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"Avengers: Endgame": Ein epochales Finale (REVIEW)

Es ist der Film, auf den wahrscheinlich die ganze Welt gewartet hat. Das Herzschlag-Finale schlecht hin. Der meist erwartete Film 2019 und vermutlich auch des gesamten letzten Jahrzehnts. Dieser vorerst letzte Teil der Avengers braucht sogar, aufgrund dessen was darin alles passiert, eine SPOILER-REVIEW. Aber keine Sorge, diese Review hier ist definitiv SPOILERfrei! Ihr erkennt es aber vielleicht schon am Titel: Wir sind vom Endgame ebenfalls überzeugt, wie bereits viele andere!

Die Elite stellt sich dem Kampf

Nachdem wir in Infinity War als Fans den denkbar schlimmsten Ausgang zu Gesicht bekommen haben, startet das Endgame mit einer dementsprechend düsteren und depressiven Stimmung. Emotional befinden sich unsere Helden, sowie auch wir, dank dem hervorragenden Zusammenspiel innerhalb des eingesessenen Casts, auf einer Achterbahnfahrt die gerade erst ihren Anfang hat. Wut, Trauer, Entsetzen! Das sind die ersten Eindrücke die uns, mit dem zusätzlich prägnanten Sound, mit in die Story reißen und nicht wieder loslassen. Aber keine Angst, dass Endgame bleibt nicht immer so düster, wie am Anfang! Im Laufe der Zeit lockert sich die Grundstimmung nach und nach auf, und die Hoffnung kehrt auch im Kinosaal zurück. Besonders ein von Wut überfüllter Thor, der in diesem Film eine unglaublich Berg- und Talfahrt durchmacht, hält vielerlei Gags parat. Doch nicht nur er, auch der gesamten restlichen Mannschaft gelingt ein Lacher nach dem anderen, und das ohne wirklich übertrieben damit umzugehen. Es bleibt bei einer nahezu perfekten Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Abgesehen davon, haben wir endlich einen Hulk, der nicht in der Masse der Superhelden untergeht. Diesen Bruce Banner haben wir in so einer Präsenz noch in keinem der Avengers-Filme gesehen. Und hier merkt man erst, wie sehr sein Charakter auch als Führungsfigur funktionieren kann. Natürlich kommen wir in Sachen Führung letztlich auch nicht um Captain America und Iron Man herum. Beide, auch wenn zu Beginn uneins, führen die Elite in den Kampf und sind somit nicht nur die wichtigsten Figuren innerhalb des Films, sondern auch diejenigen die die gesamte Handlung nachhaltig prägen werden. 

 

Das "Endgame" spielt technisch in seiner ganz eigenen Welt

Das Marvel Cinematic Universe bietet die absolute Extraklasse in Sachen "Visual Effects" und spätestens mit Endgame spielt dieses Franchise in seiner ganz eigenen Liga was die Kamera angeht. Alle Schnitte, alle Szenen, all das sieht völlig makellos aus und ist in detailreicher Kleinarbeit so gut realisiert worden, dass man sich in der Welt der Superhelden aus Marvel einfach nur verliebt. Mittlerweile steht ohnehin nicht mehr "nur" die Erde im Fokus, sondern ein Großteil des Universums. Längst ist das MCU nicht mehr nur reine Superhelden-Action Reihe. Nach und nach reifte das Franchise auch zu einem Sciene Fiction Epos heran, der auf der Kinolandschaft seines Gleichen sucht. In dieser Größenordnung und Vielfalt schaffen es nur wenige Filme einen solchen Look auf die Leinwand zu zaubern. Neben der bestechenden Optik, untermalt ein absolut fantastischer Sound die unterschiedlichsten Stimmungen die jedes Kapitel im Film prägen. Und sobald der Avengers-Theme abgespielt wird, bekommt man als Zuschauer einfach nur noch eine Gänsehaut. Was die Technik also anbelangt, ist das Endgame unübertroffen und ist möglicherweise sogar das Beste vom Besten, was wir je auf einer Kinoleinwand gesehen haben.

Bild: Die Avengers, mit Verstärkung (Captain Marvel & Rocket Raccoon), im Raumschiff der Guardians. | ©Marvel Studios 2019

Gewaltiger Showdown mit Starpower

Egal wie groß bereits der Infinity War, die Ansammlung aus Stars die sich für dieses Event versammelt haben, übertrifft alle Erwartungen. Mit unglaublicher Leichtigkeit gelingt es dem Endgame seine 21 Vorgänger so geschickt mit einander zu verbinden, dass selbst die kleinsten Nebenrollen sogar Platz in diesen Film finden. Klar, von Marvel erwarten wir mittlerweile, dass wir stets noch mehr geboten bekommen als zuvor, aber mit dieser Bandbreite an Schauspielern war nicht zu rechnen. Und das gute daran, durch die geballte Ladung Action bietet sich für jeden einzelnen die Gelegenheit in diesem epochalen Schlussakt seinen Teil beizutragen. Und je nach Stellung des jeweiligen Charakters gibt es dementsprechend viel oder verhältnismäßig etwas weniger Action zu sehen. Eben, genau nach den Richtlinien des MCU. Sobald der finale Kampf beginnt, könnt ihr als Zuschauer damit rechnen, dass jeder einzelne Showdown eines jeden Films des Franchise zusammengenommen das Spektakel ergibt, welches euch beim Endgame erwartet. Überdimensional? Vielleicht. Aber dieses macht einen solchen Spaß und erzeugt eine solche Spannung, dass man immer noch mehr davon sehen will. Doch auch der Weg zum großen Finale bietet zahlreiche Action, wo man einfach nicht wegschauen kann und man tief im Kinostuhl feststecken bleibt. Und so sollte es auch sein! Dazu noch diese unglaubliche epische Stimmung, die den Schlussakt zu etwas wirklich außergewöhnlichen macht.  Etwas was man jahrelang nicht mehr im Kino zu Gesicht bekommen hat. Selbst nicht beim großartigen Infinity War. Marvel übertrifft sich wiedermal selbst.

 

Viele Überraschungen und eine Epoche die endet

Ein weiterer großer Pluspunkt, neben der meisterlichen Optik, dem gigantischen Sound und der gelungenen Epik, ist die Tatsache, dass selbst der 22. Film noch Überraschungen auf Lager hat, die man absolut nicht auf dem Schirm hat. Es wird niemals langweilig und das trotz der wahnsinnigen Laufzeit von knapp über drei Stunden, die tatsächlich wie im Flug verstreichen. Ein Drei-Stunden-Film ist immer ein Risiko, doch für Endgame, war es im Grunde auch nicht anders denkbar. So viel passiert innerhalb dieses Megablockbusters, dass dieser auch locker mit einer weiteren Stunde hätte gefüllt werden können. Und ganz ehrlich, irgendwie will man einfach nur weiter schauen und wie vielen Franchises gelingt das in einer solchen spielerischen Leichtigkeit, wie dem MCU? Die Antwort ist klar: Gar keinem! Es ist schon beinahe unheimlich mit was für einer Vielzahl von Ideen Marvel seine Zuschauer immer wieder ins Kino lockt. Doch der bittere Nachgeschmack ist: Diese Epoche ist nun erst einmal beendet. Zumindest die Infinity-Saga hat ihre letzte Runde mit Endgame erlebt. Aber gerade, weil dieser Film eine über zehnjährige Geschichte in sich trägt und abschließt, macht es das Gesamterlebnis um einiges packender, als es der Infinity War je hätte sein können. Doch das was ihr, als Zuschauer, im Voraus erwartet, solltet ihr beiseite legen. Es kommt mit Sicherheit anders, als ihr denkt!

Bild: Um den Kampf neu aufzunehmen müssen sich Iron Man (l., Robert Downey Jr.) und Captain America (r., Chris Evans) wieder vertrauen.. | ©Marvel Studios 2019

Meisterwerk ohne negative Punkte?

Das Riesenproblem was kritische Punkte betrifft, ist der Fakt, dass man dafür Tief in die Story rein graben muss. Und dadurch, dass man hierfür sehr ins Detail gehen muss, um echte negative Punkte zu finden, müsste man hier ohne jeden Zweifel spoilern. Da wir das, selbstverständlich, nicht machen werden, bleibt uns nur die Benotung eines Meisterwerks! Beim Endgame kann man nur auf äußerst hohem Niveau meckern. In Sachen Technik, Look, Sound und visuelle Effekte kann es keine Abzüge geben. In Sachen Charaktere, welches hier eine absolute Mammutaufgabe war, bleibt der Film ebenfalls fast tadellos. Die Geschichte ist von null auf spannend, düster, harmonisch, lustig, hoffnungsvoll und überdimensional nostalgisch. Wenn ein Film so viele Gefühle innerhalb seiner gewaltigen Laufzeit so gut auf der Leinwand fabriziert und diese unglaublich stark auf die Zuschauer einwirken, ist das einfach nur meisterlich, weshalb wir an dieser Stelle einfach nur eine volle Punktzahl für Endgame vergeben können!

Fazit:

Es ist ein episches Finale, dass wir vom MCU über die Infinity-Saga geboten kommen. Besonders dessen Endgültigkeit für diese Geschichte macht diesen, mittlerweile 22. Kinofilme des MCU, noch einen Ticken besser als seinen direkten Vorgänger Infinity War. Und es stimmt einfach so gut wie alles: Die visuellen Effekte, der Sound, die Charaktere, der Schnitt, die Action, ja sogar die gesamte Story macht dieses neue und finale Abenteuer unserer bekannten Helden, die uns in den Jahren ans Herz gewachsen sind, zu einem Meisterwerk, dass eine ganze Epoche in sich vereint und dem zufolge leider auch abschließt. Die kleineren Markel, die das Endgame, hinsichtlich logistischer Zusammenhänge, vorweist (können wir nur in einer SPOILER-REVIEW präsentieren), gehen im Sturm eines grandiosen Schlussaktes schlichtweg unter. Es sind 180 Minuten allerbeste Unterhaltung, verbunden mit einem Kinoerlebnis, dass in naher Zukunft und in dieser Form kein anderer Film auf die Leinwand produzieren kann. Vielleicht das epischste Finale, seit Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs!

 

MCG-Raiting

★★★★★★

10 Punkte

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