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"Holidate": Eine RomCom für praktisch jeden Feiertag! (REVIEW)

Netflix kann sich nicht unbedingt mit qualitativ guten Komödien rühmen. In jüngerer Vergangenheit sind diese fast ausnahmslos gescheitert. Holidate sah zunächst auch genau nach so einem Film aus, war aber am Ende genau das Gegenteil davon! Emma Robert und Luke Bracey haben ihren Teil als merkwürdiges Liebespaar dazu beigetragen.

Holidate Filmbild
Bild: Gute Laute garantiert. Sloane (Emma Roberts) und Jackson (Luke Bracey) bei einer Party. | Netflix

Für Singles und (fast) jeden Feiertag

Der Marketing-Gag hinter Holidate steckt bereits in seinem eigentlich eher uninspirierten Filmtitel. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass dieser nicht weniger einfallsreich ist, wie bei anderen Komödien oder RomComs. Der Titel setzt sich aus den Wörtern "Holiday" (dt: Feiertag) und "Date" zusammen. Ob der Film selbst damit nun auch eine neue Wortbedeutung etablieren wird ist gar nicht mal so unwahrscheinlich. Denn das Netflix-Original hat, im Zeitalter zahlloser Partnervermittlungs-Apps, eine fiktive Geschichte die sich vor allem an die Singles richtet. Natürlich bleibt Holidate im Rahmen seiner Möglichkeiten als RomCom. Es wird selbstverständlich nichts vollkommen neues für die Zuschauer serviert. Deswegen lässt sich darüber streiten, ob die Story selbst doch etwas zu durchschnittlich ist und der Humor an einigen Stellen doch eher zu wünschen übrig lässt. Was der Film aber außerordentlich clever macht, ist die Tatsache, dass er sich nicht nur auf einen Feiertag (wie bspw. Weihnachten) beschränkt. Es geht dabei um so wichtige (US-)Feiertage wie Thanksgiving, Halloween, Silvester, Valentinstag, Weihnachten und sogar Ostern. Selbst wenn einige dieser Feiertage im Film nicht wirklich viel Bedeutung inne wohnt, so ist Holidate für praktisch jeden dieser Festtage eine Sichtung wert. Ein Riesenvorteil, welche nicht jede RomCom zu bieten hat. Natürlich will man aber vor allem, kurz vor Jahresende, gerade an den besinnlichen Feiertagen an Weihnachten die Zuschauer abgreifen. 

Ungleich aber sympathisch

Einfach aber ordentlich. Manchmal lohnt es sich nach Schema F vorzugehen. Holidate ist da kein Beispiel, welches aus der Menge heraus hebt. Was der Film aber zweifellos geschafft hat, sind zwei sympathische Singles mit ungleichen Charakteren aufeinandertreffen zu lassen. Zu Beginn ist es wie so oft: Zwei Singles sind einer festen Bindung abgeneigt, aber es entstehen, wie für gewöhnlich bei Romcoms, schnell Gefühle, wenn die selbst erklärten beziehungsunfähigen Menschen sich öfters über den Weg laufen. Das tun sie hier zwangsläufig sowieso, da sie sich gemäß der Story wirklich an jedem Feiertag als Liebespaar ausgeben, da Sloane (Emma Roberts) den Mitleidsbekundungen ihrer Familie entgegen wirken will, mit einer Art Fake-Beziehung. Bereitwillig aber auch skeptisch geht Jackson (Luke Bracey) diese eigenartige Verbindung, genannt Holidate, ein, sodass sich schlussendlich auch eine Freundschaft entwickelt. Zählt man eins und eins zusammen weiß man genau worauf die Komödie am Ende zusteuert. Dennoch kann man nicht leugnen, dass viele ihrer Dates enorm viel Unterhaltung bieten. Zwar spielen viel Alkohol und andere merkwürdige Nebenfiguren ebenfalls eine Rolle, schmälern aber dessen Unterhaltungswert am Ende nur gering. Ab einem gewissen Punkt in der Geschichte wachsen einem beide Hauptfiguren tatsächlich so ans Herz, dass man auch hofft, das die beiden sich ihrer wahren Gefühle endlich bewusst werden. Der Weg dahin ist selbstredend auch mit vielen typischen Klischees bestückt.

Holidate Filmbild
Bild: Nicht nur für einen Feiertag gedacht. "Holidate" ist auch ideal über Weihnachten hinaus. | Netflix

Mittelklassige Komödie

Es mag zwar sein, dass man nach der Vorschau zum Film zunächst von einer lauwarmen Eintagsfliege ausgehen mag. Dafür ist Holidate aber schlichtweg zu gut, um diesen Stempel aufgedrückt zu bekommen. Trotzdem wünscht man sich an manchen Stellen ein wenig mehr, als nur hervorgerufenes Chaos und kindliche Gags. Dennoch machen Emma Roberts und Luke Bracey als Fake-Liebespaar ihre Sache an sich nicht schlecht und sorgen bei dem ein oder anderen verrückten Moment für extrem gute Laune. Und genau das zählt am Ende! Humor der nicht zu drunter, aber auch nicht zu drüber ist. Klar, es könnte mehr sein, aber auf Gesamtsicht ist das Endresultat für eine Komödie mehr als nur seichter Durchschnitt. Leicht über diesen Schnitt wenn man es noch besser erläutern will. Ein Film für Zwischendurch, der in seiner eigenartigen Situation nicht komplett ins absurde abdriftet. Und Holidate weiß auch damit umzugehen, wie alle anderen beinhaltenden Lovestories in angenehmen Rahmen aufgelöst werden. Hier kommt es dann zu einem gewissen Wendepunkt in der Geschichte, bei dem auch dieser Netflix Film den Hang zur Übertriebenheit sucht. Ein Merkmal welches für RomComs mittlerweile keine Besonderheit mehr darstellt. Alles in allem ein Konzept, was bei passenden Eigenschafen wie einer guten Chemie zwischen den Hauptfiguren, akzeptieren kann. Und entgegen mancher Erwartung trifft das bei Holidate überraschenderweise zu.

Fazit:

Man kann durchaus behaupten, dass Holidate eine ordentliche Komödie für die Feiertage ist. Ein Film, der einen Feiertag zum Ansatz nimmt, sich aber nicht auf nur einen speziellen Feiertag beschränkt. Ein Marketing-Move so genial, wie auch erfolgsbringend für die Zukunft. Dabei sei aber gesagt, dass dieses Netflix-Original nicht unbedingt die RomComs neu erfindet. Vieles bleibt so wie man es schon kennt und gesehen hat, nur vielleicht etwas auf die aktuelle Zeit angepasst und mit einem sympathischen Pärchen. Er spricht dazu vor allem zu Beginn die Singles an und bleibt über 100 Minuten durchgehend unterhaltsam, trotz einiger Klischees und Abkürzungen.

MCG-Raiting

★★★★★★★★

6.0 Punkte

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