· 

Jahresrückblick 2021: Die besten Filme des Jahres!

Das Jahr 2021 ist zu Ende und zurück bleibt ein weiteres Jahr indem die Pandemie uns vor allem zu Beginn des Jahres einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Das große Kino-Comeback ist allerdings gelungen, trotz anfänglicher Startschwierigkeiten. Denn unlängst hat es sogar Spider-Man: No Way Home geschafft als erster Film seit 2019 eine Milliarde an den Kinokassen einzunehmen. Für die Kinos zwar eine Erleichterung, aber bis man auf die Zahlen vor der Pandemie zurückkommt, wird noch viel Zeit verstreichen. Qualitativ hat 2021 viel Abwechslung geboten. Zu Beginn hat der Motor stark gestottert, was vor allem an wankenden Leistungen der Streamingdienste lag. Netflix hat sich dieses Jahr bspw. nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Aber auch Prime Video und Disney+ haben nicht unbedingt mit Leistung geglänzt.

 

Wir blicken auf das Jahr zurück und präsentieren euch in den kommenden Artikeln unsere subjektive Listen zu den besten und den schlechtesten Filmen, den großen Überraschungen, als auch den größten Enttäuschungen des Jahres. Es werden dabei keine Filme ausgenommen. Auf diesen Listen befinden sich also Kino-, Streaming-, Direct to DVD- und Video-On-Demand-Starts innerhalb des Jahres 2021. Das Ganze ranken wir, wie so häufig bei solchen Listen, in ein Ranking von Platz 1 bis 10.

Doch zuvor noch ein paar erwähnenswerte Filme, die es nur knapp nicht in die Top 10 geschafft haben:


Honorable Mentions

  • Ghostbusters: Legacy

 

  • Love And Monsters

 

  • Black Widow

 

  • Zack Snyders Justice League

 

  • Disney´s Encanto

 

  • The Green Knight


PLATZ 10: "A Quiet Place 2"

A Quiet Place 2 Poster
© Paramount Pictures

MCG-RAITING: 8,0 / 10

Mehrfach verschoben und in 2021 der Türöffner für die Kinos. Man hätte nicht besseres dafür wählen können. A Quiet Place 2 war der erste große Blockbuster nach dem Lockdown und war am Ende sogar beinahe so erfolgreich, wie sein Vorgänger und das trotz geringer Sitzplatz-Auslastung, sowie einer bestehenden Pandemie. Wieder wurde im Überlebenskampf der Menschen gegen die hörsensitiven Außerirdischen der Besucher dazu gezwungen leise zu sein. Die Prämisse, welche das Original so stark gemacht hat, setzt das Sequel nahtlos fort, auch wenn die erste Wirkung 2018 noch viel intensiver war. Nichtsdestotrotz bringt die Fortsetzung viel neues in diese Welt ein, indem nur noch wenige Artgenossen (Menschen) am Leben sind. Erneut wird die Familie getrennt und muss sich in unterschiedlichen Szenarien gegen ihre übermächtigen Widersacher durchsetzen. Selbst das zweite Abenteuer versorgt euch mit einer ähnlich hohen Dosis an spannungsgeladenen Momente und war auch aufgrund der langen Wartezeit ein ganz besonderes Kinoerlebnis, dass man so schnell nicht vergisst.



PLATZ 9: "Pieces Of A Woman"

Pieces Of A Woman Poster
© Netflix

MCG-RAITING: 8,0 / 10

2021 war nicht einmal richtig gestartet, da kam bereits ein echtes Brett aus dem Hause Netflix. Eines der wenigen in diesem Jahr, wohlbemerkt! Pieces Of A Woman startet mit einer der unangenehmsten, aber gleichzeitig emotionalsten Szenen in diesem Filmjahr: Eine Fehlgeburt, die sogar als One-Cut gefilmt wurde. Vanessa Kirby und Shia LaBeouf performen gegenseitig auf ungeahnte Höhen hinaus. Das Drama beleuchtet dabei den Kampf der Eltern um eine Tragödie, die man eben kaum bis gar nicht verdauen kann. Ein Film, welcher ideal für die Oscar-Saison war. Dort aber ohne Auszeichnung blieb. Dennoch ist diese bewegende Geschichte in weiten Teilen so nah an einem realem Geschehen, dass die fortschreitende Depression einer Mutter, sowie das Zugrundegehen einer Beziehung absolut nachvollziehbar und dadurch oftmals nur schwer zu betrachten ist. Und nochmal muss man Vanessa Kirby in den höchsten Tönen loben, die hier definitiv die Perfomance ihres Lebens abliefert und im Endeffekt für den besten Streaming-Film des Jahres verantwortlich ist. Kein anderer Netflix-Film (oder von anderen Plattformen) konnte an die Leistung dieses Dramas anknüpfen.



PLATZ 8: "The Last Duel"

The Last Duel Poster
© 20th Century Fox/Disney

MCG-RAITING: 8,0 / 10

Heutzutage ist es äußerst selten, dass sich Filme einer Erzählweise bedienen, in denen ein und dieselbe Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird. In The Last Duel lässt Star-Regisseur Ridley Scott gleich drei Figuren ihre Geschichte bzw. ihre Sichtweise der Dinge erklären. Der historische Hintergrund ist zudem äußerst faszinierend. Denn das Duell zwischen de Carrouges und Le Gris war tatsächlich das letzte seiner Art, indem ein Richterspruch durch ein Kampf auf Leben und Tod durchgeführt wurde. Natürlich ist dieses Duell rein inszenatorisch betrachtet, nicht das was aus Überlieferungen vermittelt wurde. Die filmische Handlung allerdings ist trotz der häufig sehr ruhigen Atmosphäre eine mit durchaus viel Brisanz beigemischtes Drama. Hier wird von Anfang an klar gestellt, dass Frauen im Mittelalter klein gehalten und de facto kein Mitspracherecht haben. Es entsteht ein interessantes Wechselspielt aus Wahrheit oder Lüge und verschiedenen Auffassungen, die bis heute dieses historische Rätsel in seiner Gänze erörtern konnten. Insbesondere ist die Leistung von Jodie Comer bemerkenswert, die unter den vielen großen Stars im Cast, praktisch alle in den Schatten stellt.



PLATZ 7: "Last Night In Soho"

Last Night In Soho Poster
© Universal Pictrues

MCG-RAITING: 8,0 / 10

Edgar Wright mischt die 60s mit einer Kriminalgeschichte, die einige Überschneidungen zu der heutigen MeToo Debatte beinhaltet. Last Night In Soho ist ein sehr heiß diskutierter Film und wird wahrlich nicht von jedem Zuschauer so gut aufgenommen wie hier. Der Einstieg läuft, zugegeben, etwas holprig und ruhig, aber der Mix aus Krimi, Drama und Thriller nimmt von Minute zu Minute an Fahrt auf. Dabei verstrickt sich die Hauptfigur, gespielt von Thomasin McKenzie immer weiter in einen längst vergangen Mordfall, hinter dem am Ende deutlich mehr steckt, als zunächst angenommen. Das neue Hollywood-Sternchen Anya Taylor-Joy spielt hier den wichtigsten Nebenpart: Die vermeintlich ermordete Sängerin Sandy. Dabei wechselt Last Night In Soho so perfide zwischen Realität und Traumwelt, dass die Grenzen von Gegenwart und Vergangenheit inszenatorisch miteinander verschmelzen. Und auch der Schlussakt hält für manch einen überrumpelten Zuschauer eine deftige Überraschung parat, sodass man mit jeder Menge Spannung dieser letztlich sehr interessanten Geschichte folgt.



PLATZ 6: "Spider-Man: No Way Home"

Spider-Man No Way Home Poster
© Sony Pictures

MCG-RAITING: 8,5 / 10

Am Ende ist die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft nur der zweie Platz in Sachen Superheldenfilme in diesem Jahr. Spider-Man: No Way Home wurde allen Erwartungen gerecht und ist klassisches MCU-Entertainment mit einigen Extrapunkten. Der Tom Holland Spider-Man wird erwachsen und stellt sich, das erste Mal in seiner MCU-Zugehörigkeit, den Konsequenzen seines eigenen Tuns. Der finale Teil dieser neuen Trilogie ist ein denkbar würdiger Abschluss und möglicherweise der beste Spider-Man Film aller Zeiten. Ein Dr. Strange (Benedict Cumberbatch) ist hier nur der Nebenpart, der by the way sein ganz eigenes Abenteuer in 2022 bestreitet. Davon mal abgesehen ist der neue Sony-Marvel-Blockbuster einer der mit mehr Dramatik gefüllt ist, als man es hätte annehmen können. Trotz einer unzähligen Menge an klassischen Gags, vergisst man nicht der Figur Peter Parker so viel Tiefe zu verleihen, dass dieser nicht mehr aus diesem Universum wegzudenken ist. Nun muss sich zeigen, wie man sein Schicksal in Zukunft behandelt und ob dem MCU weitere solche Glücksgriffe wie No Way Home gelingen!



PLATZ 5: "The Suicide Squad"

The Suicide Squad Poster
© Warner Bros. Pictures

MCG-RAITING: 9,0 / 10

Die Suicide Squad hat ihren Flair wieder. Die 2016er Version ist damals mit Pauken und Trompeten gescheitert, war aber dennoch ein Erfolg an den Kinokassen. Das neue "Selbstmordkommando" das Gegenteil. Qualitativer Hochglanz einer Comicverfilmung, aber dafür ein Flop an den Kinokassen. Echt schade, wenn man bedenkt, was für ein bildgewaltiges Superheldenspektakel euch mit der Version von James Gunn erwartet. All die fehlenden Puzzle-Teile, die im vorherigen Film fehlten, wurden hier mit einbezogen. Das Team, bestehend aus unkontrollierbaren A****löchern macht richtig Bock und unterhält durch die Bank weg. Allein die Eröffnungsszene war es schon wert, dass Kinoticket gekauft zu haben. Wir erleben eine Harley Quinn in Höchstform und eine unglaubliche Vielzahl an schrillen Figuren, die das Comic direkt auf die Leinwand projizieren. Knallharte Action, gepaart mit schwarzem Humor und einer ungeahnten Brutalität, die man in der Form nur selten bei der sonst so heilen Welt der Superheldenfilme findet. Aber wir reden hier ja auch von Schurken, die nur vermeintlich für was Gutes kämpfen. Bestes Beispiel ist ein ebenso widersprüchlich wie satirisch wirkender Peacemaker, der sich im Anschluss daran in seiner eigenen Serie auf HBO Max austoben darf..



PLATZ 4: "Nomadland"

Nomadland Plakat
© 20th Century Fox/Disney

MCG-RAITING: 9,0 / 10

An der Bronzemedaille knapp vorbei geschrammt ist der Oscar prämierte Nomadland. Frances McDormand, ebenfalls ausgezeichnet als Beste Hauptdarstellerin, zieht in diesem Film als eine Art Nomadin durch die USA. Nicht obdachlos, sondern nur wohnungslos ist die Devise. Das Drama von Chloe Zhao hält so manch inspirierendes Zitat auf seinem 108 Minuten langen Weg bereit. Dabei fließen einige sehr ernste Thematiken wie Kapitalismus und die Suche nach dem inneren Frieden mit ein. Viele der Figuren sind des Lebens in der Großstadt überdrüssig und suchen abseits von großen Menschenmassen ihr Glück. Der Lebensstandard wird quasi auf ein Minimum reduziert und offenbart eine Reise, aus der jeder Zuschauer etwas für zukünftige Abenteuer mitnehmen kann. Dieser Film spricht nicht mit großen visuellen Effekten, sondern lässt seine Bilder durch gigantische Landschaftsaufnahmen sprechen. Nomadland ist ein äußerst berührendes Drama, dass die Hochs und Tiefs eines abenteuerlichen Lebensjahrs der Hauptfigur wunderbar zur Schau stellt.



PLATZ 3: "Promising Young Woman"

Promising Young Woman Poster
© Universal Pictrues

MCG-RAITING: 9,0 / 10

Auf Platz 3 ist ein Film, den ich mit Sicherheit dort nicht erwartet hatte. Allgemein betrachtet wirkt Promising Young Woman am besten, wenn man völlig ohne Vorwissen an ihn heran tritt. Er überzeugt durch ein unglaublich starkes Drehbuch und einer Geschichte die so geistreich, als auch unerwartete Wendungen bereithält, dass dem Zuschauer der Atem stockt. Vor allem die Ausstrahlung einer Carey Mulligan hat in hohem Maß dazu beigetragen, dass selbst harmlos erscheinende Szenen mit derart bissigen Humor oder finsterer Mine untermauert werden. Langeweile ist hier praktisch unmöglich, auch wenn vom Zuschauer selbst so einiges abverlangt wird, da das Kernthema, welches zunächst nur im Hintergrund stattfindet, leider kein unrealistisches Szenario ist. Ganz im Gegenteil, es ist sogar nahezu alltäglich, was dem ganzen Film noch einmal eine besondere Würze verleiht. Alles in allem ist Promising Young Woman eine derart große Überraschung und so voller Wendepunkte, dass niemand im Voraus erahnen kann, was am Ende auf ihn zusteuert.



PLATZ 2: "Der Rausch"

Der Rausch Poster
© Weltkino Filmverleih

MCG-RAITING: 9,0 / 10

Ohne jeden Zweifel wurde das dänische Drama Der Rausch als bester internationaler Film bei den Oscars ausgezeichnet. Was uns in der Vorschau als leicht derb anmutende Komödie präsentiert wird, entpuppt sich als ein Film der gigantischer Tragweite. Denn das Land Dänemark hat selbst, abseits von diesem fiktionalen Werk, ein erhebliches Problem mit Alkoholmissbrauch. Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das was im Film von Thomas Vinterberg als zunächst harmlos beschriebenes Experiment beginnt, endet natürlich einer kleinen bis mittelschweren Katastrophe, die den Zuschauer zwar ziemlich gut unterhält, aber gleichzeitig die großen Gefahren von täglichem Alkoholkonsum in zügelloser Detailtreue analysiert. Dabei liefert Mads Mikkelsen eine seiner besten Perfomances seiner Karriere ab. Am Ende steht ein Film, der überraschend viel emotionalen Ballast mit sich trägt, ohne dabei den Zuschauer zu verlieren. Der Rausch ist witzig und traurig zu gleich und vermutlich einer der besten Filme unseres nördlich gelegenen Nachbars!



PLATZ 1: "Dune"

MCG-RAITING: 9,5 / 10

 

Ganz ehrlich. Wo soll man hier noch anfangen? Von Anfang bis Ende Gänsehaut pur. Und praktisch nur dieses eine Manko, dass wir hier innerhalb der oftmals als "unverfilmbar" bezeichneten Geschichte, einen knallharten Cut bekommen und man auf einen zweiten Teil erstmal warten muss. Trotzdem ist Dune ein visuell beeindruckender Film von Denis Villeneuve, welcher sich nun ein weiteres Meisterwerk auf seine Vita vermerken lassen kann. Er hat es geschafft die eigentlich vermeintlich zu sperrige Story des Romans leinwandreif zu verfilmen. Und ich gehe noch weiter. Villeneuve hat diese komplexe fiktionale Welt rund um den Wüstenplanet Arrakis für das Mainstreamkino salonfähig gemacht. Eine wahrhaftige Glanzleistung, die sich auch im überstarken Cast mit Timothee Chalamet, Zendaya, Rebecca Ferguson und vielen weiteren widerspiegelt. Wie das Gesamtbild der kompletten Geschichte am Ende wirkt, ist nun voll abhängig von der Fortsetzung! Aber wenn bereits im ersten Teil von Kamera, Sound, den Settings, dem Cast und einer durchaus interessant gestalteten Geschichte praktisch alles passt, kann das ergänzende Sequel schon jetzt bereits als ein Garant für ein weiteres Sci-Fi-Meisterwerk gehandelt werden!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0