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Ist Bumblebee die Rehabilitation für die Transformers? (REVIEW)

 

Ja, auch die Transformers probieren sich nun an Prequels. Mit Bumblebee taucht das Franchise in die 80er ein und sorgt dabei für eine kleine Erholung nach dem katastrophalen fünften Teil The Last Knight. Das neue Action-Abenteuer, rund um den gelben Autobot Bumblebee, bietet zwar die typische Transformer-Action, ist aber dennoch sehr emotional.

 

Emotionale Verbindung

Ähnlich wie zum Original, beginnt Bumblebee mit einer Mensch-Transformer Beziehung, die tatsächlich so emotional erzählt wird, wie die zwischen Sam und Bumblebee aus den ersten drei Teilen. Die Bindung zwischen den zwei Hauptakteuren Charlie und Bumblebee, ist mit Sicherheit eine Verbesserung für das Franchise. Denn die Transformers-Filme gerieten, nach einem überragenden dritten Teil, zu trostlosen Sci-Fi Schlachten ohne jegliche Gefühle. Dort stand nur noch übertriebene Action im Vordergrund, teilweise ohne Sinn und Verstand. Der Wechsel auf dem Regiestuhl spürt man bei Bumblebee relativ deutlich, selbst wenn Michael Bay zumindest als Producer mit am Start ist. Die Harmonie dieser beiden Hauptfiguren ist spürbar und wird konsequent weitererzählt. Im Grunde ist diese, in ihrer Dramaturgie, schon rührender als die zwischen Bumblebee und Sam aus den ersten drei Teilen. Denn während Sam eigentlich nur mit seinem Streben nach einem Auto und der Aufmerksamkeit eines Mädchens kämpfte, muss Charlie eine schwere Lebenskrise überwältigen. Bumblebee wird im Laufe dieser Geschichte, mehr oder weniger freiwillig, zu ihrem besten Freund.

 

 

Nicht zu viel und nicht zu wenig Action

Natürlich darf bei den Transformer-Filmen eines nicht fehlen: Der Kampf! Auch in Bumblebee kocht der Konflikt zwischen Autobots und Decepticons die Geschichte auf. Selbst wenn die Kämpfe dieses mal etwas rarer gesegnet sind, als zu den direkten Vorgängern, machen diese wieder Freude und zeigen, dass manchmal weniger einfach mehr sein kann. Zudem lernen wir, innerhalb einer dieser Kämpfe, wie Bee seine Fähigkeit zu sprechen verloren hat. Aber im Vergleich zum gesamten Franchise, könnten einige Fans, diesen Minimalismus an Action wohl stark ins Grübeln bringen. Letztlich machte genau dieser Faktor die Transformers in den Kinos so stark. Aber zumindest scheinen die Macher ihre Lektionen gelernt zu haben. Schließlich benötigt jeder Film eines Franchises eine individuelle Rahmenhandlung. In den vergangenen Jahren handelte Transformes letztlich nur nach ihrem eigenen Schema jeden einzelnen dieser Filme lustlos ab: eine vergangene menschliche Geschichte, ein mysteriöser Gegenstand und ein überdimensionaler Endkampf. In dieser Hinsicht bietet das Prequel Bumblebee eine freudige Abwechslung.

 

Die Menschen bleiben absolut durchschaubar

Damit die bösartigen Decepticons ihre Pläne durchsetzen können, brauch es wie so häufig bei Transformers, menschliches Versagen. Und in diesem Prequel ist das wieder massig vorhanden. Leider, und wie gewohnt in diesen Geschichten, haben die Menschen der hoch Überlegenen Spezies wieder mal Tür und Tor geöffnet. Viel zu simpel und teilweise wieder richtig fahrlässig handeln Militärs im Namen der "Wissenschaft" und sorgen für ein Fiasko. Und ein John Cena, der in Bumblebee einen höheren Offizier verkörpert, mahnt mit wenig Selbstbewusstsein und bleibt daher nur ein Soldat, der streng nach den Vorschriften seiner Vorgesetzten handelt. Es ist zwar nicht wirklich falsch, dass genauso darzustellen, aber es ist schon ziemlich eintönig. Der große Gegenspieler, wie er im Trailer angekündigt wird, ist seine Figur offensichtlich nicht. Vielmehr ist Jack Burns nur ein Statist, der einzugreifen versucht, aber immer in irgendeiner Form und simpel überrumpelt wird. Eine besondere Szene hat John Cena allerdings. Zum Schluss hat er noch eine sehr prägnante Szene, die auch entscheidend für die weitere Geschichte von Bumblebee sein wird.

 

Bild: Hester Shaw (Hera Hilmar) hatte eine traurige Kindheit. | © 2018 Universal Pictures International Germany GmbH

 

80s Flair mit viel Witz

Eines hat der Solofilm von Bumblebee wirklich hervorragend eingefangen. Den Flair und den Charme der 80er, in der der Film letztlich spielt. Zum einen die Autos, die Outfits, ja sogar Frisuren und Auftreten der Charaktere passen im Allgemeinen sehr gut zum Bild der 80er. Vor allem die einprägsamen Lieder aus diesem Jahrzehnt machen den Film in seiner Gesamtheit sehr sympatisch. Zumal unser Lieblings-Transformer  hin und wieder sehr bekannte Songs in unpassenden Gelegenheiten abspielt, was viele Szenen noch ein wenig aufbessert und zeitgleich lustiger macht. In den knapp 114 Minuten, die fast wie im Flug vergehen, gelingt es Bumblebee sehr häufig den Film mit vielen Gags zu füllen, die zu einem sehr hohen Anteil überraschend gut funktionieren. Im Zusammenspiel mit der weiblichen Protagonisten, Charlie, macht das ganze letztlich umso mehr Spaß. Hier beweist das Prequel, dass im Transformers-Franchise mehr möglich ist, als überdimensionale Action-Sequenzen ohne Ende. So kann es ruhig weitergehen!

  

 Bild: Bumblebee ist in seinem Solofilm als ein VW-Käfer getarnt. | © 2018 Universal Pictures International Germany GmbH

Fazit:

Die Transformers haben ab dem dritten Teil stark abgebaut, was den Inhalt und die allgemeine Qualität der Filme betrifft. Bumblebee ist zwar keine Offenbarung für das Franchise, hat dafür mehr Charme, als vorherige Teile. Es geht eben auch ohne große Action-Szenen, die ganze Landstriche verwüsten. Nein, auch im kleineren Umfeld funktionieren die Kämpfe der Transformers enorm gut, selbst wenn wiedermal ein Großteil der Handlung durch menschliches Versagen definiert wird. Bumblebee macht Spaß, hat viel Sympathie und hat den Zeitgeist, in der seine Geschichte spielt, überzeugend zur Geltung gebracht. 

MCG-Raiting

7,0 Punkte = sehenswert

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