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"DUNE": Sci-Fi Epos einer ganzen Generation! (REVIEW)

Da ist er endlich! Der Film auf den die meisten Filmfans dieses Jahr mit Spannung gewartet haben. Auch vor der Neuinterpretation DUNE hat die Corona-Pandemie nicht Halt gemacht. Der neue Sci-Fi Blockbuster von Denis Villeneuve wurde, wie so häufig seit 2019, gleich mehrmals verschoben. Jetzt, nach einem Jahr warten, ist er im Kino und einfach nur die pure Magie von Science Fiction!


Filminfos:

Netflix-Start: 16. September 2021

Laufzeit: 156 Minuten

FSK: 12

Genre: Science Fiction/Drama

 

Regie: Denis Villeneuve

Cast: Timothee Chalamet, Zendaya, Oscar Isaac, Rebecca Ferguson, Javier Bardem und Jason Momoa

Story:

Im Jahre 10191 entbrennt ein gigantischer Machtkampf um die Vorherrschaft über das Galaktische Imperium der Menschheit: Aus diesem Grunde schickt der kosmische Imperator Shaddam IV. Fürst Leto auf den unwirtlichen Wüstenplaneten Arrakis, wo monströse Sandwürmer leben, die eine mentale Droge - das Spice - produzieren. Doch Letos Sohn Paul wird mit Hilfe der Droge zum Erlöser und Befreier der unterdrückten Wüstenplaneten-Bewohner im Kampf gegen Shaddams Truppen.



"Dune": Das Sci-Fi Epos nach "Star Wars"!

Star Wars mit Dune zu vergleichen ist wie Äpfel und Birnen! Im Grunde gehören sie zur gleichen Gattung unterscheiden sich aber vor allem im Geschmack und der Form. Außerdem sollte man eins nicht außer Acht lassen: Dune bzw. seine Romanvorlage entstand noch vor Star Wars. 1965 wurde der Roman von Frank Herbert veröffentlicht und gilt noch heute als eines der besten, sowie auch als eines der erfolgreichsten, Werke der Science Fiction. Der Roman gilt zudem als Vorreiter und Inspiration für weitere Werke. Lange Zeit galt die Vorlage von Herbert als "unverfilmbar"! Mehrere Regisseure versuchten sich an einer Umsetzung. Arthur Jacobs, Alejandro Jodorowski und sogar Ridley Scott scheiterten bereits in Konzeption und Planung. Die bislang einzige filmische Adaption stammt von David Lynch aus 1984 und war letztlich ein gigantisches Fiasko. Seine abgespeckte Version des Originalromans kam auf 137 Minuten und fiel sowohl bei Kritikern, als auch an der Kinokasse durch. Der Mann der nun die Fäden zieht ist Denis Villeneuve, den man spätestens seit Arrival oder Blade Runner 2049 kennen sollte! Er gehört mittlerweile zu den größten Talenten auf dem Regiestuhl und mit Sicherheit der Hoffnungsträger für eine erfolgreiche Umsetzung dieses komplexen Werkes. Seine Idee: Der erste Band, der ohnehin schon sehr üppig und detailverliebt daherkommt, soll auf zwei Filme ausgedehnt werden. Ein Plan, den er allerdings erst noch umsetzen muss, denn grünes Licht für ein Sequel gibt es noch nicht. Dennoch entsteht bereits in den Anfangsminuten große Hoffnung, dass uns mit Dune eine fesselnde Geschichte in einer kunstfertigen und wunderschönen fiktiven Welt erwartet, von der wir am liebsten noch viele weitere Filme oder Serien sehen würden. Eben wie bei Star Wars, bei dem allerdings die ersten Ermüdungserscheinungen seit der Sequel-Trilogie ersichtlich waren. Diese märchenhafte Sci-Fi Welt scheint heutzutage nicht mehr den Anklang zu finden, wie sie das noch während der Originalreihe oder den Prequels aufgezeigt hatte. Die Menschen wollen etwas anderes sehen. Nicht mehr das klassische Gut-gegen-Böse, nicht dieses klischeehafte schwarz-weiß Denken und vor allem keine überschaubaren Stories, die man nach einer Viertelstunde bereits vollständig erörtern kann. Klar, Star Wars hat immer noch seine gewaltige Fanbase und wird uns noch eine Weile begleiten, doch seit Jahren geht der Trend eher in die Richtung von erwachseneren Themen wie Religion, Kultur und Politik, die vor allem in einem Werk wie Dune zu Genüge integriert sind. Jetzt muss das Ganze nur noch für den Mainstream zugänglich sein und diesen Schritt ist dem ersten Film definitiv gelungen! 

So viele Namen und keine Schwächen!

Bereits in der Besetzung steckt viel Kraft und Sorgfalt in der Auswahl. Ein Mischmasch aus bereits bekannten Namen und Talenten denen die Zukunft gehört. Allen voran geht natürlich die Hauptfigur Paul Atreides verkörpert von einem allseits überragenden Timothee Chalamet (Call Me By Your Name, Little Women & The King). Von diesem noch sehr jungen Schauspieler werden wir in Zukunft noch viel mehr hören und spätestens mit Dune ist er auch einem breiteren Publikum ein Begriff. Dies gilt bereits für den weiblichen Gegenpart Chani, gespielt von Zendaya, welche in Hollywood schon etliche Auftritte in Blockbustern hatte und u.a. schon ein fester Bestandteil im Marvel Cinematic Universe darstellt (Spider-Man Filme). Bereits diese beiden Schauspieler glänzen in ihren Rollen und trotzdem folgen unzählige weitere gute Perfomances von bereits etablierten Hollywood-Größen. Die mit Abstand beste in dieser Riege stammt von Oscar Isaac (Star Wars) als Herzog Leto und Vater von Paul, der eine absolut perfekte Darbietung einer Vaterfigur präsentiert und zeitgleich seine etwas unglücklichere Rolle im Star Wars Universum schnell vergessen lässt. An seiner Seite zu finden ist Rebecca Ferguson als Lady Jessica (Mutter von Paul), deren Performance nicht weniger auffällig und erstaunlich gut zur Geltung kommt. Ihre Nebenfigur wird zudem eine weitaus wichtigere Rolle zu Teil, als noch in der Romanvorlage. Ausschlaggebend dafür sei wohl Fergusons Ausstrahlung in eben dieser Rolle, was nahezu jeder Zuschauer nach dem Film nur bestätigen kann. Perfekt maßgeschneiderte Rollen gab es sowohl für Josh Brolin (Avengers: Endgame und Deadpool 2) als auch für Jason Momoa (Aquaman). Die beiden bekamen die kämpferischen Parts als Gurney Halleck und Duncan Idaho. Rollen die man quasi nicht besser hätte besetzt werden können, vor allem da sie sogar mit ein wenig Humor versehen sind. Trotzdem schlägt man auch mit diesen Figuren einen ernsteren Ton an, da praktisch alle in Pauls Umfeld auf ihre eigene Art eine Mentoren-Figur verkörpern. Weniger Screentime, aber dennoch nicht unsichtbar sind Javier Bardem (No Country For Old Man) als Fremen-Anführer Stilgar und Stellans Skarsgard (MCU) als hinterhältiger Baron Vladimir Harkonnen. Im Grunde sind das die beiden Scene Stealer des Films! Eigentlich kaum zu sehen, aber wenn sie in einer Szene auftreten, glänzen sie alleine durch ihr Erscheinung oder nur wenigen Worten. Vermutlich werden diese beiden Rollen noch eine wesentlich größere Bedeutung in einer möglichen Fortsetzung erhalten. In der Besetzung hat man nicht falsch gemacht und praktisch jede noch so kleine Nebenrolle hat ihre Aufgabe gemeistert. Allein dafür lohnt es sich schon ins Kino zu gehen!

Dune Wallpaper
Bild: Die Besetzung rund um Timothe Chalamet (mitte) liefert in "Dune" eine unglaubliche Perfomance ab! | Warner Bros.

Visuell genial mit intensivem Sound

Die Welt von Dune muss mit großen Bildern in Szene gesetzt werden! Das stand quasi niemals zur Debatte. Wer ohne visuell beeindruckende Bilder einen Film dieser Größenordnung auf die Leinwand bringt, hat den Kern der Vorlage nicht verstanden. Doch das hat diese Vorlage auch für so eine lange Zeit schwer umsetzbar gemacht. Der Neuverfilmung ist das aber sowas von gelungen. Zu verdanken ist das vor allem Greig Fraser, der bereits die fantastischen Bilder zu The Mandalorian und Rogue One im Star Wars Universum lieferte. Hier übertrifft er sich noch einmal selbst und präsentiert uns abwechslungsreiche Sets aus verschiedenen Welten, die in Dune als Form eines galaktischen Imperiums dargestellt werden. Im Mittelpunkt stehen der namensgebende Wüstenplanet Arrakis, die Heimat von Haus Atreides Caladan und der Sitz der Harkonnen auf Giedi Prime. Alle Planeten sind mit viel Fantasie aufbereitet und natürlich auch auf die klassischen Rollen zwischen den Protagonisten (Haus Atreides) und den Antagonisten (Haus Harkonne) abgestimmt. Diese fiktive Welt ist wie geschaffen für die große Leinwand und gehört wohl mit Abstand in diesem Jahr zu den besten Szenenbild in 2021. Das sind zum Teil äußerst kraftvolle und gigantische Bilder, die dem Zuschauer hier vorgeführt werden. Und vergessen wir mal nicht, dass mit den Sandwürmen ebenso gewaltige Bilder auf euch warten, wenn ihr Dune anschaut.

Was technisch betrachtet den Film abrundet, ist dessen Sound, sowie einzelne Musikstücke. Hierfür ließ Hans Zimmer sogar das Angebot von Christopher Nolans Tenet sausen, um unbedingt an diesem Projekt teilzuhaben. Und das kann man versprechen: Er weiß wie man den Zuschauer in den Bann eines Filmes zieht. Der Sound drückt einen förmlich in den Kinositz und kann sogar den Einsatz eines schottischen Dudelsacks in den Film integrieren, der handlungstechnisch im fiktiven Jahr 10.191 spielt, ohne das es altertümlich oder kreativlos klingt. Was Kamera, Szenenbild, visuelle Effekte und Sound anbelangt ist Dune ganz klar die Nummer 1 in diesem Jahr. Etwas besseres wird man bis 2022 nicht mehr auf der großen Leinwand finden! Fakt!

In der Ruhe liegt die Kraft!

Wer Denis Villeneuve kennt und vielleicht auch sogar seine Filme wie Blade Runner 2049 oder Arrival feiert, weiß worauf man sich dabei einlässt. Es ist nicht das Action-Spektakel, dass dir keine Ruhepause gönnt, sondern eher das komplette Gegenteil. Was nicht heißen soll, dass Dune sich langatmig und spektakulär in die länge zieht. Es ist irgendwie das Markenzeichen des 54-jährigen Kanadiers, die den Weg seiner Karriere ebnete. Die Action kommt dabei ebenso wenig zu kurz, wie die großen Bilder. Sie ist anders, als bei anderen Filmen aus der Science Fiction. Nicht austauschbar, aber auch nicht zurückhaltend. In mehr als zweieinhalb Stunden wird einfach fantastisch gut unterhalten und das trotz der eher behäbigen Geschichte. Das Problem, welches man sich hier stellen musste, ist ein Roman der für viele Kritiker als praktisch "unverfilmbar" galt. Kaum auszumalen, wie man die doch komplexe und teilweise äußerst religiös angehauchte Story von Der Wüstenplanet gebührend auf die Leinwand zaubert. Doch mit Villeneuve war schon ein nahezu perfekter Mann hinter der Kamera gefunden. Denn um die komplette Struktur dieses Universum detailreich erzählen zu können, brauch es Zeit. Zeit, um uns die Welt von Arrakis zu erklärten und im gleichen Atemzug von ihren Bewohnern, den Fremen, als auch von ihren Widersachern den Harkonnen. Alles wichtige Elemente, die einen kurzweiligen Film nicht zu lassen. Daher war es eigentlich unumgänglich den gewaltigen ersten Roman, film technisch betrachtet, aufzuteilen in zwei Filme. Denn bereits von Sekunde eins an ist klar, Dune wird ein (aktuell zumindest) Zweiteiler! Villeneuve selbst hatte bislang noch keine Chance einen Film fortsetzen. Zumeist waren es wunderbare Einzelfilme, die abgeschlossen sind, oder wie zuletzt bei Blade Runner 2049 leider ein riesiger Kinoflop. Bei seinem wohl größten Projekt will man es im so sehr wünschen, dass es von Erfolg gekrönt ist. Denn man merkt zum Einen wie sehr ihm der Roman am Herzen liegt und das es ihm absolut gelungen ist, dass Dune-Universum für den Mainstream salonfähig macht. Der Film hat wahnsinnig facettenreich, wirkt nicht gequetscht oder gar langweilig. Er hat seine ruhige Phasen, aber auch seine intensiven Momente, die unter die Haut gehen. Der einzige Haken ist und bleibt, dass sich dieser erste Film noch ein wenig unvollendet anfühlt. Es fehlt dieser eine finale Moment, der ihn für ein geniales Meisterwerk fehlt. Und trotzdem will man nach diesem Kinoerlebnis mehr sein. Mehr von diesen Charakteren, mehr von diesen Bilden und mehr von diesem Universum!


Fazit:

Dune ist Sci-Fi pur. Große, gewaltige und einnehmende Bilder einer Welt, in die man immer wieder eintauchen möchte. Genau diesen Punkt muss ein Film dieses Genre bedienen. Und von vorne bis hinten stimmt praktisch alles. Interessante Charaktere, vor allem die Schlüsselfiguren, intensive Momente und visuelle Effekte die einem den Atem rauben. Und auch wenn Dune - Part One von Denis Villeneuve an sich noch nicht abgeschlossen ist, so ist er vermutlich eines: Der beste Film in 2021 und (womöglich) der Sci-Fi Epos unserer Generation!

MCG-Raiting

★★★★★★★★★

9.5 Punkte



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