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"Bad Trip": Pranks getarnt als Film! (REVIEW)

Streiche getarnt in einem Film! Bad Trip kombiniert Pranks/Sketche innerhalb einer fiktiven Handlung mit zwei bekannten Comedian. Erica Andre und Lil Rel Howery machen die Straßen unsicher. Namen die einen lustigen Film versprechen, aber schlussendlich alle Erwartungen deutlich unterbieten!

Bad Trip Wallpaper
Bild: Die mit Pranks und einem Buddy-Roadtrip getarnte Komödie "Bad Trip" gibt es jetzt auf Netflix zu sehen! | NETFLIX

Pranks in einem Film integriert

Wir kennen sie aus dem Fernsehen und auch zu Genüge auf YouTube. "Pranks" gehörten eine Zeit lang zu den größten Hypes des 21. Jahrhunderts. Das zunächst als harmloser Spaß entstandene Genre, entpuppte schnell auch seine dunkle Seiten. Horror-Clowns jetzt nur mal als großes Beispiel genannt. Viele sehr negative Schlagzeilen, in denen auch die körperliche Unversehrtheit der Beteiligten auf dem Spiel standen, ließen diesen Trend dann doch wieder schnell abflachen. Natürlich gibt es auch harmlosere Varianten von Streichen. So oder so ähnlich wollte man das nun in einem kompletten Film unterbekommen. In Bad Trip wollen die beiden Comedians Eric Andre (bekannt aus der Eric Andre Show) und Lil Rel Howery ("Get Out", "Catch Me!" und "Good Boys") Pranks mit einer fiktiven filmischen Handlung kombinieren. Das geniale an dieser Idee: Fast alle Nebenfiguren sind Personen die ungewollt Teil dieser Geschichte werden und somit auch keine schauspielerischen Fähigkeiten mitbringen. Einen besseren Hintergrund kann man sich praktisch für einen Film nicht wünschen und anfangs scheint das Konzept durchaus gelungene Momente hervorzubringen. Die Überraschung in den Gesichtern der Menschen ist mit nichts zu ersetzen. Das man dies in einer ganzen Filmstory unterbringt, ist ebenfalls lobenswert. Doch Bad Trip verfällt schnell in die Untiefen der stark kritisierten Pranks, welche schnell auch außer Kontrolle geraten und die jegliche subtile Eigenschaften eines guten Streiches vermissen lässt!

"Bad Trip" hat Sketche mit Bad Quality

Die Sketche im Film legen den Grundstein für dessen Spaßfaktor. Leider verflacht dieser schon nach einer Viertelstunde ins unermesslich Absurde. Das was als ein harmloser Roadtrip mit dem besten Kumpel beginnt, entwickelt sich schnell in eine drittklassige RomCom mit derben Humor, gegen den zwar in erste Linie zwar nichts spricht, aber dennoch überraschend wenig Unterhaltungswert anbietet. Häufig sehen diese Sketche auch wirklich so auffällig gestellt aus, dass die Frage erlaubt sei, ob wirklich alle Pranks so in dieser Form auch Pranks sind. "Fake Pranks" sind heutzutage keine Seltenheit! Es ist nur eine Vermutung, aber bei einigen Kostümen und vollkommen aus der Luft gegriffenen Ereignissen sollte sich ein aufmerksamer Beobachter (und von denen gibt es hier ja viele) nicht so leicht "verarschen" lassen. Spätestens bei dem Gorilla-Kostüm ist es fraglich, ob wirklich alles so "überraschend" ist, wie es hier dargestellt wird. Aber nichtsdestotrotz können sich auch manche Sketche echt sehen lassen. Zum Beispiel wird ein offener Streit, bei dem die Hauptfiguren wie wild auf einander losgehen mit mutiger Zivil-Courage aufgelöst. Allerdings bleiben solche eher harmloseren Streiche leider absolute Mangelware. Bad Trip greift dann lieber doch eher in die Trickkiste, wo sich letztlich nur ein pinker Wagen mit der Aufschrift "Bad Bitch", ein im Kreis kotzender Eric Andre und ein abspritzender Gorilla befinden. Das ist nicht wirklich einfallsreich, sondern einfach nur krass. Das Problem: Krass ist nicht gleich lustig!

Bad Trip
Bild: Der Buddy-Roadtrip mit Eric Andre landete in Deutschland nach zahlreichen Verschiebungen bei Netflix. | NETFLIX

Die Story die eigentlich keine ist!

Bad Trip wird als Komödie verpackt, in der ein ziemlicher US-Durchschnittsbürger seinem Schwarm bis nach New York City hinterherjagt. Hierfür nimmt er praktisch alles in Kauf, obwohl dieser Schwarm im Grunde nicht mehr ist als eine frühere Bekanntschaft aus der Schulzeit. Wo diese eher plumpe Liebesgeschichte hinführt kann sich ja wohl eigentlich jeder im Voraus schon ausdenken. So gesehen sind die folgenden 80 Minuten nicht mehr als ein gigantischer Lückenfüller der mit dem Anfang so gar nichts mehr am Hut hat. Neben der Jagd nach "der Einen", folgt der besagte Roadtrip zweier Kumpels, welche so viele Abzweigungen nimmt, dass der Love Interest irgendwann dann doch nicht mehr so wichtig erscheint, aber urplötzlich dann wie zu erwarten natürlich die Zeit davonläuft. Warum nur? Hier kommen die Pranks ins Spiel, die die Szenerie eben so auffüllen sollen, dass dabei eine unterhaltsame Geschichte entsteht. Leider ohne den gewünschten Erfolg. Weder die Sketche, noch dieser eigenartig in die Länge gezogene Roadtrip gleichen vorherige Lücken auch nur im Ansatz aus. Das man hier von Beginn an nicht unbedingt viel Logik erwarten konnte, ist einleuchtend, aber bei Bad Trip hätte man sich zumindest etwas mehr Mühe geben können. Der Film bleibt beschränkt und limitiert bei den Pranks, die dann nicht mehr Inhalt anzubieten haben, als überraschende Gesichter von Denjenigen die ungewollt in diese Handlung integriert werden. Sie sind vielleicht noch der Punkt, der darüber wegschauen lässt, was man hier für einen kolossalen Stuss zu sehen bekommt. Das und eine endlich mal lustige Tiffany Haddish, die als getarnte Knast-Schwester sogar manchen Passanten einen gehörigen Schrecken einjagt. 

Fazit:

Am Ende des Tages und trotz anfänglicher Sympathie zum Konzept, Streiche in eine fiktive Handlung einzubinden, steht für mich ganz klar fest: Pranks sollten irgendwie auch NUR Pranks bleiben. Innerhalb eines Filmes haben sie nichts verloren, zumindest nicht dann wenn es eben in jene Sparte fällt, die einfach nur dafür da ist etwas Krasses in Szene zu setzen. Als Komödie ist Bad Trip ein einziges Ärgernis, welches im Endeffekt nichts neues erzählen kann. Eben wie jener Trend für sich genommen, der vor einigen Jahre noch IN war, jetzt jedoch nur noch reinstes Konsumgut mit wenig Unterhaltungswert ist. Da könnte man ja auch gleich die Sketche ohne filmische Rahmenhandlung anschauen, denn die hier präsentierte Story macht ohnehin nicht wirklich viel Sinn. Wem solche Sketche gefallen, sollte lieber auf genau solche Shows oder Videos zurückgreifen. In Bad Trip, welcher als ganzer Film konzipiert wurde, bereiten sie wenig bis gar keinen Spaß.

MCG-Raiting

★★★★★

2.0 Punkte

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