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"Space Sweepers": Sci-Fi Action aus Südkorea! (REVIEW)

Koreanische Filme konnten in den letzten Jahren immer wieder für große Überraschungen sorgen. Parasite ist das beste Beispiel. Dieser Film gewann am Ende sogar den Oscar als Bester Film. Mit Burning aus 2018 hatte ebenfalls einen sehr mysteriösen Streifen, bei dem man lange nicht ahnen konnte, wo dieser Thriller überhaupt hin will. Nun wagen sich die Südkoreaner ans Sci-Fi Genre. Space Sweepers, eine abgewandelte Form von Guardians Of The Galaxy und Elysium, mischt nun in Netflix-Filmdschungel mit.

Space Sweepers Wallpaper
Bild: Ein aktuelles Highlight auf Netflix. Der südkoreanische Sci-Fi Blockbuster "Space Sweepers" | NETFLIX

Eine sympathische neue Crew

Es beginnt absurd, aber mit einer Frage die sich im Sci-Fi Genre eher selten stellt. Was passiert eigentlich mit dem ganzen Weltraumschrott? Im Film gibt es zahlreiche Crews, aus den verschiedensten Ländern, die aus dem Sammeln und Entwerten des Mülls ihren Lebensunterhalt verdienen. Darunter u.a. die Crew der Victory, die Protagonisten des Films. Die sind einer Gaunerbande gar nicht mal so unähnlich, da das Müllsammeln mehr einem Wettstreit mit anderen Crews gleicht und Diebstahl von erbeuteten Materialien gar nicht mal so selten ist. Allein das die Menschen sich um den Weltraummüll bekriegen sorgt schon für ein ziemlich abgefahrenes Abenteuer. Zu allem Überfluss wird diese unangenehme und nicht ungefährliche Arbeit auch richtig mies bezahlt. Die Crew steht vor dem Bankrott und schafft es folglich kaum ihr Raumschiff instand zu halten. Dennoch schaffen es die Crew-Mitglieder von Beginn an eine gewisse Sympathie zu entwickeln, trotz dass sie in den Anfangsminuten praktisch nur im Streit liegen. Irgendwann im zweiten Drittel gewinnt die Geschichte durch eine zufällige, aber enorm wertvolle, Beute ordentlich an Fahrt. Und die Beweggründe hinter der neuen Mission spalten zunächst die unterschiedlichen Geister der Victory. Da Geld und Material stets sehr knapp sind, nimmt die Crew jeden auch nur erdenklichen Auftrag an. Zunächst auch unabhängig jeglicher Ethik, was sich aber im späteren Verlauf ändert, weil es dabei um ein Menschenleben geht. Zwar vermag die Geschichte, die dahinter steckt, nicht wirklich zu überzeugen, trotzdem fiebert man irgendwie mit dieser sympathischen Truppe aus Space-Outlaws von Anfang bis zum Ende mit. 

Action-Blockbuster oder Sci-Fi Trash?

Das die Geschichte natürlich nicht lange beim Thema des Müllsammelns Halt macht, sollte einem nur logisch vorkommen. Im Hauptteil geht es um wesentlich mehr als nur Beute machen. Das merkt auch die Crew, als man erkennt, dass man mit einem Zufallstreffer etwas außerordentlich Besonderes an Land gezogen hat. Kaum geht es um Geld sieht die Crew darin ihren Vorteil, beginnt aber allmählich auch am Zweifeln des eigenen Handelns. Die Konsequenz der neuen schwungvollen Geschichte allerdings ist ein stupides Chaos, welches sich immer weiter in streut. Space Sweepers muss spätestens im Mittelteil ein ordentliches Maß an Exposition liefern, damit alle fortlaufenden Ereignisse im Ansatz schlüssig sind. Dabei will man etwas zu hoch hinaus und vermischt die vermeintlich simple Story in ein komplexes Gerüst, dass am Ende wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Zudem rückt die zuvor harmonierende Zusammenarbeit der Crew nach und nach in den Hintergrund, da auffällig viele Zufälle zu einigen kuriosen Rettungen in letzter Sekunde führen. Man bekommt auch von Minute zu Minute immer mehr das Gefühl, dass dieses Sci-Fi Abenteuer sich an vielen Stellen viel zu Ernst nimmt und an den falschen zu albern erscheint. Ob das nun mit der deutschen Synchro zusammenhängt blenden wir mal einfach aus, aber wenn eine Wiederbelebungsmaßnahme mit einem lauten Furz ihren lustigen Abschluss findet, ist wohl klar warum es manchmal einfach eine Schippe zu viel ist. Der Bogen wird im Laufe der Story komplett überspannt, als die Crew der Victory sich gegen den Stereotyp eines klischeebehafteten Bösewicht durchsetzen muss. Dessen Aufstieg ist ohnehin so vorhersehbar, dass der Kampf gegen ihn nicht wirklich viel Unterhaltung zu bieten hat. Für Trash hat Space Sweepers zu viel Qualität. Für einen ordentlichen Action-Blockbuster den man häufiger schauen kann aber zu wenig!

Space Sweepers Filmbild
Bild: Die Crew der "Victory" sind zunächst nur mit dem (Weltraum-)Müll sammeln beschäftigt. | NETFLIX

Nicht mehr als Durchschnitt

Es wirkt alles wie durchwachsenes Nachmittagsprogramm. Space Sweepers hat aber durchaus zwei unterhaltsame Stunden ins Heimkino gebracht, welche mit Sicherheit auch ihre Fans finden wird. Hätte man eine andere, vielleicht etwas zu ernst wirkende Crew in diese Story integriert, hätte das Ergebnis deutlich schlechter ausfallen können. Die vier Besatzungsmitglieder Tae-ho (Song Joong-ki), Jang (Kim Tae-ri), Tiger Park (Seon-kyu Ji) und Roboter Bubs (Hae-Yin Joo), welcher auch für den einen oder anderen erfrischenden Gag verantwortlich ist, sind allesamt abwechslungsreiche Figuren, mit einer starken Charaktertiefe welche man so nicht erwartet hätte. Die Details ihrer jeweiligen Vergangenheit werden erst spät in der Geschichte gelüftet, sodass man als Zuschauer stets interessant ihrer Handlungen folgt. Nichtsdestotrotz sind belanglose Zwischenstationen in heruntergekommenen Spülunken keine Seltenheit. Zwar möchte man irgendwie die Dystopie auf der Erde und die mit Müll überlagerten Anlagen rund um den Planen häufig hervorheben, sie verfehlen aber ihre Wirkung. Oftmals ist die Zusammenkunft mit anderen "Gleichgesinnten" von unausgewogenen Dialogen überschattet. Diese sind weder zielführend, noch so recht zwingend. Im Endeffekt nur Mittel zum Zweck und kleine Lückenfüller, die uns wieder aus den unterhaltsamen Momenten, die eigentlich in guter Menge vorhanden sind, hinaus reißen.

Fazit:

In gut zwei Stunden wurde man auch schonmal schlechter unterhalten, als bei Space Sweepers. Das hier kein Sci-Fi Meisterwerk auf euch wartet, sollte euch schon im Vorfeld klar sein. Da spricht allein schon das Promo-Material gegen eine solche Annahme. Dennoch ist der Unterhaltungswert auf ganz gutem Niveau und gleicht einige sehr magere oder anstrengende Minuten aus. Auf der Suche nach einem guten Action-Blockbuster könnte man hierbei definitiv fündig werden. Die Erwartungen sollte man trotzdem deutlich herunterschrauben, sonst wird der Spaß-Faktor mit Sicherheit darunter leiden.

MCG-Raiting

★★

5.0 Punkte

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