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"Outside The Wire": Ein erschreckend ideenloses Action-Spektakel! (REVIEW)

Nachdem ich eine Woche zuvor Netflix noch für einen gelungenen Start mit Pieces Of A Woman gelobt hatte, so muss ich diese Woche schon wieder stark kritisieren. Denn das Highlight der Woche: Outside The Wire blieb qualitativ weit hinter den Erwartungen zurück, trotz einem Anthony Mackie.

Outside The Wire Filmbild
Bild: Die zwei Hauptdarsteller des Films (Damson Idris links und Anthony Mackie rechs). | Netflix

Krieg aus der Nähe - Krieg aus der Ferne!

Wir beginnen mit einem Schwenk in unsere heutige Zeit. Mittlerweile werden Kriege oder militärische Konflikte nicht nur hautnah im Kriegsgebiet geführt, sondern auch von der Ferne mit hochentwickelten Drohnen. Und hier starten wir in die Geschichte von Outside The Wire. Drohnenpilot Harp (Damson Idris) macht gleich zu Beginn Bekanntschaft mit der Verantwortung die auf seinen Schultern lastet. Man mag zwar annehmen, dass er selbst bestens geschützt ist, da seine Arbeit sich auf abgeschottete Militärbasen beschränkt. Allerdings hängen an seinen Entscheidungen auch Menschenleben. Er wird dem Kommando von Leo (Anthony Mackie) unterstellt und lernt bei ihm schnell den "echten" Krieg kennen. Beide Arten des Krieges sind ein Unterschied wie Schwarz und Weiß. Wie Tag und Nacht. Die Kollision dieser beiden Herangehensweisen bietet einen interessanten Ansatz, welcher der Film aber nach überschnellen Einleitung kaum zu nutzen weiß. Zudem lehnt sich dieser neue Netflix-Blockbuster etwas zu weit aus dem Fenster. Auf dem Papier ist dieser Streifen ein Mix aus einem Kriegsfilm und zarten Sci-Fi Elementen. Doch wenn schon die erste Eigenschaft nicht von Erfolg gekrönt ist, warum setzt man dann noch auf Robotor und Cyborgs? Captain Leo ist nämlich ein solcher Cyborg, wie wir später mitbekommen. Ein Prototyp des US-Militärs, welcher beinahe im Alleingang ein Krieg führen kann. Leider war das wohl etwas zu viel für die großen Ambitionen des Films. Viel zu viel! 

Ein Sci-Fi Action-Desaster

Ein Kriegsszenario mit kleineren Elementen aus dem Sci-Fi Genre zu verbinden. Dagegen spricht ja erstmal rein gar nichts. Bei Outside The Wire mangelt es allerdings an einem guten Konzept und im Anschluss daran an einer guter Umsetzung. Beides wichtige Faktoren für gute Unterhaltung. Weder der erzwungene Plot-Twist und die vielen unübersichtliche Actionszenen verhelfen zur Besserung. Das bei einem solchen Actionfilm Logik erst an zweiter Stelle kommt, ist natürlich nichts besonders und auch gar nicht dessen Anreiz. Man hätte sich aber wesentlich mehr von diesem, optisch nicht gerade billig aussehenden, Netflix-Streifen erhoffen können. Der gesamte Ablauf kommt äußerst generisch daher, sodass selbst die Action einen sehr geringen Spaßfaktor besitzt. Wir mögen uns zwar mitten im Krieg befinden und da geht es vielleicht auch mal hektisch umher, aber filmisch ist das teilweise sehr ermüdend inszeniert, wenn unzählige Schnitt-Sequenzen das Szenenbild überlagern. Die meiste Zeit haben wir es ohnehin mit sinnlosem Rumgeballer zu tun, welches irgendwie auch dazu gehört, aber im Endeffekt bei keinem der aufkeimenden Kämpfe innerhalb des Films zu einem Ergebnis führt. Letztlich dominieren häufig die Fähigkeiten des Cyborgs, was solche in die Länge gezogenen Schusswechsel praktisch vollkommen überflüssig macht. Hinzu kommt, dass folglich jeder Gegner keine nennenswerte Herausforderung darstellt und keiner davon auch nur im Ansatz Charme besitzt, um einen durchschnittlichen Film-Bösewicht abzugeben.

Outside The Wire Filmbild
Bild: Es war definitiv nicht die beste Perfomance von Anthony Mackie. | Netflix

Glanzlos und vergessenswert

Der Grund warum man vielleicht über diesen Film stolpert ist Falcon-Darsteller Anthony Mackie. Da gibt es eigentlich keine zwei Meinungen. Er ist das Aushängeschild dieses Filmes, wo Mackie allerdings genauso glanzlos wie der gesamte Cast agiert. Zitat von einigen anderen Kritiken: "Nach drei Tagen hat man diesen Film vergessen". Ein Satz den man so zu 100% absegnen und unterzeichnen kann. Outside The Wire hat erschreckend wenig anzubieten. Nicht einmal durchschnittlich gute Action. Dieser Netflix-Blockbuster bleibt weit unterm Radar und ist ein kurzes, leichtlebiges Highlight, wo es sich faktisch nicht lohnt ein zweites Mal reinzuschauen. Ich erwartete nicht mal, dass so ein Film mich vollkommen überzeugt. Er soll mich eigentlich nur, wenn auch nur für kurze Zeit, unterhalten können. Doch genau das schafft dieser müde Actionfilm zu keinem Zeitpunkt. Weder mit seiner kriegerischen Story, noch mit seinen überflüssigen Charakteren, noch mit seiner lauen Action. Mit Sicherheit hat sich Netflix diese Produktion einiges kosten lassen. Denn wie ich schon sagte, billig sieht das nicht gerade aus. Der Aufwand hat sich aber definitiv nicht ausgezahlt. Das Ergebnis ist ein Film den man relativ schnell aus dem Gedächtnis streicht und obendrein ziemlich schnell in der Versenkung verschwinden wird.

Fazit:

Was soll man noch großartig sagen? Outside The Wire ist schnelle und vor allem ziemlich ermüdende Kost. Und das für einen Actionfilm! Netflix-Filme bleiben nach wie vor ein Wechselbad der Gefühle. Eine Woche ziemlich gut, die andere weniger als bescheiden. Trotz eines Anthony Mackie als Marketing-Magnet ist dieser Film nicht mehr als eine Eintagsfliege. Einmal geschaut und nie wieder angerührt. Oder besser umschrieben: Viel Wirbel um Nichts! Na hoffentlich erwartet uns die nächste Woche besseres auf den Streaming-Plattformen!

MCG-Raiting

★★

3.Punkte

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