· 

"Game Of Thrones": Warum eine Demokratie in "Westeros" die beste Lösung sein könnte! [LETS TALK #003]

Seit knapp drei Wochen hat das Warten auf das Serien-Highlight des Jahres ein Ende: Die achte und finale Staffel Game Of Thrones. Der Kampf um den Eisernen Thron der Sieben Königslande und den Kontinent Westeros kommt nach acht Jahren zu seinem Höhepunkt. Während sich alle Welt fragt, wer am Ende wirklich auf dem Thron sitzen wird, beschäftigt sich diese Folge LETS TALK mit der Frage, ob in Westeros sogar ein demokratisches System die Lösung für die vielen Probleme des von Kriegen verwüsteten Kontinents sein könnte.

 

Kleiner Hinweis: In diesem Beitrag folgen mögliche SPOILER zur letzen Staffel (7.)! 

Bild: Seit letzter Staffel nicht nur Verbündete, sondern sogar ein Liebespaar. Daenerys (l., Emilia Clarke) und Jon (r., Kit Hartington). | HBO

 

Ständige Kriege und familiäre Konflikte zerstören das Land

Die Hauptgeschichte der Serie handelt vorwiegend auf dem Kontinent Westeros. Das Objekt der Begierde, der Eiserne Thron, sorgt seit jeher für jede Menge Konflikte innerhalb der großen Häuser wie Stark und Lanister. Hinzu kommt diese fremde Königin von einem anderen Kontinent, die dank ihrer Abstammung das größte Anrecht auf den Thron hat, und die durch die Kriege (u. a. Roberts Rebellion) im Exil leben musste. Das Chaos um die Herrschaft von Westeros ist bereits seit Episode eins fest vorgeschrieben. Doch wie sieht es für die kleinen Leute aus? Für den Bauer? Den Handwerker? Leuten ohne Rang und Namen? Genau das ist nämlich das Problem, dass sich im Hintergrund der Haupthandlung aufhält. Während sich die großen Adelshäuse bekriegen, wird von ihnen (den Bürgern) verlangt ihre Arbeit fortzusetzen, hohe Steuern abzudrücken und Soldaten zu stellen. Ein System wie wir es aus dem europäischen Mittelalter bestens kennen. Eines vergisst man durch die vielen Kriege schnell. Diejenigen die das meiste Leid ertragen müssen, sind nicht die Anführer die ihre Ansprüche nicht durchsetzen können, sondern das Volk, dass durch anhaltende Kämpfe, marodierende Banden und zerstörte Landschaften, in ständiger Angst ums eigene Wohl leben müssen. Das geht sogar teilweise soweit, dass Hungersnöte drohen. Hinweise hierfür gibt es zwar nicht häufig vor der Kamera, sondern in den vielen interessanten Dialogen, die bei Game Of Thrones kaum wegzudenken sind und für viel Diskussionsstoff sorgen. Und da stellt sich letztlich eine weitere interessante Frage: Ist es für die Menschen in Westeros möglicherweise besser, wenn die Monarchie abgeschafft würde?

 

Demokratische Systeme sind meistens eine Verbesserung

Schwenken wir mal in Richtung Realität, wo sich die meisten Demokratien bis zum heutigen Tag durchgesetzt haben. Denken wir nur mal an die Jahrhunderte alten Monarchien in Europa, die sich allesamt zu diesem Regierungssystem entwickelt haben. Und auch dort, war es meist das Volk, dass unter den Regenten enorm gelitten hat. Manchmal mehr manchmal weniger, aber dies ist definitiv eine bemerkenswerte Parallele die die Serie aufweist. Zumal sich die Schöpfer der Serie David Benioff und D.B. Weiss, sowie Buchautor George R.R. Martin unter anderem an der Geschichte der Rosenkriege (15. Jahrhundert) inspiriert hatten. Denn auch da entbrannte, wegen Erbstreitigkeiten, ein Konflikt der  großen Adelshäuser. Nun kann man darauf verweisen, dass Großbritannien eigentlich bis heute noch eine Monarchie ist. Doch das eigentliche Regierungssystem, wo letztlich das Volk von gewählten Repräsentanten vertritt wird, ähnelt vielmehr einer Demokratie, als einer rein königlichen Herrschaft. Und vielleicht mag das sogar ein guter Lösungsansatz dafür sein. Das Volk darf in gewisser Form mit entscheiden, sodass sie folglich nicht der Willkür einer einzigen Person ausgesetzt werden. Nach Robert, dem die Regierungsgeschäfte völlig egal waren, einem Joffrey, dem nur Gewalt Freude bereitete, einem Tommen, der sich vom Glaube beeinflussen ließ und einer Cersei, die nur ihre Macht demonstrieren will, könnte bspw. ein ähnliches System wie im heutigen Großbritannien, fast schon eine ideale Lösung anbieten.

Daenerys oder Jon, je nachdem wie dieser Streit endet, säße auf dem Thron und überträgt Volksvertretern Aufgaben und Befugnisse in ihren Machtbereichen. Ein Gewinn für alle und das Volk von Westeros hätte seit mehreren Jahrhunderten endlich mal ein gewisses Stimmrecht. Aber es geht natürlich noch radikaler:

 

Um auch künftigen Streitigkeiten um die Erbfolge - denn darum geht es in jeder neuen Staffel der Serie - Einhalt zu gebieten, sollte in Westeros vielleicht eine rein von Demokratie gesteuerter Regierungsapparat eingesetzt werden. In naher Zukunft, sieht es nämlich stark danach aus, dass auch die zwei Fanfavoriten Jon und Daenerys wegen ihren Ansprüchen aneinander geraten könnten. Wie wir nämlich in der siebten Staffel erfuhren, ist Jon nicht nur das Kind einer tatsächlich geschlossenen Ehe von Rhaegar Tagaryen und Lyanna Stark (also kein Bastard), sondern damit auch der letzte männliche Erbe der einst so mächtigen Herrscher-Dynastie. Gleichzeitig bedeutet das, dass Daenerys jahrelang um einen Thronanspruch gekämpft hat, der im Endeffekt keine Rolle mehr spielt. Zumindest wäre sie dadurch, letztlich nur, an zweiter Stelle der Thronfolge, da sie als Frau in diesem System untergeordnet ist. Und da wir, als Fans der Serie, im besten Fall auch beide am Ende noch lebend sehen wollen, könnte die Option eines demokratischen Systems mithin eine der besten Lösungen sein, um diesen nahenden Konflikt zu entschärfen.

Anstelle von Alleinherrschaft könnte man die Sieben Königslande in ihre einzelnen Gebiete (Norden, Weite, Westen, Eiseninseln,...), wie eine Republik aufteilen und unter der Kontrolle von ausgewählten Vertretern beaufsichtigen. Dabei würde sich sogar die Frage nach der Unabhängigkeit einer Region (darunter in hohem Maße der Norden) ebenfalls schnell beantworten. Doch wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

 

Im Spiel der Throne ist kein Platz für Demokratie

Es klingt zwar schön und mit den Parallelen zur europäischen Geschichte ohnehin nicht undenkbar, aber die Serie befindet sich auf der Zielgeraden. Stand heute sind es gerade einmal drei verbleibende Episoden. Allein das und die aktuelle Entwicklung lassen Grund zur Annahme, dass es vermutlich nicht zu einer Demokratie kommt. Vielmehr sieht man dann doch den gerechten Alleinherrscher als Anführer, der das Land wieder vereint oder zumindest in ähnlicher Form. Trotzdem vergessen wir nicht einen entscheidenden Satz von Varys aus der zweiten Episode der aktuellen Staffel: "Nichts währt ewig!" Dieser Satz hat nicht umsonst Einzug in diese Staffel gehalten. Bei Game Of Thrones vermag es jeder noch so unbedeutende Satz eine nennenswerte Bedeutung im Nachgang zu erzielen. So, mit Sicherheit, auch bei diesem Beispiel. Das Spiel der Throne wird von einer Figur gewonnen und die Serie damit final beendet. Wie sich das Land dann jedoch weiter entwickelt wird keine Rolle mehr spielen. Die Lehren, die wir aus acht Jahren Game Of Thrones ziehen, lassen eins klar andeuten: Ein beständigen Frieden wird es in dieser Form, wie wir es aus unser Gesellschaft kennen, in der Welt von George R.R. Martin nie geben. 

 

Doch jetzt seid ihr dran:

Glaubt ihr das Westeros tatsächlich ein besserer Ort wäre, wenn es dort ein demokratisches System gäbe?

 

Die finale Staffel Game Of Thrones könnt ihr, auch auf Abruf, bei Sky Ticket sehen. Jede Woche montags (ab 3 Uhr morgens online) folgt eine neue Episode. Alle bereits bestehenden Sky-Kunden können die neue Folge bei Sky Atlantic HD auch zur Prime-Time (20:15 Uhr) anschauen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0