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"Jumanji: The Next Level": Das Abenteuerspiel benötigt eine Pause-Taste! (REVIEW)

Jumanji wurde 2017 zurück ins Leben gerufen. Der überaus erfolgreiche Abenteuerhit mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle spielte damals fast eine Milliarde an den Kinokassen ein. Natürlich ist die Idee zu einer Fortsetzung dadurch eigentlich schon reine Formsache. Nun kehrt das Star-Ensemble mit einem neuen Abenteuer zurück. Lohnt sich eine weitere Reise nach Jumanji überhaupt noch?

"Jumanji: The Next Level" hat nicht mehr die Frische seines Vorgängers

Der nunmehr dritte Teil des zum Leben erweckten Spiels (mittlerweile ein Videospiel statt dem Brettspiel aus dem Original aus 1995) beschäftigt sich dieses mal mit einem Fehler im System. Gewisse Dinge, wie die Auswahl der Charaktere (sieht man auch bereits im Trailer, daher kein Spoiler) sind in der aktuellen Story nicht mehr gewährleistet. Doch das erste relevante Problem, welches der aktuelle Teil mit sich bringt, ist ein sehr simples: Diese Art von Abenteuer bringen keinerlei frischen Wind für das Kino. In 2017 mit Welcome To The Jungle funktionierte dies noch wunderbar. Nun wird auch diese Idee für Sequels missbraucht, die wir so, nicht zwingend auf der Leinwand benötigen. Das liegt aber nicht vorwiegend am Cast, auf den wir hier gleich nochmal im Detail zu sprechen kommen, sondern vielmehr am Grundgedanken des Abenteuers. Denn das wir gerne in Avatare schlüpfen, ist heutzutage, wenn man gerade auch mal in Richtung Gaming denkt, fast schon Alltag in beinahe jedem Haushalt. Teil eins mag noch diesen Punkt relativ lustig und abwechslungsreich eingefangen haben. In der aktuellen Fortsetzung sehen viele Szenen doch eher nach einer übergroßen Wiederholung des bisherigen Stoffes aus. Einziger Unterschied, und das ist wahrlich kein Argument für eine neue und frische Richtung dieser Reihe, sind andere Schauplätze. Das reicht aber nicht aus für ein abwechslungsreiches Abenteuer. Hinzu kommt, dass der Beginn der Reise in diesem Teil einem Ereignis geschuldet ist, welches zweigellos in die Kategorie "Dummheit" fällt.

Ein guter Cast der nicht glänzen kann

Was kann man noch zum Cast sagen? Dwayne Johnson, Kevin Hart, Jack Black, Karen Gillan und einige mehr. Neben den Darstellern vom Vorgänger kamen auch noch drei Neuzugänge dazu, die ebenfalls im Jumanji-Spielgeschehen mitwirken: Danny De Vito, Donald Glover und Awkwafina. Besonders das Quartett rund um Johnson wurde bereits 2017 gelobt und trug zum Erfolg des Films bei. Natürlich prägen auch genau diese den Haupt-Plot des Films. Doch im aktuellen Sequel schien schlichtweg die Luft irgendwie raus zu sein. Vielleicht die Hälfte aller Gags funktionieren noch. Und gerade hiermit steht und fällt so eine Abenteuerkomödie. Denn wenn dieser Faktor nicht das in den Zuschauern hervorrufen kann was es soll, nämlich eine sehr unterhaltsame Zeit im Kino zu gewährleisten, dann ist er im Grunde schon zum Scheitern verurteilt. Aber da sind auch die Neuzugänge die, hin und wieder, viel in Sachen Humor retten, auch wenn es mit sehr simplen Mittel geschieht. Bestes Beispiel das viele vielleicht aus dem Alltag kennen: Opas und neue Technologie. Ich glaube das erklärt am besten, welche Art von Gags da auf euch warten könnte. Dennoch ist gerade der Cast, selbst wenn er nicht mit derselben Intensität wie im vorherigen Teil überzeugt, das Merkmal das vieles was nicht wirklich positiv im Film verläuft in gewissem Maß ein wenig ausgleicht. Der Cast ist wahnsinnig sympathisch und charismatisch und eigentlich in der Welt von Jumanji nicht mehr wegzudenken.

Jumanji The Next Level Filmbild
Bild: Jumanji führt die Figuren dieses mal in die Wüste. | © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Der "Jumanji"-Bösewicht und "normale" Action-Szenen

Eigentlich machen es sich die Spieler, die in Jumanji in die Avatare schlüpfen, das Leben nur selber schwer. Schon im vorherigen Teil konnte der Bösewicht des Spiels kaum überzeugen. Weder mit Motiv noch mit seiner Ausstrahlung. Dieses hier ist sogar noch eine Stufe darunter. Das man hierfür extra Game Of Thrones Star Rory McCann (alias "Der Bluthund") als Antagonisten engagierte, macht die Sache nicht zwingend besser. Seine Figur ist in diesem Film sogar eher eine riesige Verschwendung, als eine Bereicherung. Er macht es der nun sehr bekannten Truppe nicht wirklich schwer, da er lediglich im letzten Drittel des Films wirklich in Erscheinung tritt. Zudem ist sein Motiv wieder sehr eintönig und der gängigsten Norm eines Bösewichts entspricht. Das bietet wenig Spannung und weitestgehend auch relativ schwache Action-Sequenzen. Die meiste Zeit des Films setzt man Johnsons Figur deutlich in den Vordergrund, dass nur noch die durchschnittliche Hau-drauf-Action für Jumanji: The Next Level übrig bleibt. Das reicht nicht aus, selbst wenn es ab und an, trotz all der Normalität, sehr spektakulär aussieht. 

Was dagegen wieder etwas Freude und Abwechslung bereitet sind die Fähigkeiten der Avatare, die für den zweiten Teil angepasst wurden. Natürlich bleibt bei Dr. Bravestone (Dwayne Johnson), wie kann es auch anders sein, alles beim Alten. Was hingegen wieder die Zuschauer zum Schmunzeln bringt, ist die Suche nach den passenden Fähigkeiten zur aktuellen Situation. Aber es gibt bei weitem nicht die Möglichkeit alle Fertigkeiten in ihrer vollen Pracht im Film auszuspielen. Bei Jack Blacks Figur beispielsweise hat man sich da etwas ganz besonderes ausgedacht, um all seine Fähigkeiten "unter Beweis" zu stellen.  

"The Next Level" sieht oft etwas billig aus

Ja, wir sprechen hier von einem Film, der das Thema Videospiel deutlich in den Vordergrund rückt. Und ja, vieles ist sehr erwartbar und an das Konzept eines Abenteuertrips mit Avataren angelegt. Aber dennoch ist klar erkennbar, dass in vielen Einstellungen das CGI oft zu drüber ist. Leider sieht dies in manch einer Einstellung, vor allem wenn es in den Dschungel geht, sehr billig aus, was für einen Film mit so einem Budget (wir sprechen hier von 125 Mio. US Dollar) absolut kein Maßstab sein sollte. Es mag sein, dass sich Jumanji: The Next Level selbst nicht wirklich Ernst nehmen will und trotzdem sollte der Anspruch für einen solchen Film in Sachen Effekten deutlich höher liegen, als hier präsentiert. Denn durch genau diese Einstellungen, wo das CGI deutlich ins Auge sticht, machen den Film nicht wirklich zu einem Vergnügen auf der großen Leinwand. Sie machen das ganze am Ende in einigen Momenten viel anstrengender, als sie es eigentlich wären. Hier ist also großes Verbesserungspotenzial da, welche für weitere Fortsetzungen (zum jetzigen Zeitpunkt nicht auszuschließen) vorgenommen werden sollten.

Fazit:

Jumanji spielt sich zu einem eigenen neuen Filmuniversum auf. Doch um sich in der aktuell großen Welt der Filmuniversen zu etablieren, gibt es hier noch vieles was verbessert werden sollte. Zumal die Idee dieses Abenteuers in seiner Gänze bereits vollends ausgeschöpft ist und keine weiteren Teile benötigt. Was dafür spricht, ist ein Team das sehr sympathisch und für weitere Teile ein großer Vorteil sein kann, wenn sie denn eine richtige Herausforderung bekommen. Nach wie vor, warten wir darauf, dass es in Jumanji starke Gegenspieler gibt. The Next Level bleibt ein überschaubares Action-Abenteuer, dass sich selbst nicht zu Ernst nimmt, aber auch nicht wirklich mit Humor oder guten Effekten glänzt. So normal, wie es nur sein kann!

MCG-Raiting

★★★

5.0 Punkte

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