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Jahresrückblick 2021: Die schlechtesten Filme des Jahres!

Nachdem wir bereits die besten Filme des Jahres präsentiert haben, geht es in diesem Artikel nun um die schlechtesten Filme, also die FLOP 10, in 2021. Leider waren das auch in dem Jahr überwiegend Streaming-Originals, die schon zu Beginn des Jahres offenbart hatten, wo die Reise hingeht. Mehr Quantität statt Qualität. Besonders Netflix sticht hervor mit zahlreichen Beispielen, wie man es sich mit seinen Nutzern verscherzt. 

 

 

Wir blicken auf das Jahr zurück und präsentieren euch in den kommenden Artikeln unsere subjektive Listen zu den besten und den schlechtesten Filmen, den großen Überraschungen, als auch den größten Enttäuschungen des Jahres. Es werden dabei keine Filme ausgenommen. Auf diesen Listen befinden sich also Kino-, Streaming-, Direct to DVD- und Video-On-Demand-Starts innerhalb des Jahres 2021. Das Ganze ranken wir, wie so häufig bei solchen Listen, in ein Ranking von Platz 1 bis 10.


PLATZ 10: "Songbird"

Songbird Poster
© Amazon Studios

MCG-RAITING: 3,5 / 10

Irgendwie finde ich es schade, dass Songbird den Anfang dieser Liste macht. Zu sympathisch fand ich die Hauptdarsteller KJ Apa und Sofia Carson als Corona getrenntes Paar. Er ist vielleicht auch der einzige Film auf dieser Liste, in denen Die Hauptfiguren einigermaßen gut wegkommen. Kleiner Funfact: Songbird zeigt echte Bilder aus L.A. wo gedreht wurde, als man sich im Lockdown befand. Menschenleere Stadtbezirke passen perfekt in das filmische Szenario eines tödlichen Virus, dass allerdings sehr von der Laune des Publikums abhängig ist. Denn in einer Zeit, in der die meisten Leute eben zu Hause bleiben müssen, wegen Ausgangssperre o.Ä., ist das Letzte was man sehen will, ein Film der genau diese Eindrücke nochmal fiktiv zu Auge führt. Hinzu kommen recht stereotypische Nebenfiguren, die die Handlung wenig vorantreiben und die sensitive Pandemie-Romanze in eine Art lahme Action-Thriller verwandeln. Dabei hatte man mit der eigentlich gut in Szene gesetzten Liebelei in räumlich getrennter Form eine nahezu perfekte Ausgangslage für ein herzzerreißendes Drama. Hätte man auf die 180°-Wendung Genre-Wendung innerhalb des Films verzichtet, würde Songbird definitiv nicht auf dieser Liste stehen!



PLATZ 9: "Meine Freunde sind alle tot"

Meine Freunde sind alle tot Poster
© Netflix

MCG-RAITING: 3,5 / 10

Ich denke die wenigsten Netflix-User werden diesen Film überhaupt zur Kenntnis genommen haben. Meine Freunde sind alle tot ist eine in mehre Akten aufgeteiltes Kammerspiel, indem der Titel praktisch alles vorweg nimmt und die Story rückblickend erzählt wird. Zumindest kann ich hier behaupten, dass die absurden Ereignisse dieser Silvesterparty durchaus unterhalten können und mit Sicherheit eine Option für einen Filmabend ohne Auswahl darstellt. Ein echter Partyfilmklassiker wird dieser Streifen dennoch nicht. Das hängt vor allem daran, dass die Geschichte mehreren jungen Erwachsenen folgt, allesamt entweder leicht angetrunken, durch Liebe beflügelt oder mit anderen Substanzen zufriedengestellt sind. Dementsprechend herrscht hier schon zum Start extremes Chaos, welches sich im Nachgang auch die gesamte Szenerie der Silvesterparty widerspiegelt. Gepaart mit Witzen der untersten Schublade, gibt es zwar für den ein oder anderen herzhafte Lacheinheiten. Für Feministen würde ich allerdings ein klare Nicht-Empfehlung aussprechen, da die Frauen hier, freundlich beschrieben etwas naiv und oberflächlich in Szene gesetzt werden. Auf alle Punkte heruntergerechnet, ist Meine Freunde sind alle tot eine Komödie mit Blutorgie, die man nicht ernst nehmen sollte.



PLATZ 8: "Der Prinz aus Zamunda 2"

Der Prinz aus Zamunda 2 Poster
© Amazon Studios

MCG-RAITING: 3,5 / 10

Der Prinz aus Zamunda. Ein absoluter Filmklassiker und einer der Filme die Eddie Murphy im Komödien-Genre praktisch unsterblich machten. Mehr als 30 Jahre später muss eine Fortsetzung her, die und ich drücke es mal höflich aus, etwas misslungen ist. Und vorweg kann man sagen, dieses Sequel ist seinem Vorgänger in keinem Punkt gewachsen. Der Charme einer 80s Comedy fängt der Film ohnehin nicht mehr ein, doch kann er wenigstens im 21. Jahrhundert funktionieren? Die Antwort. Nein! Ein Eddie Murphy der den Prinz aus Zamunda zum Besten gibt, ist weit über seinen Zenit hinaus, und ihm gelingt es auch nicht den Zuschauer zu bei Laune zu halten. Vielleicht hatte die Kurskorrektur von Leinwand zu Streaming ihm zusätzlich vor einem Kinoflop bewahrt, denn der wäre ohne jeden Zweifel bei dieser Qualität eine Garantie gewesen. Zwar glänzt die Komödie dieses Mal durch pompöse und aufwendig produzierte Sets, hat aber bisweilen wenig Charme in der Besetzung, sowie eine Story die viele Abzweigungen nimmt, aber folglich nie wieder auf Erfolgskurs kommt. Ein großes Durcheinander, dass in vielen Komödien zwar viel Humor bereithält, hier jedoch wenig bis kaum vorhanden ist. Leider.



PLATZ 7: "Outside The Wire"

Out Of Play Plakat
© Netflix

MCG-RAITING: 3,0 / 10

Einer der ersten großen Action-Blockbuster des Jahres war Outside The Wire mit MCU-Star Anthony Mackie. Vielleicht einer der generischsten Actionfilme der letzten Jahre. Obwohl so coole Elemente wie Cyborgs, Roboter und Drohnen die Handlung bestimmen. Der Netflix-Film bedient sich dabei schön an anderen Werken der Science-Ficiton, was erstmal nichts schlechtes ist (ist ja nicht verboten), aber in Folge dessen kaum wirklich erzählerischen Input liefert. Zahlreiche austauschbare Nebenfiguren schmücken den Cast, indem auch zu den beiden Hauptfiguren keinerlei echte Bindung aufgebaut wird. Ja, die Rede ist zwar von einem Actionfilm, aber wenn die Action selbst so extrem nach Standardware ausschaut, dann ist der nächste Fokus nun mal das Character-Building. Doch da brauchen wir gar nicht erst anfangen. Das findet sich in einem unterklassigen Niveau wieder. Die Actionszenen gehören bestenfalls in die Schublade von hetzerisch geschnitten und wildes Rumgeballer ohne Unterhaltungswert. Und da das hier, mehr oder weniger, auch der große Auftakt für das Netflix-Filmjahr 2021 war, dämpfte es die Hoffnungen auf ein qualitativ gutes Jahr bereits im Januar erheblich.



PLATZ 6: "Awake"

Awake Film Poster
© Netflix

MCG-RAITING: 3,0 / 10

Apokalypse mal anders. Die Menschen können nicht mehr schlafen. Das ist der gesamte Plot von Awake. Tatsächlich finde ich den Hintergrund dazu sehr interessant. Der Film macht nur bedenklich wenig daraus. Trotz dem Merkmal, dass hier niemand mehr einschlafen kann, ertappte ich mich bei dem Streifen häufig beim Gähnen. So einfalls- und emotionslos war diese Sci-Fi Apokalypse gestaltet. Die beleuchtet zwar noch den Untergang der Zivilisation, baut aber minütlich ab, sodass er viel an Spannung verliert. Kernelement der Story ist der "Überlebenskampf" einer Familie, welcher es allerdings an gut geschriebenen Figuren fehlt. Die stolpern förmlich von Szene zu Szene und die denkbar langweiligste Lösung für das Problem wird auserkoren: Die Beschaffung eines Heilmittels. Denn ausgerechnet die Tochter kann schlafen. Wer hätte gedacht, dass diese Beschäftigung in einem Film so eine Wichtigkeit mal einnimmt. Der Film erklärt zudem in welchen Stufen der Schlaflosigkeit welche körperliche Reaktionen die Folge ist. Hier jedoch verzettelt sich der Film in seiner Idee, da viele Fähigkeiten wie bspw. gezielte Kopfschüsse selbst nach tagelosen Schlafverzicht keinerlei Probleme darstellen.



PLATZ 5: "Prey"

Prey Netflix
© Netflix

MCG-RAITING: 3,0 / 10

Gefangen im Wald. Auch dieses Szenario ist prädestiniert für einen guten Survival-Thriller. Deutschland ist hierfür sogar perfekt als Drehort geeignet. Und zumindest zum Start bekommt man, allein durch die natürliche Aura des Waldes ein beunruhigendes Gefühl, welches allerdings schnell verpufft. In Prey wird ein JGA zum Alptraum. Zumindest will das der Film so vermitteln. Und auch wenn es zumindest so manch eine Szene in sich hat, so behindern einige Story-Elemente einen spannungsgeladenen Thriller. Der Film begeht dabei sehr haarsträubende Fehler als er sich zu sehr auf Nebenschauplätze wie Karriere oder eine Liebesbeziehung einlässt, die nur als zusätzliches Feuer für Konfrontationen innerhalb der im Überlebenskampf befindenden Truppe dienen. Anstatt das man sich einfach auf das Element des Jagens in einer abgelegenen Gegen fokussiert. Allein das sollte doch schon Zündstoff geben, zumal es doch schon schnell einen Verletzten gibt. Hinzu kommt, dass dem Täter ein unglaublich plumpes Motiv angeheftet wird.



PLATZ 4: "Voyagers"

Voyagers Poster
© Amazon Studios

MCG-RAITING: 3,0 / 10

Ja auch ein Sci-Fi Film hat es auf diese Liste geschafft. Im Mittelpunkt steht ein Generationenschiff. Sprich eine Besatzung, die dafür geschaffen ist, neue Planeten zu besiedeln und dabei Jahrzehnte lang auf dem Raumschiff leben. Groß gezüchtet und zum gehorsam erzogen, doch wie sich jeder nach zehn Minuten zusammendichten kann, wird das auf Dauer natürlich nicht gut gehen. In Voyagers setzt man auf einen jungen Cast. Eben der Story entsprechend. Leider gibt es in der Besetzung selbst kaum Licht im vielen Schatten. Tye Sheridan, Lily-Rose Depp und Fionn Whitehead spielen allesamt sehr leere und uninteressante Figuren, obwohl die Grundidee hinter dieser Geschichte eigentlich eine sehr spannende hätte sein können. Ein perfektes Beispiel dafür, dass ein Drehbuch für einen Film ein extrem wichtiges Bindeglied ist. Denn das hat dieses interessante Grundgerüst schnell zum fallen gebracht. In der fast zweistündigen Sci-Fi-Opera passiert herzlich wenig und vor allem nichts was einem nachher noch wirklich im Gedächtnis bleibt. Ein wahrlich reizloses Werk, dass nur durch einige optische Elemente des Raumschiffs aufgewertet wird.



PLATZ 3: "Bad Trip"

Bad Trip Poster
© Netflix

MCG-RAITING: 2,0 / 10

Sketch-Comedy als Film. Bad Trip, besetzt mit dem bekannten Comedian Eric Andre und Lil Rel Howery will zwar mit überraschten und unfreiwilligen Cast-Membern eine Komödie inszenieren, zeigt aber das dies weder für einen Film noch für die große Leinwand ernsthaft funktioniert. Bad Trip sollte ursprünglich ins Kino kommen, wanderte aber folgerichtig und wegen der Pandemie auf Netflix. Mit verschiedenen Pranks auf der Straße, mit unwissendem Publikum neben den Schauspielern befindend und versteckten Kameras, will man am Ende ein Road-Movie zweier Freunde zusammenreimen, welches aber schon in der ersten Viertelstunde seinen Charme verliert. In einer Comedy-Sendung mag das vielleicht funktionieren, aber für einen Film ist die große Dosis mit erklärungsbedürftigen Zusammenhängen der einzelnen Pranks pures Gift. Da hilft auch keine komödiantische Ader von Eric Andre weiter, der es zweifellos versucht den Zuschauer bei der Stange zu halten. Ein netter Versuch, der aber in totalem Fiasko und fragenden Blicken des Zuschauers endet.



PLATZ 2: "Nicht schon wieder allein zu Haus"

Nicht schon wieder allein zu Haus Plakat
© Disney Plus

MCG-RAITING: 2,0 / 10

Ach ja, dass Wiederbeleben von alten Klassikern. Selten geht das gut. So auch im Disney+ Original Nicht schon wieder allein zu Haus. Welche als lose Fortsetzung zu Kevin allein zu Haus fungiert. Während der Kultklassiker aus den 90ern noch durch einen sympathischen Kinderdarsteller und tollpatschigen Einbrechern glänzt, schmeißt die Neuinterpretation diese Eigenschaften quasi völlig unachtsam aus dem Fenster. Archie Yates (u.a. Jojo Rabbit) verkörpert leider einen sehr verwöhnten und gleichzeitig äußerst unliebenswürdigen Jungen, der das Haus gegen Diebe verteidigt. Die Diebe und das setzt dem ganzen irgendwie noch die Krone auf, haben dieses Mal das Motiv sich aus ihrer finanziellen Misere zu retten und wollen dafür eine wertvolle Puppe entwenden. Ja, das ist wirklich der Grund! Ihr seht schon von Beginn an ist hier Chaos im Drehbuch, die Figuren sind ein einziges Ärgernis und zu allem Überfluss ist dieser zarte 90-Minüter mit Witzen gefüllt, über die man nicht lachen kann. Eine Tortur im wahrsten Sinne des Wortes ohne Sinn und Verstand und der Beweis, dass man von manchen Klassiker die Finger lassen sollte!



PLATZ 1: "Thunder Force"

Thunder Force Netflix
Bild: Melissa McCarthy und Octavia Spencer in der Superheldenkomödie "Thunder Force". | NETFLIX

MCG-RAITING: 2,0 / 10

Ganz ehrlich von Superhelden haben wir doch fast alles schon gesehen. MCU, DCEU und andere Filmuniversen bedienen sich an ihren Vorlagen für die monatliche Beschallung der Zuschauer. Manchmal funktioniert das noch sehr gut, aber in den meisten Fällen sind sie nur noch Durchschnitt. Netflix dagegen dachte sich wohl gleich zu Beginn des Jahres das gesamte Superheldengenre aufs Korn zu nehmen. Das man allerdings selbst am Ende, vor allem bei Kritikern fast voll umfassend niedergeschmettert wird, war mit Sicherheit nicht das Ziel. Thunder Force ist als Parodie auf Superhelden verkleidet, kommt aber mit einem derartig schlechten Slaptstick-Humor daher, dass man sich die Frage stellen sollte, warum Melissa McCarthy zu einer der am besten bezahltesten Schauspielerinnen der Welt zählt. Das war wirklich furchtbar. Volle 105 Minuten des komödiantischen Grauens, welche von vorne bis hinten nicht funktioniert. Nicht einmal wenn man zwanzig Jahre in die Vergangenheit reisen würde. Da kann nicht einmal eine MCU-Darstellerin, hier Pom Klementieff (Mantis bei Guardians Of The Galaxy), weiterhelfen. Superhelden zum vergessen und hoffentlich ohne eine Fortsetzung, die auch hier wieder mal angeteasert wird. Ich persönlich habe auch endgültig die Hoffnung verloren, dass von Melissa McCarty noch in irgendeiner Form ein guter Film in Zukunft folgt. Für 25 Millionen im Jahr kann man sich deutlich mehr erhoffen, als Witze über Gewicht oder Gags die ein Jugendlicher schreiben könnte.


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