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7 Filme aus 2019 die deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten!

2019 war ein sehr gutes Jahr. Besonders gut lief es für Disney-Filme. Sieben Stück spielten in 2019 mehr als eine Milliarde an den Kinokassen ein. Doch es gibt auch eine Vielzahl an Filmen, die bei weitem nicht so starke Einspielergebnisse erzielen konnten, und das obwohl sie qualitativ teilweise sogar besser sind. 

 

Diese Liste beinhaltet Filme, die in 2019 in den Kinos starteten (wir gehen hier vom wichtigeren US-Start aus) und meiner Meinung nach deutlich weniger Aufmerksamkeit dort bekommen haben, als sie verdient hätten, im Hinblick auf deren Einspielergebnis und dessen filmische Qualität. Denn oftmals scheinen selbst große Lobeshymnen zu den Filmen relativ wenig zu bewirken. 


Nr. 1 - Rocketman

Spätestens mit Bohemian Rhapsody sind Musiker-Biopics wieder absolut im Trend. Da war es auch wenig verwunderlich, als ein Film über den erfolgreichsten britischen Solokünstler Elton John. Der Statistik zu Folge sogar um einiges erfolgreicher als Queen! Dennoch sollte das Biopic nicht einmal im Ansatz so gut im Kino performen, als die Rockband um Freddie Mercury in ihrem Biopic! Mit 40 Mio. US Dollar Budget spielte man am Ende zwar knapp das fünffache davon ein, aber für die dramatische Erzählweise und einem überaus grandiosen Taron Egerton, der alle Songs des Meisters sogar selbst für den Film gesungen hat, definitiv zu wenig. Auch ein Oscar für als "Bester Song" änderte an einem ziemlich lauen Einspielergebnis wenig. Und auch wenn der Film für sich spricht und  die Dollar-Zeichen mal außer Acht liese, hätte man auch im Hinblick auf die Popularität von Elton John hoffen können, dass sich deutlich mehr Zuschauer in den Kinos versammeln. Viele Songs des Briten sind, ähnlich wie bei Queen, noch immer bekannte Ohrwürmer.

 

MCG-Wertung: 8.5/10

Box Office: 196 Mio. US Dollar



Nr. 2 - Jojo Rabbit

Er schlug große Wellen und dann letztlich doch nicht. Jojo Rabbit sollte Taika Waitits großer Triumph werden. Nachdem er schon dem Donnergott aus dem MCU zu neuem Glanz verhalf, sollte nun wieder eine Satire die Kinobesucher gleichzeitig unterhalten und schockieren. Waitits neuer Film wurde für sechs Oscars nominiert, von denen er immerhin einen mit nach Hause nehmen konnte. Leider verhalf auch nicht der prominente Cast und teilweise sehr überschwängliche Kritiken nicht zu einem Erfolg an den Kinokassen. Das satirische Projekt hatte zwar ein relativ kleines Budget, war aber auch kein Hit, zumindest was das Einspielergebnis angeht. Und das obwohl der Film viel Drama und schwarzen Humor beinhaltet, gepaar mit kindlicher Naiivität und darüber hinaus eine der besten Perfomances von Scarlett Johansson. Zudem haben wir hier mit Roman Griffin Davis als Jojo ein riesiges Talent entdeckt, dass mit seinen dreizehn Jahren mit dieser Rolle bereits für einen Golden Globe nominiert wurde. Der Stoff der Geschichte schien aber außerhalb der USA, sowie in einigen europäischen Märkten nicht wirklich jemand zu begeistern.

 

MCG-Wertung: 8.5/10

Box Office: 90 Mio. US Dollar



Nr. 3 - Fighting With My Family

Es ist die perfekte Underdog-Geschichte. Zumindest wenn es um Filme rund ums Wrestling geht. Natürlich ist das eine ganz andere Kategorie, wie andere Sportfilme, weil es lediglich nur reine "Show" ist. Dennoch erzählt Fighting With My Family eine nicht weniger interessante Geschichte einer Wrestling begeisterten Familie und einer jungen Frau, die später als "Paige" in der WWE große Berühmtheit erlangen wird. Gespielt wird die aufstrebende Diva im Film von einer sehr starken Florence Pugh, die im vergangen Jahr ihre Karriere den entscheidenden Push gegeben hat. Fighting With My Family hat daran einen nicht unwesentlichen Beitrag geliefert. Denn nach dieser folgten für die Britin weitere große Rollen in Ari Asters Midsommar und der Oscar prämierte Little Women. In diesem Jahr wird sie zudem auch im neuen MCU-Film Black Widow zu sehen sein. Das eher etwas klein produzierte Wrestling-Biopic war, trotz der Vielzahl an Fans der WWE, nicht wirklich ein Kassenschlager, spielte aber immerhin das Vierfache seines Budgets ein. Ein großer Impact durch den Streifen, blieb trotz dessen guter Qualität, dennoch weitestgehend aus. Ganz besonders in Deutschland wo fast kaum jemand den Film im Kino gesehen hat.

 

MCG-Wertung: 7.5/10

Box Office: 41 Mio. US Dollar



Nr. 4 - Ad Astra

Bei Ad Astra tat es mir besonders leid, zu wissen, dass der Film auf der großen Leinwand scheitern wird. Leider war das von vorne rein schon nicht abzuwenden. Die Science Fiction wird heutzutage anders wahrgenommen, als noch vor zehn Jahren. Da kommt dieses melancholische und ruhiges Weltraum-Abenteuer mit Ausnahme-Schauspieler Brad Pitt wohl mit einigen Jahren Verspätung in die Kinos. Bei knapp 100 Mio. Budget hat der Film dann doch ordentlich miese gemacht. Schade eigentlich, denn sieht man diese Weltraum-Odysee auf der großen Leinwand sieht sie um einiges brillanter aus, als sie je im Heimkino könnte. Alleine der Score zum Film lädt schon beinahe zum Träumen ein. Es mag zwar nicht Interstellar sein, aber Brad Pitt alleine und seine Verkörperung eines fast schon humorlosen und gefühlskalten Astronauten, der im Weltraum wieder zu sich selbst findet, ist die Sichtung des Films schon wert. Dabei stellt Ad Astra unter anderem noch sehr existenzielle Fragen wie "Sind wir alleine im Weltraum?" oder "Was macht ein Weltraum-Trip mit der menschlichen Psyche?".

 

MCG-Wertung: 7.5/10

Box Office: 132 Mio. US Dollar



Nr. 5 - Just Mercy

Es bleibt für immer eine der Hintergrundgeschichten der USA: Der Clash zwischen Schwarz und Weiß! Auch das Gerichtsdrama Just Mercy erzählt wiedermal eine herzzereisende Geschichte, die mit einer großen Portion Ungerechtigkeit eine wahre Begebenheit zu Tage bringt. Walter McMillian sitzt seit Jahren für eine Tat im Todestrakt, die er nicht begangen hat. Es geht um den Kampf, diesen unschuldigen Mann endlich wieder seine ihm ausstehende Freiheit wieder zu schenken. Der Film hinterfragt ganz offen das Rechtssystem der USA und hinterlässt seine Zuschauer mit Wut und Mitleid gegenüber Menschen, die teilweise heute noch zu Unrecht bestraft werden. Ein hervorragender Cast rundet diese berührende Story großartig ab. Vor allem Jamie Foxx tut sich hier wieder hervor, nachdem er in den letzten Jahre häufiger mit seinen Rollen eher ins Fettnäpfchen getreten ist. Just Mercy konnte gerade noch so seine Ausgaben wieder reinholen. Dabei sollte das Drama vor allem die Amerikaner im großen Stil wach rütteln. In Europa war der Film nur kurz zu sehen, da er dort einen verspäteten Start bekam und dieser auch mitten in die Coronakrise reinsteuerte. 

 

MCG-Wertung: 8.5/10

Box Office: 50 Mio. US Dollar



Nr. 6 - Midsommar

Ari Aster gehört momentan wohl zu den aufstrebendsten Regisseure seiner Zeit. Er schuf den wohl besten Horrorschocker der letzten Jahre (Hereditary) und hatte mit Mystery-Thriller Midsommar einen der kontroversesten Filme des Jahres kreeirt. Und tatsächlich schien das so vielen Kritikern, v.a. welche die ihren Content auf Youtube veröffentlichen, so sehr zu imponieren, dass Midsommar in nahezu jedem Jahresrückblick auftaucht. Und das zumeist sogar unter den Top 10 von 2019. Hinzu kommt ein talentierter Cast rund um Florence Pugh und Jack Reynor. Trotz der großen Befürwortung des Films seitens viele Filmkritiker schien der Stoff für die große Leinwand nicht so ganz tauglich gewesen zu sein. In Europa kaum gesehen und im heimischen Schweden (wo der Film produziert wurde) gerade einmal volle zwei Wochen in den Kinos zu sehen. Versteht mich nicht falsch: Die 47 Mio. US Dollar die der Film einspielte sind natürlich kein schlechtes Ergebnis und dennoch würde es vermutlich alle (Zuschauer, wie auch Künstler) freuen, wenn auch die verhältnismäßig kleineren Streifen noch etwas mehr Beachtung erhalten. Solche Überraschungshit brauchen wir einfach neben der Disney-Vormacht und den vielen High-Budget Franchises, bevor sie ganz von der Kinolandschaft verschwinden!

 

MCG-Wertung: ?/10

Box Office: 47 Mio. US Dollar



Nr. 7 - Shazam!

Zufällig Superheld: Shazam! ist ein noch recht neuer, auf der Leinwand etablierter Superheld von DC. Er reiht sich ein in eine elitere Reihe von Superhelden: Superman, Batman, Aquaman, Flash, Cyborg und Wonder Woman. Im nun angesiedelten DCEU, dass ohnehin von vielen Baustellen geplagt ist, findet dieser neue und vor allem sehr junge Held seinen Platz. Shazam! ist der nunmehr siebte Teil dieser Reihe, die nach wie vor, auf seine eigene Art, versucht ein Universum wie das MCU aufzubauen. Leider nur mit geringem Erfolg bisland. Shazam! allerdings gehört zu den besseren Ablegern dieser Reihe. Man ginge auch nicht zu weit, wenn man behauptet, dass dieser neue Held tatsächlich die Abwechslung für das angeknackste Franchise ist, die es braucht. Lustig, charmant, nicht (so) übertrieben und teilweise auch selbstironisch. All die Eigenschaften die man bei den meisten DCEU-Filme vermisst. Und auch wenn knapp 400 Mio. US Dollar zu Buche stehen, ist es für das DCEU trotzdem weit unter dem Durchschnitt. Der Film kam zwar mit einem deutlich geringerem Budget, als die Vorgänger daher, hatte aber eine gänzlich andere Wachablösung für das Franchise sein können, wenn er deutlich mehr die Kassen hätte klingeln lassen. Aber immerhin wurde eine Fortsetzung zu diesem gelungen Superheld bereits bestätigt!

 

MCG-Wertung: 7.5/10

Box Office: 366 Mio. US Dollar



Jetzt seid ihr gefragt:

 

Habt ihr diese Filme gesehen? Seit ihr ebenfalls meiner Meinung oder gibt es Filme auf der Liste, die eventuell sogar weniger Aufmerksamkeit verdient hätten? Kennt ihr vielleicht auch ein paar weitere Filme, die deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten? Schreibt es in die Kommentare.


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