut auf die Leinwand übertragen. 

 

Bild: Alita ist mit ihren Freunden, fernab von Iron City unterwegs. | © 2017 Twentieth Century Fox

 

Ein Cyberpunk Actionspektakel der Extraklasse

Wer Action erwartet, der kriegt sie! Und das dann doch in sehr großem Stil. Alita: Battle Angel feuert an Action ein wahres Feuerwerk ab. Gedankt ist das nicht nur den überraschend gut choreographierten Fight-Szenen, sondern auch der für den Film erfunden Sportart "Motorball". Diese ist äußerst rasant, stellenweise für die Teilnehmer sogar tödlich und im Format eines Alles-oder-Nichts Wettkampfes gestaltet. Denn dem Gewinner winkt die Chance für ein besseres Leben in der Himmelsstadt Zalem. Dort erwartet für alle ein viel besseres Leben, als in der Einöde von Iron City´s. Ein Großteil der Handlung beruht darauf sich für dieses Spiel vorzubereiten. Und mit der Anfängerin Alita gibt es die klassische Außenseitergeschichte, die enorm viel Spaß macht. 

Abseits vom Sport, in den engen Gassen von Iron City´s, herrscht wildes Treiben. Es gibt Jäger und Gejagte und über allem schwebt die Gewissheit, dass das System von Jemandem gelenkt wird, der durch allen Geschehnissen auf der Straße  enorm profitiert. Im Kampf um das tägliche Überleben, macht Alita mit den vielen Eigenschaften, von denen sie nach und nach erfährt, sehr unangenehme Bekanntschaften. Gut für uns, denn gerade durch diese Bekanntschaften kommen wir in den Genuss von der Action, die uns hier im Überfluss zur Schau gestellt wird und die Laune auf mehr macht.

 

Hauchdünnes Storytelling und die ewig wiederkehrende Franchise-Frage

 

Eine abgeschlossene Handlung? Ne Danke! Auch Alita: Battle Angel muss sich dafür an den Pranger stellen lassen, dass man die Geschichte des Films einfach nicht zu einem Ende bringt und stattdessen, wie so oft in diesen Tagen, noch viel Raum für weitere Filme lässt. Klar, wenn man eine solch große Welt auf der Leinwand präsentiert gibt es zwar viel zu erzählen, aber trotzdem kann doch ein möglicher erster Teil eine abgeschlossene Handlung besitzen. Doch nein, es brauch erneut diesen Über-Bösewicht der alles lenkt und steuert. Zudem ist mit dem Risiko, mit der Alita: Battle Angel an den Start gegangen ist, erst einmal durch die Einnahmen an den Kinokassen gewährleistet sein, dass weitere Filme folgen können. Gleichzeitig wird auch vieles sehr kryptisch gehalten, was vermutlich der Franchise-Idee geschuldet ist. Die Fragen nach dem wie und woher Alita ihre Kräfte entwickeln konnte, bleibt am Ende sehr knapp beantwortet. Im Grunde ist die ganze Vergangenheit dieser Figur sehr offen gehalten, sodass sich die Zuschauer gedulden müssen, wann und ob überhaupt eine Fortsetzung folgen wird.

 

Bild: Alita während des Motorball-Matches. | © 2017 Twentieth Century Fox

 

Fazit:

Wie man es zunächst vermutet ist Alita: Battle Angel besonders im technischen Bereich sehr anspruchsvoll. Gutes 3D- Kino ist gewährleistet und Alita in Action macht tatsächlich wahnsinnig viel Spaß. Doch wo die Technik begeistert, versagt allerdings die Qualität des Inhalts. Bemängeln kann man die Tatsache, dass der Film, zu Zeiten der großen Franchises, ebenfalls auf diesen Zug aufspringen will, sodass wiedermal keine abgeschlossene Handlung zu Grunde liegt. Des Weiteren fehlt im kompletten Cast die nötige Extraklasse. Bis auf die guten Leistungen von Rosa Salazar und Christoph Waltz, bleiben alle anderen dann doch sehr blass. Und trotzdem kommt am Ende das Gefühl auf, mehr von dieser Welt sehen zu wollen. Stoff würde es ohnehin genügend geben. Eine Fortsetzung wäre also wünschenswert, sofern der Inhalt etwas verbessert wird.

 

MCG-Raiting

★★★★★★

6.5 Punkte

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