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"Der Spion von nebenan": Dave Bautistas neuer Action-Buddy (REVIEW)

Egal was Dave Bautista im Action-Genre veranstaltet, es ist stets ein Buddy an seiner Seite. Spätestens als Drax in Guardians Of The Galaxy hat er seiner Schauspielkarriere den entscheidenden Schritt in den Mainstream gegeben. Mit Der Spion von nebenan sorgt er wieder für fliegende Fäuste, sowie gute Witze und das trotz einer kleinen Nervensäge als Partnerin.

Bautista braucht immer einen Buddy!

Letztes Jahr war er mit Stuber in den Kinos zu sehen, wo er einen sehr launischen Uber-Fahrer als Action-Co-Pilot an seiner Seite hatte. Nun bekommt Bautista in Der Spion von nebenan kindliche Unterstützung. Eines muss man gleich vorweg nehmen: Die Harmonie dieses Action-Duos ist um Längen besser, als beim letztjährigen Stuber. Mit Kinder-Darstellern ist das immer so eine heikle Sache, aber hier funktioniert das wunderbar. Chloe Coleman gelingt es ihrem Charakter Sophie Newton Leben einzuhauchen. Als junges Mädchen bringt sie zwar eine gewisse kindliche Naivität mit sich, bringt aber ihren Big-Buddy JJ (Dave Bautista) nicht nur einmal zum Haare raufen. Aber in seltenen Fällen ist die ständige Ärgerei zwischen den beiden dann doch etwas nervig. Es ist aber eine riesige Steigerung zum schwachen Stuber, wo beide Charaktere dem Publikum den letzten Nerv raubten.

In Der Spion von nebenan vermögen es die beiden Hauptcharakter zudem die Zuschauer durchaus gut bei Laune zu halten. Und für eine relativ mittelmäßige Actionkomödie gelingt das weitestgehend gut. Man könnte vor allem das Ende als etwas zu aufgesetzt beschreiben und an manchen Stellen vermutlich auch unfreiwillig peinlich.

Nicht abgehoben, aber auch nichts neues

Der Spion von nebenan erzählt bei Weitem nicht viel neues. Es geht um eine simple Agentengeschichte, wo die beiden Partner sich durch den Muskelprotz (Dave Bautista) und den IT-Freak (Kristen Schaal) definieren. Das sieht man fast bei jedem Actionfilm heutzutage. Eine Partnerschaft, die natürlich schon von Beginn an mit Spannungen überhäuft ist und durch die kleine Sophie ins komplette Chaos abdriftet. So weit so gut. Es ist nicht wirklich etwas Neues, aber wer braucht das schon bei einer Standard-Actionkomödie. Der Film bleibt der einfachen Handhabung die meiste Zeit äußerst treu. Dennoch will man vor allem gegen Ende wieder mehr Action, als Komödie ins Spiel bringen, was für viele sehr eigenartige Momente sorgt und das Szenenbild doch einigermaßen billig ausschauen lässt. Dargestellte Explosionen zum Beispiel sahen auch schon einmal besser aus, wenn man mal ehrlich ist. Zugegeben es ist nicht die Kernaufgabe einer Actionkomödie gut auszusehen, sondern zu unterhalten. Aber ein bisschen mehr in die Technik investieren schadet auch einem kleinen Actionfilm nicht, vor allem wenn er aus Hollywood kommt. Der Film erfindet das Rad natürlich nicht neu, aber auch der Plot bleibt über weite Strecken sehr blutleer und viel zu normal. Die meisten Szenen reihen sich in eine absolut durchschnittliche Story, die eben nicht viel mehr anbieten kann, als einen langweilige Twist, die sogar das junge Publikum vorausahnen kann, sowie ebenso standardisierte Nebencharaktere (wie bspw. die Bösewichte, die CIA-Führungsebene und die Mutter von Sophie), denen ein ganz zarter Hauch von Humor anhaftet, mehr aber auch nicht.

Der Spion von nebenan Bild
Bild: JJ (Dave Bautista) bringt Sophie (Chloe Coleman) ein paar Tricks bei. | © 2020 Tobis

"Der Spion von nebenan" nimmt das Genre auf die Schippe

Das Actiongenre ist mittlerweile so einheitlich, was den Ablauf angeht, dass die Filme stiltypischen Szenen schon häufig selbst etwas aufs Korn nehmen. Der Spion von nebenan macht sich beispielsweise sehr offen darüber lustig, wie cool man sich bei einer Explosion zu verhalten hat. Aber auch der agentenmäßige Einbruch in ein Zimmer und allgemeine Maßnahmen um Undercover zu agieren werden dementsprechend parodiert. Für eine Komödie mag das nicht einzigartig sein, aber die Umsetzung im Film ist dann doch überraschend gut gelungen, zumindest im Vergleich zu anderen Beispielen im Actiongenre. Dave Bautista trägt natürlich in hohem Maße dazu bei, da er ohnehin schon viel Erfahrung hat mit tollpatschig übermütigen Muskelprotzen. Es hätte tatsächlich auch sowas von ins Auge gehen können, wie in Stuber. Man kann es nicht häufig genug sagen, denn der letzte Film mit Bautista war im Grunde nicht mehr als ein überlanges Werbevideo für Uber, mit viel zu wenig Charme. Der Spion von nebenan, ist trotz einiger auffälliger Product Placements die vorkommen, fast schon das komplette Gegenteil davon und das soll schon etwas heißen. Letztlich hätte man mit der Kombination Muskelbär und kleine Nervensäge sich auch komplett verirren können. Mit Sicherheit wären dabei dann auch die parodischen Gags vermutlich nach hinten losgegangen. Gott sei dank ist das hier nicht so. Daumen hoch für Der Spion von nebenan.

Fazit:

Für Dave Bautista ist Der Spion von nebenan wieder ein kleiner Fortschritt. Nach dem missglückten Stuber, aus dem letzten Jahr, ist der neue Film mit dem Ex-Wrestler eine positive Erwähnung wert. Die Actionkomödie erzählt, wie man vermuten kann, nicht viel neues, die Story bleibt durchschauber, aber dennoch in weiten Teilen sehr lustig. Natürlich ist auch dieser Film nicht befreit von einigen äußerst stumpfen Momenten und den gängigen Action-Stereotypen was die Nebencharaktere angeht. Hier überwiegt aber das positive, weil man mit Der Spion von nebenan durchaus seine helle Freude haben kann.

MCG-Raiting   

★★★   

 

6.0 Punkte

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