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"Meisterdetektiv Pikachu": Sympatisch und niedlich (REVIEW)

Jetzt sind sie auch endlich als Live-Action Film auf der Leinwand: Die Pokemon. Hauptakteur dieses mal ist Deadpool-Darsteller Ryan Reynolds als Meisterdetektiv Pikachu, der uns wieder auf spaßige Art und Weise in unsere Kindheit zurückführt. Nostalgie garantiert und kinderfreundlicher Humor satt im ersten Film eines möglichen Franchise, worauf die Welt vermutlich sehnsüchtig seit einem gefühlten Jahrzehnt wartet: Realverfilmungen von Pokemon!

Pikachu kann man einfach nur lieben

Unverkennbar und wirklich Herz erwärmend - zumindest außerhalb des Deadpool-Universums - ist die Stimme von Ryan Reynolds. Und die Rede ist nicht nur von der Originalstimme, sondern im selben Maße auch die von Synchronsprecher Dennis Schmidt-Foß. Sie sorgt nämlich dafür, dass wir uns im Laufe der Zeit nicht nur an das berühmteste Pokemon (Pikachu) gewöhnen, sondern es auch lieben lernen. Die Stimme passt einfach wie die Faust aufs Auge. Ebenso erwärmt uns als Zuschauer auch der Look von Pikachu. Genauso stellen wir uns diese Kreatur, die uns vor allem in den 90ern in der Serie viel Freude bereitet hat, womöglich im echten Leben vor. Und allgemein sehen die Pokemon, bis auf wenige Ausnahmen wirklich sehr detailreich und filigran aus. Aber zunächst nochmal ein Schwenker zurück zu Pikachu. Denn als Hauptfigur trägt es/er (wie auch immer), mit seinen Handlungen, die oftmals mit süßer kindlicher Naivität einhergehen, in hohem Maße dazu bei, dass uns die Geschichte fasziniert. Aber wer jetzt denkt: "Das ist nur was für Kinder!" - der schätzt Meisterdetektiv Pikachu von Grund auf falsch ein. Die Story ist genauso gut auch für Erwachsene geeignet. Besonders für diejenigen, die mit den süßen Fantasyfiguren aufgewachsen sind. Simpel, wenn auch mit überraschend gut gelungen Wendungen, und mit der wahrscheinlich knuffigsten Filmfigur der jüngeren Filmgeschichte.

 

Keine schlichtes 1x1 Konzept für die Story

Wie bereits kurz erläutert, erwartet nicht, dass die Story nach absolut typischen Schema F Muster abgehandelt wird. Es gibt zwar kleine Ansätze, die ein extrem einfach geratenes Konzept erkennen lassen, aber es gelingt dennoch immer wieder sehr vernünftige Überraschungen einzubauen, die vielleicht nicht jeder Film mit FSK 6 so zur Geltung bringen kann. Zumal sehr stark das Thema von familiären Konflikten im Vordergrund steht und diese beinhalten letztlich sogar eine sehr positive Kernbotschaft für Kinder und Jugendliche. Denn der Hauptpart besteht darin sich seinen Problemen zu stellen und nicht vor ihnen davon zu laufen. Eine Lektion die jeder verinnerlichen kann. Besonders die Geschichte rund um Mewtu ist komplexer, als man sie zunächst wahrnehmen wird. Hinter der gesamten Story, die erst alles ins Rollen bringt, steckt weitaus mehr als ein harmloses Fantasyabenteuer. Für den Meisterdetektiv, der zu Beginn sein halbes Gedächtnis verloren hat, ist das Zusammensetzen der Puzzlestücke beinahe schon eine kleine Kriminalgeschichte. Eben sehr passend für die Arbeit eines Detektivs.

Bild: Pikachu (Ryan Reynolds) auf Spurensuche. | © 2000-2019 Warner Bros.

Pokemon-Look und Pokemon-Kämpfe

Nur selten bekommt man hier das Gefühl, dass wir überkünstelte Fantasiewesen zu Gesicht bekommen. Allgemein ist der Look der Pokemon im Film phänomenal. Im Zusammenspiel mit den für den jedes Pokemon einhergehenden Fähigkeiten wird das Visuelle bei Meisterdetektiv Pikachu wirklich gut abgerundet. Nur Mewtu nehmen wir hier mal heraus, denn das übermächtige Pokemon wirkt auf den ersten Blick schon eine Spur zu künstlich auf Gesamtsicht. 

Was aber letztlich, die perfekte Referenz und Hommage an die Ursprünge der Pokemon darstellt, sind die Kämpfe. Auch wenn wir nicht das komplette Ausmaß aus den Spielen und der Serie vorgesetzt kriegen, bereiten uns die Actionsequenzen äußerst viel Freude. Der Kampf Pokemon gegen Pokemon ist etwas, worauf eine breite Masse an Zuschauer lange gewartet hat und die Idee die das mitbringt bietet enorm viel Stoff für weitere Filme. Und ja wir wollen definitiv mehr davon.

 

Ein lustiger Spaß für Jedermann

Ja, es mag sein, der Humor von Meisterdetektiv Pikachu ist der Altersfreigabe entsprechend angepasst. In einigen Momenten allerdings schlägt auch diese harmlose Fantasy-Komödie kurzweilig über die Strenge. Zumindest in einer Szene, wo es um pubertäre Probleme geht, wird das deutlich. Dennoch halten, wenn auch nicht mit jeden Gag, Justice Smith und Ryan Reynolds eine riesige Sortmitent an charmanten Witz und lustigen Momenten für das Kinopublikum parat. Die Ausgewogenheit des Humors ist tatsächlich für alle Altersklassen geeignet. Dabei vergisst der Film auch nicht, einige sehr emotionale Szenen mit einzubinden, die den 105 Minuten den allerletzten Schliff verleihen. Und der relativ gelungene Mix zwischen starker Pokemon-Action, einem abwechslungsreichen Humor und der kleinen Prise an emotionaler Tiefe machen das erste Leinwandabenteuer der Pokemon als Realverfilmung zu einem ersten glanzvollen Kapitel eines neuen und vermutlich sehr stark wachsendem Kino-Franchise.

Bild: Tim (l., Justice Smith), Pikachu und Lucy (Kathryn Newton) kommen des Öfteren ins Staunen. | © 2000-2019 Warner Bros.

Fazit:

Es war der Wunsch viele Fans und sie werden definitiv nicht enttäuscht werden. Das erste Pokemon-Abenteuer als Realverfilmung ist die perfekte Vorlage als Startschuss eines eigenen filmischen Universum, dass mit Sicherheit ebenfalls große Zuschauermassen anziehen wird. Nostalgiefaktor: 100% (Garantiert!). Meisterdetektiv Pikachu ist lustig, für alle Alterklassen geeignet und nicht zu drüber was das CGI anbelangt. Zudem beinhaltet er eine weitestgehend abwechslungsreiche Geschichte, die Raum für Überraschungen bietet. 

MCG-Raiting

★★★★★

8.0 Punkte

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