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"Love and Monsters": Amüsanter Survial-Trip mit Riesenmonstern! (REVIEW)

Während die Netflix Originals in 2021 reihenweise scheitern, gibt es auch Filme die der Streamingdienst den Filmverleihern abkauft. Einer davon ist das Monster-Abenteuer Love and Monsters von Regiedebütant Michael Matthews. Das Endresultat ist sogar überraschend gut und hat auch Potenzial für eine Filmreihe!


Filminfos:

Netflix-Start: 14. April 2021

Laufzeit: 109 Minuten

FSK: 12

Genre: Action/Abenteuer

 

Regie: Michael Matthews

Mit: Dylan O´Brian, Jessica Henwick, Michael Rooker & Ariana Greenblatt

Story:

Ein junger Mann namens Joel Dawson versteckt sich sieben Jahre, nachdem seine Heimat von gefährlichen Monstern eingenommen wurde, unter der Erde. Über ein Funkgerät versucht er dabei, Kontakt mit seiner Highschool-Jugendliebe Aimee aufzunehmen. Als er herausfindet, wo sie sich befindet, macht er sich auf den Weg zu ihr. Im Kampf gegen die Kreaturen erhält er Unterstützung von einem erfahrenen Monsterjäger.



Romantische Stimmung während der Apokalypse?

Erst im März diesen Jahres wurde bekannt das Love and Monsters nichts ins Kino kommen wird. Netflix hatte sich den Stoff aus dem Hause Paramount geschnappt und gleich einen Streamingstart im Folgemonat anvisiert. Mit Maze Runner Star Dylan O´Brian hat man zudem einen Schauspieler der Erfahrungen in post-apokalyptischen Filmen hat. Worin sich diese beiden Filme aber grundlegend voneinander unterscheiden ist die unterschiedliche Stimmungslage. Während wir in Maze Runner ein ziemlich düsteres und deprimierendes Szenario vermittelt bekommen, geht Love and Monsters größtenteils einen gänzlich anderen Weg. Hier geht es grob zusammengefasst um eine Liebesgeschichte, in der die ängstliche Hauptfigur auf der todfeindlichen Erdoberfläche sich bis zur Basis seiner Geliebten durchkämpfen will. Eine Idee die auch sehr schnell nach hinten losgehen könnte. Doch, Überraschung! Das romantische Action-Abenteuer funktioniert dank dem Wechselspiel zwischen verliebter Verrücktheit und dem ständigen Kampf ums nackte Überleben. Das liegt vor allem auch daran, dass Dylan O´Brian die Rolle als Hals-über-Kopf verliebten Feiglings wahnsinnig gut steht. Zwar ist der Prolog in diese Welt voller Monster mit lustig illustrierten Zeichnungen vielleicht etwas zu albern gestaltet, wenn man den Film allerdings bis zum Ende gesehen hat, wird schnell klar wie wichtig eben jene Zeichnungen im Fortgang der Geschichte sind. Der weibliche Gegenpart, die verschollen geglaubte Freundin Aimee, wird von Jessica Henwick gespielt. Sie ist u.a. bekannt  aus ihren Nebenrollen in Game Of Thrones, Marvels Iron Fist und Underwater. Und auch sie geht in ihrer Rolle hervorragend auf, obwohl ihre Figur erst im letzten Drittel einen Auftritt hat. Die Liebesbeziehung der Hauptfiguren wirkt dabei schon fast wie eine verspielte, aber durchaus süß interpretierte Teenie-Romanze, die sich tatsächlich nicht so aufgesetzt und unauthentisch anfühlt, wie man das im Vorfeld bei diesem Szenario vermutet hätte.

Abenteuer-Feeling at its Best!

In der ersten Viertelstunde erhalten wir relativ wenig Informationen über die Welt in der wir uns befinden. Die Geschichte spielt sich zunächst nur in einem unterirdischen Bunker ab. Die Vorgeschichte zur eigentlichen Katastrophe wird uns in einem von Joel selbst gezeichneten Komik zur Schau gestellt. Erst nachdem sich Joel dazu entschließt nach seiner Freundin Aimee zu suchen, steigen wir erst so richtig in das Szenario dieser Postapokalypse voll mit riesigen Monstern ein. Dabei kommen endlich auch mal wieder so richtige Abenteuer-Vibes rüber. Denn neben der bereits namensgebenden Romanze, handelt es sich bei Love and Monsters auch um ein Survival-Road-Trip welcher zum Einen gut unterhält und zum Anderen visuell erstaunlich gute Monster auf dem Weg bereithält. Vom Riesenfrosch bis zur Riesenkrabbe, die durch die Vorgeschichte und der mit einhergehenden Mutationen sich vom Ende der Nahrungskette an die Spitze setzten. Die Menschen sind in dieser Welt den Insekten, Reptilien oder Anderen doch eher kleinen Tieren "früherer Zeiten" deutlich unterlegen und praktisch zum Mittagssnack degradiert worden sind. Da wirkt eine Reise in ein vermeintlich nahe gelegenes Camp fasch schon beinahe wie eine Herkulesaufgabe! In teils sehr beschwerlichen, aber gleichzeitige humoristisch untermalten Kämpfen bahnt sich unsere Hauptfigur den Weg zu seinem Ziel. Auf dessen Pfad stößt er auf die ein oder andere Nebenfigur, die sich in der freien Wildbahn, welche mittlerweile den ganzen Planeten abdeckt, behauptet hat. Michael Rooker (Guardians Of The Galaxy) zählt hier als größtes Aushängeschild und ist zudem für die ein oder andere sarkastische Bemerkung mit verantwortlich. Alles in allem ist dieser Survival-Trip weder zu aufgesetzt, noch zu albern geraten. Vielmehr besitzt er eine wohl dosierte Mischung aus beiden genannten Faktoren und stellt die Weichen für einen durchaus soliden Film.

Love and Monsters Dylan O´Brian
Bild: Joel (Dylan O´Brian) mit seiner Weggefährtin Minnow (Ariana Greenblatt). | NETFLIX

"Love and Monsters" ist ein echter Überraschungshit!

Das mit Love and Monsters uns  ein solch unterhaltsames Abenteuer in die Heimkinos gezaubert wurde, war nicht unbedingt zu erwarten. Für den Kinostart schien sich bis dato kaum jemand großartig zu interessieren, noch war ein derartig großer Bekanntheitsgrad zur Romanvorlage vorhanden. Doch der Film offenbart uns einen kleinen, jedoch sehr charmanten Überraschungshit, der sogar das Potenzial hat eine eigene erfolgreiche Filmreihe zu begründen. Diese doch eher unblutige apokalyptische Szenario bietet genügend Anreiz über einen Film hinaus zu denken. Die Vorlage enthält zudem so viel Material, dass man locker zwei weitere Teile damit füllen können. Ob nun Netflix oder tatsächlich sogar im Kino sei erstmal dahingestellt. Der Film selbst braucht sich nicht vor einer Kinoauswertung zu verstecken. Diese Art von Film wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch Kinosäle füllen und eine überdurchschnittliche Fanbase aufbauen können. Der aktuelle Erfolg war nicht von vornerein einkalkuliert. Das erste Material zum Film sah doch erstmal ziemlich trashig aus und hatte zudem mit O´Brian und Henwick auch nicht die Art von Schauspieler, die eine breite Zuschauerreichweite erzielen könnte. Doch Love and Monsters mauserte sich zu einem absoluten Kritikerliebling und findet letztlich auch auf diesem Kanal hohen Anklang. Von einem absolut einwandfreien Film zu sprechen ist wahrscheinlich etwas zu viel des Guten, aber wer ein spaßiges Abenteuer ohne langweilige Passagen sucht, wird hier sicherlich keine falsche Wahl getroffen haben. Versucht es einfach, ihr werdet es nicht bereuen!

Fazit:

Wer hätte das schon gedacht? Love and Monsters ist der erste große Überraschungshit in 2021. Eine kleine qualitative Auffrischung für den Netflix-Content, der in den vergangenen Wochen sehr zu Wünschen übrig ließ. Wenn man so will ist dieses neue Action-Abenteuer eine kleine Verschnaufpause für den Streamingdienst. Neben zahlloser schlechter Beispiele seit Beginn des Jahres. Zwar  handelt es sich hierbei letztlich um einen zugekauften Film von Paramount, dies schmälert jedoch nicht die Wichtigkeit von diesem Netflix-Teilerfolg. Wer also Bock hat auf ein amüsantes und teilweise sehr emotional geladenes Abenteuer mit beigemischter Teenie-Romanze sollte sich Love and Monsters definitiv nicht durch die Lappen gehen lassen.

MCG-Raiting

★★★★★

7.0 Punkte

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