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"Dolittle": Ein Robert Downey Jr. reicht für einen guten Film nicht aus! (REVIEW

Nach seiner Erfolgszeit beim MCU widmet sich Iron Man Darsteller Robert Downey Jr. anderen filmischen Werken. Knapp ein Jahr nachdem er beim bislang erfolgreichsten Film aller Zeiten (nach Einspielergebnis) teilhaben durfte, schlüpft er nun in die Rolle des ikonischen Tierarztes Dr. Dolittle. Doch reicht eine bekannte Persönlichkeit und ein gigantisches Budget von 175 Mio. aus, um einen unterhaltsamen Familienfilm zu inszenieren? 

Robert Downey Jr. ist der einzige Lichtblick im Cast

Kommen wir zunächst zu den positiven Aspekten des Films. Zweifellos ist einer davon Robert Downey Jr. selbst. Der Mann der das größte Filmfranchise der Geschichte mitbegründet hat. Klingt erstmal nach einer sicheren Nummer, oder? Das Gute daran, er selbst macht die Sache sehr gut und nimmt auch ein Großteil des Films für sich ein. Fast schon so sehr, dass sich für andere, nicht gerade unwichtige Figuren der Geschichte, kaum genügend Platz zum Entfalten findet. Nimmt man die vielen Tiere, die die Figur des introvertierten Dr. Dolittle umgeben, als Anhaltspunkt, kommt schnell heraus, dass sie lediglich die Sidekicks sind, sowie für den Witz im Film zuständig sind. Nun könnte man annehmen, dass bei so großen Namen (natürlich auf die Synchro bezogen) wie Tom Holland, Marion Cotillard, Rami Malek und Ralph Fiennes ordentliche Qualität dahinter steckt. Doch das trifft nicht zu. Sie verleihen den Tieren zwar nur ihre Stimmen, aber kaum einer von ihnen schafft es sich mit seiner Dialogbereitschaft in den Vordergrund zu spielen. Es sticht wirklich nur Robert Downey Jr. aus der Masse an tierischen Gefährten oder anderen menschlichen Figuren mühelos hervor. Dabei ist seine Filmfigur mit Sicherheit keine die man von Beginn an ins Herz schließen kann. Dr. Dolittle hat sich im Film von anderen Menschen distanziert und lebt auf seinem abgelegenen Anwesen zusammen mit den bereits genannten tierischen Gefährten. Jeder noch so kleinen Annährung seiner Spezies versucht er aus dem Weg zu gehen. Das ändert sich natürlich später, als er auf eine abenteuerliche Reise ausgesandt wird. Und die ist tatsächlich ziemlich öde.

Ein lauwarmes Abenteuer

Im Film muss sich der Tierarzt, der mit seinen Tieren sprechen kann, auf eine Reise zur Rettung der britischen Königin Queen Victoria (Jessie Buckley) begeben, die vergiftet wurde. Nach anfänglichem Widerstand, sagt er dem Auftrag zu, nachdem die Königstochter Lady Rose (Carmel Laniado) ihn dazu überreden konnte. Der Startpunkt der Reise wirkt schon ziemlich lahm. Ziel der Reise ist jene Insel, wo Dolittles Frau ums Leben kam. Jetzt könnte man vermuten das uns ein spannendes Abenteuer erwarten könnte. Aber Fehlalarm! Auf eine langweilige Schiffsreise folgt das Aufeinandertreffen auf den bösen Rassouli (Antonio Banderas). Allerdings ist nichts davon recht überzeugend, geschweige denn unterhaltsam. Da sticht lediglich etwas überdurchschnittliche Optik ins Bild, die aber nicht unbedingt eine entscheidende Auswirkung auf das Gesamtergebnis hat. Auf der Suche nach dem Heilmittel, welches die Queen retten soll, begibt sich Dolittle und seine Freunde zwar in einige Gefahrensituationen, aber am Ende verpuffen die meisten zu unbedeutenden Lückenfüllern. Selbst der angedeutete Kampf gegen den mächtigen Tiger Barry (gesprochen von Ralph Fiennes) verspricht nicht genügend Spaßfaktor. Dabei hätte genau dieser Zeitpunkt im Film noch das Ruder rumreisen können. Leider hat man jene Chance ungenutzt verstreichen lassen. Der Fortgang und Schlussakt des Abenteuers wird zudem bestimmt von überaus uncharmanten Zufällen, welche ihren Teil für ein mittelmäßiges Filmerlebnis beitragen. 

Dolittle Filmbild
Bild: Der Gorilla Chee-Chee und Dr. Dolittle (Robert Downey Jr.) auf ihrer Reise. | Universal Pictures

Wenig Witz selbst für Kids

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle ist, das erkennt man relativ schnell, ein Familienfilm Mit Fantasy-Touch. Andere Interpretationen des ikonischen Tierarztes waren seit jeher ein Werk für Kinder. Das Ursprungswerk (ein Kinderbuch) ist zum Veröffentlichungszeitpunkt des Films 100 Jahre alt geworden. Seitdem wurde das Buch insgesamt sieben Mal verfilmt und zudem eine eigene Zeichentrickserie in den 70ern produziert. Die bekannteste Adaption ist wohl die Version aus dem Jahr 1998 mit Eddie Murphy in der Hauptrolle. An den Humor dieses erfolgreichen Beispiels kommt die diesjährige Adaption nicht heran. Selbst für Kinder, wird der Film mit Sicherheit nur ein durchschnittliches Vergnügen darstellen und das soll schon etwas heißen. Er ist einfach gesagt, an den meisten Stellen, zu plump, zu albern und mit schwachen Gags gewürzt. Da kann man sich durchaus die Frage erlauben, wie man hierfür 175 Mio. US Dollar in der Produktion ausgeben konnte. Natürlich wird ein Großteil des Budgets für das CGI investiert worden sein. Aber dieses kann die Qualität auch nicht mehr zu Gunsten des Films verbessern. Es ist schon erstaunlich wie wenig man aus diesen gigantischen finanziellen Mitteln, wovon manche Filme nur träumen können, letztlich gemacht hat. Es ist schon fast erschreckend, wie das Geld hier zum Fenster rausgeworfen wurde. Da konnten weder ein ängstlicher Gorilla, ein Eisbär dem zu kalt ist und ein rachsüchtiges Eichhörnchens ihren Stempel so aufdrücken. Aus eben diesen Eigenschaften holt der Film ohnehin sehr wenig raus. Diese spielen zunächst eine Rolle, werden dann in entscheidenden Momenten (ausgenommen der Gorilla) aber nicht genutzt. 

Fazit:

Man hätte sich hiervon durchaus mehr erhoffen können. Viel Wind um nichts umschreibt es am Ende sehr gut. Der neue Dr. Dolittle, so begabt sein Schauspieler auch sein mag, und dessen filmisches Abenteuer ist gescheitert. Ein gigantisches Budget sorgt für einen DER großen Kinoflops des Jahres. Am Ende macht die Qualität den Unterschied. Es gibt wenig Gags die einen zum Lachen bringen und auch die "fantastische Reise" entpuppt sich als mittelmäßig bis langweilig. Nach dem Film steht nur eins fest: Robert Downey Jr. allein, reicht nicht für einen guten Film aus! Punkt!

MCG-Raiting

★★★★★★★

3.5 Punkte

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