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Ist "Black Panther" ein würdiger Oscar-Vertreter? [LETS TALK #002]

In gut drei Wochen werden zum 91. mal die alljährlichen Academy Awards bzw. die Oscars verliehen. Ein brisantes und höchst umstrittenes Thema ist und bleibt die Nominierung des Superheldenfilms Black Panther. Dieser ist nicht nur für einen, nicht für zwei, sondern gleich für sieben Oscars nominiert. Bereits bei den Golden Globes wurde Black Panther nominiert, auch wenn er dort letztlich leer ausging, so hatte seine Nominierung definitiv einen eigenartigen Nachgeschmack hinterlassen. Nun einige Wochen danach, spitzen alle Filmfreunde die Ohren und auch an uns geht diese Thematik nicht spurlos vorbei. In einem neuen Let´s Talk gehen wir der Sache ebenfalls auf den Grund und schreiben hier die Pros und Contras für den nominierten Superhelden auf. Und ja, zum Ende gibt es noch ein kurzes Fazit, wie wir im allgemeinen darüber denken.

 

Hier könnt ihr zudem einsehen, in welchen Kategorien Black Panther nominiert wurde.

 

Bild: Black Panther war der 18. Film des MCU und zugleich einer der erfolgreichsten des Franchise. | ©Marvel Studios 2018

 

Pros für eine Nominierung:

  • Technischer Feinschliff

Es ist selbstverständlich kein Geheimnis mehr, dass Marvel-Filme mittlerweile rein optisch zu dem Besten zählen, was Hollywood aktuell zu bieten hat. Black Panther ist da keine Ausnahme. Er ist sogar visuell betrachtet eine absolute Augenweide. Es ist kein Wunder, dass er dann auch gerade für die technischen Kategorien eine Nominierung einheimsen konnte. 

  • Kulturelle Aspekte

Anstelle der typischen westlichen Kernelemente, die beinahe jeder Superheldenfilm seit Iron Man innehat, benutzt Black Panther vor allem einen afrikanischen Flair. Das liegt nicht nur am überwiegend dunkelhäutigen Cast, sondern die landschaftliche Optik und ältere kulturelle Einflüsse, die das Gesamtbild abrunden. Das ist nicht nur eine einzigartige Botschaft, sondern ein absolutes Bemerkenswertes Pro für eine Nominierung.

  • Seltenes Kostümdesign

Das was am Film am deutlichsten ins Auge sticht, sind die ausgefallenen Kostüme. Die Rede ist nicht von Black Panthers Erscheinungsbild, sondern vielmehr von dem Kleidungsstil der Einwohner Wakandas. Denn das wirkt wie eine Mischung aus Zukunft und afrikanischer Tradition. Dieser Mix ist nicht nur ein wahrer Blickfang, sondern ein seltenes Bild das nur wenige Filme für sich gefunden haben.

 

 

Contras für eine Nominierung:

  • Braucht Marvel/Disney überhaupt noch diese Bestätigung?

Sie haben doch schon alle möglichen Rekorde gebrochen. Das größte Filmuniversum das die Filmgeschichte kennt. Trailer die jegliche Rahmen im Internet sprengen. Filme die allesamt die Kinokassen füllen. Eigentlich benötigt weder das Filmstudio, noch das Marvel Cinematic Universe auch noch die Bestätigung eines oder gleich mehrer Oscars oder? Und was wenn Black Panther nicht das Ende ist und viele weitere Filme aus dem MCU für die Oscars interessant werden. Eine große Gefahr, denn wozu bräuchte man dann noch die Oscars, wenn kleine Filme, die durch diese Auszeichnung erst Aufmerksamkeit erregen komplett außer Acht gelassen werden.

  • Black Panther hat keine dramaturgisch wertvollen Hintergrund

Die Nominierung als Bester Film grenzt schon fast an Größenwahn. Denn im Gegensatz zu anderen Nominierten, wie Vice - Der zweite Mann, The Favourite, Bohemian Rhapsody oder BlackKklansman einen rein fiktionalen Hintergrund. Ein Merkmal, welches im Grunde fast jeder zweite Film heutzutage aufweist. Und selbst wenn man dies außer Acht lässt, so bietet die Handlung an sich, auch keine wertvollen Aspekte, die eine Oscar-Nominierung würdig sind. 

  • Superhelden spielen längst in einer eigenen Liga

Superhelden bilden längst ein eigenes filmisches Genre. Seit 2008 sind, und so würde es Marvel selbst sagen: "exponentiell angestiegen". Diese Filme mit einem Drama, oder einem Musical zu vergleichen ist so, als würde man Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die Geschichte ist eine andere, ebenso wie die Handlung. Es sind komplett unterschiedliche Szenarien. Auch wenn man bedenkt, dass der u. a. der Beste Film ausgezeichnet wird und natürlich alle Genres berücksichtigt werden müssen, ist der Vergleich an sich schon ein Nachteil für alle Filme die ein kleines Publikum in die Kinos ziehen. Superhelden könnten eigentlich in ihrer Anzahl schon eine eigene Kategorie aufstellen, sofern das notwendig wäre. 

 

Bild: Black Panther ist mehr oder weniger auch ein kleines Familiendrama. | ©Marvel Studios 2018

 

Unser Fazit: Ist Black Panther ein würdiger Oscar?

 

 

Auch wenn Black Panther in einigen Dingen vieles besser macht, als seine Franchise ähnlichen Vertreter, so bleibt jedoch die Frage im Raum: Braucht der Film diese Auszeichnung überhaupt? Und das ist ein ganz klares nein! Denn Black Panther hat alles erreicht, was er hätte erreichen können und noch mehr. Er ist einer der kommerziell erfolgreichsten Filme weltweit, von Kritikern gelobt und technisch sehr anspruchsvoll in Szene gesetzt. In den technischen Kategorien könnte man eventuell über eine Nominierung streiten und vielleicht sogar zugestehen. Aber vielmehr erhöht sich durch diese hohe Anzahl an Nominierungen die Gefahr, dass in Zukunft auch große Kinoblockbuster zur Auswahl stehen könnten. Und qualitativ höherwertige und kleinere Filme könnten extrem darunter leiden. Um das Ganze nun final zu bewerten. Black Panther hat allerhöchstens eine Nominierung verdient. In Sachen Kostümdesign passt der Film wunderbar für eine Nominierung. Allerdings sind insgesamt sieben Nominierungen viel zu übertrieben und absolut nicht nachvollziehbar. Als Bester Film schon gar nicht! Am Ende sind wir daher eher der Ansicht, dass Black Panther kein würdiger Oscar-Vertreter ist. 

 

Was ist eure Meinung dazu? Glaubt ihr, dass Black Panther einen Oscar bekommt, oder nicht?

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