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"Godzilla 2: King Of The Monsters": Wenn die Menschen einfach nur nerven! (REVIEW)

2014 führte uns Gareth Edwards zurück in die Geschichte des gigantischen Urzeitmonsters Godzilla. Ob geplant oder dann doch eher zufällig mauserte sich die Neuinterpretation zu einem eigenen Filmuniversum. Für einen eher mittelmäßigen Hype, dass Godzilla wohl in naher Zukunft auf King Kong treffen wird, war der Auftakt der Reihe mit Godzilla nur äußerst ernüchternd gestartet. Mit Teil zwei will man die "Riesenechse" weiter in den Vordergrund rücken als in 2014, doch das geht mit enormen Problemen mit dem Storytelling einher.

Völlig verdrehte Motive und langweiliges Familiendrama

Das Kampf der Titanen, mit der Godzilla 2: King Of The Monsters so groß beworben wurde, so apokalyptische Ausmaße annimmt, war eigentlich keine Überraschung. Auf der Leinwand kämpfen unter anderem Publikumsliebling Godzilla und sein Alpha-Rivale King Ghidorah um die Herrschaft. Was aber Abseits des Kampfes stattfindet ist einfach ausgedrückt nur schlecht. Denn um den Kampf der Titanen erst auszulösen, braucht es innerhalb der Geschichte zunächst ein kaum nachvollziehbares Motiv einer "Terrororganisation", die durch die Auslösung eines solchen überdimensional großen Gladiatorenkampfes von Monstern, die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen will. Schon irgendwie schräg oder? Um die Menschheit zu retten, lässt man wild gewordene Bestien auf diese los. Betrachtet man diese völlig verdrehte Logik, so bleiben nachhaltig so viele Fragezeichen übrig, die es eigentlich nicht benötigt. Hinzu kommt das wahnsinnig öde Familiendrama der Russels. Hier machen weder Vera Farmiga, noch Kyle Chandler eine gut Figur. Lediglich Stranger Things Star Millie Bobbie Brown scheint sich passend in die Geschichte einzufügen. Und genau dieses Familiendrama ist es, welches die Story auch am besten beschreibt: Die Handlungen der Menschen sind so vorhersehbar, wie sie auch an manchen Stellen äußerst dämlich sind. 

 

Titanenkämpfe in höchster Bildgewalt

Sobald das menschliche Dilemma in der Geschichte mal in den Hintergrund rückt, und Godzilla die Kampfhandlungen beginnt, kommen die Stärken von Godzilla 2: King Of The Monsters zum Vorschein. Der Kampf der Titanen sah nie zuvor größer, epischer und Effekte technisch so stark aus. Godzilla hat eine lange filmische Karriere hinter sich. Mit einigen kleineren Höhen und vielen Tiefen. Und in der neusten Interpretation ist dieser Kampf wirklich auf absoluten Hochglanz poliert. Mit wenigen Ausnahmen sehen die Monster, dieses mal werden 17 genannt (aber oftmals nur kurz gezeigt), optisch sehr beeindruckend aus. Hin und wieder etwas over the Top, aber die Hauptprotagonisten Godzilla, King Ghidorah, Mothra und Rodan hätte man nicht besser treffen können. Zumal sich die Macher auch enorm stark an der Kritik des vorherigen Teils orientiert haben und endlich das präsentieren wofür ein Godzilla Film steht: Die bombastischen Kämpfe! Die Action ist Bildgewalt pur und die Trailer halten diese Versprechen zum Großteil auch ein. Blendet man also den absurden menschlichen Part aus, ist der Film im Grunde ein komplett anderer. Ein Film bei dem sich das zuletzt sehr stark diskutierte 3D zur Abwechslung mal wieder lohnt.

Bild: Rodan auf Verfolgungsjagd mit Jets. | © 2000-2018 Warner Bros.

Die Menschen nerven einfach nur

Im ersten Abschnitt wurde es bereits deutlich erwähnt: Die Menschen nerven einfach nur. Selbst die einzigen Bindeglinder zum ersten Teil Sally Hawkins und Ken Watanabe als Wissenschaftler des Unternehmen Monarch vermögen es nicht etwas qualitätsvolles zur Story beizutragen. Lediglich Game Of Thrones Star Charles Dance, der den Gegenpart verkörpert, bietet einen Hauch von Charisma an. Selbst wenn die Herangehensweise seiner Gruppe, wie bereits erwähnt, fernab jeglichen logischen Verständnis ist, gelingt es ihm in seiner Rolle eine sehr ernste Seite aufzuziehen. Dem gegenüber stehen jedoch auch wieder sehr jämmerliche Charakter-Darbietungen von Bradley Whitford und Thomas Middleditch (im Film ebenfalls Wissenschaftler von Monarch), die überhaupt keinen passenden Satz aus ihren Mündern von sich geben können. Und selbst O´Shea Jackson Jr. (Sohn von Ice Cube) als locker wirkender Soldat verfehlt mit seinen Sprüchen jede Art von Humor. Trotz alledem kann man ein paar mal lachen. Das liegt jedoch nur an den vielen menschlichen sinnlosen Maßnahmen, welche es hier zu Genüge gibt.

 

Wir wollen noch mehr Godzilla

Trotz dem relativ dünnen Storytelling, bleibt eine Schlussfolgerung nach dem Film hängen. Wir wollen jetzt noch mehr von Gozilla. Vielleicht gerade weil die Menschen im Film so eindimensional dargestellt werden, ist es für mögliche Fortsetzungen umso wichtiger den Fanliebling weiter in den Vordergrund zu stellen. Sobald sich Godzilla dem ebenbürtig, zu Anfang übermächtigen King Ghidorah entgegenstellt ist beste Unterhaltung vorprogrammiert. Doch auch Kämpfe wie Mothra vs. Rodan, Rodan vs. Ghidorah oder Mothra vs. Ghidorah sind visuell so gigantisch, dass es hier fast keinerlei Grund zum meckern gibt. Die Monster-Action ist so phänomenal, dass man schnell außer Acht lässt, dass diese Kreaturen im Vergleich zu ihren menschlichen Gegenspielern um einiges geistreicher agieren (und ist schon komisch genug). Ein King Ghidorah ist nicht nur eine sehr imposante und monströse Darbietung, sondern einer der intelligentesten (ja, das klingt im ersten Augenblick komisch) Rivalen denen sich Godzilla stellen musste. Er allein, ist schon eine herbe Verbesserung zu den langweiligen Mutos aus dem ersten Teil. Hinzu kommt dieses mal die verbündete Mothra, die in diesem Film, zwar das kleinste Monster ist, aber für einen wichtigen Schlüsselpunkt verantwortlich ist. Was die Monster angeht, kann man bei King Of The Monsters einfach nur ins Schwärmen kommen, weshalb wir in Zukunft einfach noch mehr von ihnen sehen wollen. Mehr davon und noch mehr von Godzilla und wir haben nicht nur eine gigantische Schlacht, sondern auch einen etwas solideren Hollywood-Blockbuster, der auch die Kritiker wieder überzeugen kann!

 

Bild: Ghidorah in Mitten von seiner Blitzshow und  Verwüstung. | © 2000-2018 Warner Bros.

Fazit:

Ja, man kann hier durchaus skeptisch ins Kino und auch wieder heraus kommen. Denn letztlich bietet die Geschichte, wie in Teil eins nur wenig Substanz, geschweige denn Logik. Auch wenn das selbstverständlich nicht das Hauptaugenmerk ist, nerven die Menschen mit den völlig abstrusen und überspitzen Handlungen, die den Kampf der Titanen auslösen. Abseits davon allerdings ist dieser Kampf ein visueller Höhepunkt aller Godzilla Filme. Nachdem die Action losgeht können wir alle menschlichen Parts im Film sehr gut ausblenden. Und visuell ist King Of The Monsters tatsächlich so gigantisch, dass sich sogar das sonst so unnütze 3D wieder gut anfühlt. Dennoch vermag diese Fortsetzung, trotz des eingehaltenen Versprechens mehr von Godzilla zu zeigen, am Ende nur geringfügig besser zu sein, als sein Original aus 2014. Schade, da wäre definitiv mehr drin gewesen.

MCG-Raiting

★★★★★

6.0 Punkte

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