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"Cash Truck": Knallhart, eiskalt, ein typischer Jason Statham! (REVIEW)

Jason Statham und Guy Ritchie! Diese Mischung ist einfach nur ideal für einen guten Action-Thriller. Und auch Cash Truck beweist, dass deutlich mehr Input vorhanden ist, als nur sinnloses Rumgeballer und fliegende Fäuste! Gute Action verbunden mit einer doch sehr düsteren und nachvollziehbaren Geschichte und einem Jason Statham der zur Bestform aufläuft! 


Filminfos:

Kinostart: 29. Juli 2021

Laufzeit: 119 Minuten
FSK: 16

Genre: Action/Thriller

 

Regie: Guy Ritchie

Mit: Jason Statham, Josh Hartnett, Scott Eastwood und Holt McCallany

Story:

Er nennt sich einfach nur „H“ (Jason Statham) – und arbeitet als der Neue bei einer Geldtransportfirma, die jede Woche hunderte von Millionen Dollar in Los Angeles hin und her transportiert. Überfälle auf die rollenden Safes sind fast schon an der Tagesordnung. H und seine Kollegen dürfen dann nicht zimperlich sein, wenn es darum geht, das ihnen anvertraute Geld zu beschützen – und H ist ganz gewiss alles andere als zimperlich! Doch den wahren Grund, warum der so verschlossen wirkende H bei der Firma angeheuert hat, verrät er zunächst niemandem: Er hat eine ganz persönliche Motivation, die Drahtzieher hinter einer Reihe besonders brutaler Raubüberfälle, die offenbar zusammenhängen, zu finden.



"Cash Truck": Interessanter als gedacht!

Ganz so einfach macht es uns sich Guy Ritchie nicht. Man könnte natürlich vermuten, dass uns mit Cash Truck ein Paradebeispiel eines klassischen Actionfilms erwarten könnte, aber wir werden schnell eines Besseren belehrt. Ein überaus untypischer Erzählstil für das Genre hebt den neuen Film von Ritchie deutlich von der breiten Masse ab. Anstelle einer turbulenten Geschichte, nimmt man sich, hier und da, gerne Ruhepausen, die auch als Auflösung offener Fragen fungieren. Die gibt es zu Beginn fast schon im Übermaß. Da in den Anfangsminuten so gut wie gar nichts zur Figur bekannt ist, entsteht im Laufe des zweiten Drittels ein unerwartetes Interesse an der gesamten Handlung. Wie schon das Marketing zum Film deutlich verraten hat, macht man keinen Hehl darum, dass es sich hier um eine klassische Rachegeschichte handelt. Für viele mag schon bereits der Trailer zu Cash Truck das ein oder andere wichtige Detail zu viel gelüftet haben, dennoch bekommt man relativ schnell das Gefühl, dass hierbei keine unnötigen Lückenfüller entstehen. Guy Ritchie weiß wie man eine solche, im Endeffekt recht schlichte Story mit einfachsten Motiven, mit wesentlich mehr Leben füllt. Es ist keine Seltenheit, dass sich Action-Thriller selbst in ihrer eigenen Story so sehr verirren, was erhebliche Längen zu Folge haben kann. In diesem Film kommt diese Befürchtung aber nicht zum Tragen. Mit der Hauptfigur des "H", von der wir nach und nach mehr erfahren, gelingt schon ein Durchbruch. Genau an dieser Stelle eines Actionfilms scheitern bereits die meisten ihrer Art! Denn sie vergessen es, aus ihrer Hauptfigur das volle Potenzial auszuschöpfen. Jason Statham spielt hierbei einen gefühlskalten, und zumindest am Anfang ziemlich wortkargen, Neuling einer Geldtransporterfirma, welcher es allerdings faustig hinter den Ohren hat. So durchtrieben ist die Figur des "H", dass er die zu Grunde liegende Sicherheitsprüfung der Firma absichtlich gerade so mit ach und krach besteht, obwohl in ihm eine furchterregende Killermaschine mit endlos vielen Talenten schlummert. Präziser Schusswaffengebrauch inklusive!

Das was Jason Statham am besten kann!

Es ist einfach sein Metier! Jason Statham geht auch in dieser Action-Rolle voll auf. Man hatte nichts anderes erwartet. Dieser Mann hat schon so viel Erfahrung in diesem Genre: Fast & Furious, Crank, The Expendables, Homefront und und und. Es ist sein Element, seine schier endlose Visitenkarte, die erst durch den Regisseur Guy Ritchie ihren späten, aber dennoch sehr erfolgreichen Anfang nahm. Statham wurde erst von ihm entdeckt, was ihn letztlich weitere Projekte einbrachte und in Folge dessen weltbekannt machen sollte. Ein Weg, von dem der Schauspieler mit Sicherheit nicht so schnell abkommen wird. Viel zu gut sind seine Perfomances. Zum Teil auch in sehr mittelmäßigen Streifen wie bspw. der Hai-Horrorfilm Meg, wo er noch als einziger im Cast glänzen konnte. In Cash Truck ist er zwar Dreh und Angelpunkt, aber vollkommen im Fokus steht er dann doch nicht. Aber dazu gleich noch einmal mehr. Eines sei aber gesagt, im aktuellen Film muss er die Story keineswegs alleine tragen! Das könnte er zwar, ohne jeden Zweifel! Denn der Schauspieler selbst porträtiert häufig Charaktere, welche sowohl im Körperlichen, als auch im Verbalen gerne ordentlich dagegen halten, geschweige denn ordentlich austeilen. Denkt doch mal an Hobbs & Shaw und die Wortgefechte mit Dwayne Johnson zurück! In Cash Truck ist das der Altersfreigabe entsprechen noch deutlich zügelloser, was seine Figur noch ernster wirken lässt. Jason Statham tut auch hier, was er am besten kann und läuft wieder mal zur Bestform auf!

Cash Truck Bild
Bild: Natürlich gehts auch bei "Cash Truck" zur Sache. Jason Statham als "H". | STUDIOCANAL

Die Gegenparts erhalten einen Background!

Wo eine Rachegeschichte startet, muss es auch einen fulminanten Hintergrund dazu geben! Wer Guy Ritchie und seine Werke kennt, weiß das nun eine sehr unkonventionelle Art der Erzählung folgt. In Cash Truck springt man häufig zwischen verschiedenen Zeitpunkten bunt hin und her, ohne dabei großartig für Verwirrung zu stiften. Zu aller Überraschung ergibt, trotz den Zeitsprüngen, sehr vieles am Ende sogar einen Sinn. Bei zwei Stunden, die mit Inhalt gefüllt werden, für andere Genrevertreter bereits ein Genickbruch. Hier nicht! Tatsächlich widmet Ritchie auch den Kontrahenten bzw. den Antagonisten im Film ungewohnt viel Screentime. An manchen Stellen, kurz vor dem abschließenden Kapitel, ist das eventuell ein, vielleicht zwei Ticken zu viel. Aber immerhin bietet man hier die Möglichkeit beide Seiten mit einer Geschichte zu versehen, die sie, und wen wunderts, auf eine blutige Art und Weiße miteinander verbindet. Allerdings kann der Hintergrund der Schurken zum Abschluss hin ein wenig enttäuschen. Im Gegensatz zu den zuvor eineinhalb Stunden mit sehr viel strukturellem Inhalt, ist das dann doch etwas trocken oder besser gesagt ideenlos gestaltet. Es handelt sich um ein sehr simples Motiv (tatsächlich betrifft es beinahe jeden). Zu simpel für diesen Film, rückwirkend betrachtet. Eine zentrale Rolle wird dabei Scott Eastwood spielen, der von der Verbrecherbande noch am ehesten heraussticht. Dennoch füllt man das Finale, wie schon zu Beginn und einem nicht weniger blutigen Mittelteil, mit einer ordentlichen Portion Action-Spektakel. Einem feuerfreudigen hin und her. Dabei kommt die ein oder andere Gewaltspitze selbstverständlich nicht zu kurz. Besonders der Abschluss beinhaltet dadurch extrem großen Unterhaltungswert. Nahezu ideales Popcornkino, indem der Sound und die Action den Zuschauer so übermannt, wie man es von einem Action-Thriller eben auch zu erwarten hat.  

Fazit:

Guy Ritchie und Jason Statham: Das passt einfach. Cash Truck ist der lebende Beweis dafür. Dieses Duo, seine Story, die meisten der Charaktere funktionieren einfach. Die einzelnen Zahnräder passen zueinander und lassen den Film weder langatmig, noch zäh erscheinen. Man erlebt eine runde Dosis eines gelungen Action-Thrillers, der vollkommen zufriedenstellt und sich allein schon durch eine gut strukturierte Story von der breiten Masse abheben kann!

MCG-Raiting

★★★★★★★★

7.0 Punkte



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