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"Spider-Man: No Way Home": Einer der besten MCU-Filme seit langem! (REVIEW)

Neues Jahr und wieder ein neuer Spider-Man. Ja, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft hatte in den vergangenen Jahren übermäßig viele Auftritte. Aber trotz der Vielzahl an den Filmen, in denen man nie wirklich erahnen kann wie viel Sony bzw. wie viel Marvel drin steckt, ist der neue Hit Spider-Man: No Way Home ein echtes Glanzstück der jüngsten Superheldenfilme, die wir die letzten Jahre sehen konnten.


Filminfos:

Kinostart: 15. Dezember 2021
Laufzeit: 149 Minuten
FSK: 12

Genre: Superhelden/Action

 

Regie: Jon Watts

Cast: u.a. Tom Holland, Zendaya, Benedict Cumberbatch & Jacob Batalon

Story:

Peter Parker kann sich nicht länger hinter seinem Alter Ego "Spider-Man" verstecken. Quentin Beck hat dafür gesorgt, dass die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft als Peter Parker bekannt wird und er zudem für den Drohnenangriff in London verantwortlich gemacht wird. Damit die Welt diesen Vorfall wieder vergisst, bittet Peter den Zauberer Doctor Strange um Hilfe. Ein neues Multiversum eröffnet sich, in dem böse Mächte Peters Plan zunichtemachen.



"Spider-Man": Die Angst vor einem überladenem Durcheinander

Wie viel Spider-Man steckt eigentlich noch in einem Spider-Man Film? Die Rechtelage dieser Marvel-Figur hat die Jahre hinweg immer stets einen Balanceakt hinlegen müssen. Denn anders als bei anderen Figuren des MCU, hat Sony den Großteil des "Sorgerechts" und ist dazu genötigt mindestens alle zwei Jahre einen Film über die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft zu liefern. Egal ob in Live-Action oder als Animation! Tom Hollands Spider-Man muss sich der Problematik stellen, dass sie nur ein kleines Bindeglied eines noch größeren Universum ist. Während er in Teil 1 noch seinem Mentor Iron Man nacheifert, ist es in Teil 2 praktisch das Erbe seines Mentoren welches ihn belastet und/oder prüft. Der neue Film wiederum, versucht nicht einmal dem jungen Superhelden eine Art Mentor zu geben. Auch wenn ein Dr. Strange (Benedict Cumberbatch) ebenso prominent auf den Postern verkörpert wird, es dieses mal wirklich die Peter Parker Show! Ohne größere Ausflüchte. Es geht im Abschluss dieser Trilogie also endlich mal um den Teenie, der erwachsen wird. In jeglicher Hinsicht. Sowohl menschlich, als auch als Superheld. Der Aufbruch des Multiversums ist da nur ein Mittel zum Zweck und hat lediglich die Funktion die Geschichte voran zu treiben. Eine Geschichte, und ich denke das wird vor allem die eingefleischten Spidy-Fans freuen, die sich praktisch nur um ihren Titel gebenden Helden dreht. Um seine Ängste, seine Zweifel und seine mutigen Leistungen. Ein Faktor der bisweilen von dieser Figur innerhalb des MCU nur eine Nebensache oder nur am Rande thematisiert wurde.

Tom Holland lieferte seine beste Spider-Man-Perfomance!

Das Grundgerüst im Film stimmt also. Fehlt nur noch die Perfomance des Hauptdarstellers und die ist im dritten Teil nahezu makellos. Tom Holland gelingt es einen verwirrten, entkräfteten und manchmal auch enttäuschenden Superhelden abzugeben. Eben wie es von einem jungen Erwachsenen nicht anders zu erwarten ist. Denn vor allem der Start setzt genau da nahtlos an, wo uns Far From Home mit nachdenklichen Minen zurückließ. Wir erinnern uns noch an die schwerwiegende Post Credit Scene wo sein Hintergrund vom Daily Boogle offenbart wurde. Eine Enthüllung, welche natürlich Konsequenzen nach sich zieht. Diese betreffen nicht nur Spider-Man an sich, sondern eben auch unseren geliebten Peter Parker, der sich dadurch zahlreichen Problemen stellen muss. Hinzu kommen Schlüsselfiguren wie M.J. (Zendaya) und Ned (Jacob Batalon), welche schon jetzt praktisch nicht mehr wegzudenken sind, die gleichermaßen von der Enthüllung betroffen sind. By the way ist das von allen Beteiligen sowohl schauspielerisch extrem gut dargestellt und wichtig für die nachfolgenden Geschehnisse. Der MCU Spider-Man sieht sich also einer großen Aufgabe gestellt, die durch den verpfuschten Zauberspruch noch wesentlich größer wird. Eine Prüfung, die auch durch die Perfomance von Tom Holland zusätzlich geputscht wird, da er von Kampf zu Kampf, und davon gibt es hier doch zahlreiche, immer mehr mitgenommener wirkt. Einen so verletzlichen und niedergeschlagenen Peter Parker habt ihr wahrscheinlich selten gesehen. Und ohne großartig zu spoilern, jeder Mensch der ihm Nahe steht ist in diesem Film mindestens einmal Ziel der Schurken.

Spider-Man No Way Home Dr. Strange
Bild: Dr. Strange (Benedict Cumberbatch) gerät mit Spider-Man (Tom Holland) in einen Konflikt. | Marvel Studios/Disney

Multiversum-Bösewichte!

Nächster wichtiger Faktor für den Erfolg sind die Bösewichte. Von denen einige bereits in der Vorschau präsentiert wurden. Die so mir nichts dir nichts in diesen Film einzufügen, war keine leichte Aufgabe. Denn man entschied sich für alte, bereits auf der Leinwand etablierte, Schurken. Bösewichte aus anderen Spider-Man Filmen, wie die von Andrew Garfield und Tobey Maguire. Diese nochmal einzusetzen, birgt dann doch die ein oder andere Hürde, welche es zu überwältigen gilt. Das hätte auch ganz schön in die Hose gehen können. Aber in No Way Home gelingt es wirklich allen, dazu gehören Doc Oc, Electro, Sandman, Lizard und den Grünen Kobold so einzugliedern, dass sie keine Stereotypen verkörpern, sondern echte Charakte mit echten, teilweise bewegenden, Hintergründen. Natürlich hat dabei der ein oder andere Schurke mehr Screentime, aber wurden sie im Hinblick auf deren Wichtigkeit innerhalb der vorangegangen Filme auf die Figuren abgestimmt. So haben Alfred Molinas Doc Oc und Willem Dafoes Green Goblin die prominentesten Auftritte. Beide und das kann man hier ebenfalls vorausgeben, werden im Lauf dieser Superheldenstory noch sehr wichtige Rollen einnehmen, die auch den aktuellen Spider-Man betreffen. Es lohnt sich also sehr genau hinzuschauen. Dabei mag es zwar extrem viel Fanservice geben, aber es passt irgendwie auch perfekt zu diesem Film, über den Monate im Voraus so erheblich diskutiert wurde über Auftritte, Cameos und dergleichen. Es wird wirklich zahllose Momente geben, wo einem das Marvel-Fanherz aufgeht. Keine Sorge!

Klassischer Marvel-Charme?

Das was Marvel stets ausmacht sind bildgewaltige Superheldenstories mit kleinerem Hang zur Theatralik, aber einem immensen Drang zu Gags, die gewisse Szenen auflockern sollen. Selbstverständlich ist selbst diese doch sehr dramatische Spider-Man Geschichte mit Humor übersät, die zuweilen funktioniert, aber definitiv nicht immer. So werden einige Gags, wie bspw. der als komischer Name abgestempelte Doctor Otto Octavius unnötig in die Länge gezogen, obwohl diese nicht mal wirklich zu Beginn der Szene lustig erscheinen. Trotzdem setzt das MCU auch im neuen Film auf diverse Lacher, die folglich auch zustande kommen. Das liegt aber auch daran, dass mittlerweile jeder Zuschauer, der sich in so einen Film ins Kino setzt oder zu Hause schaut, einige Details aus diesen Blockbustern bereits im Vorfeld kennt. Das MCU ist heutzutage omnipräsent und hat zugegebenermaßen auch oft klassischen Slapstick-Humor, bei denen man auf Gag eigentlich schon vorbereitet ist. Nichtsdestotrotz funktioniert auch dieses typische Merkmal im Zusammenspiel zahlreicher Nebenfiguren. Egal ob ein zynischer Dr. Strange, ein kleiner Cameo einer mysteriösen Nebenfigur oder bei der On-Off Beziehung zwischen Tante May (Marisa Thomei) und Happy Hogan (Jon Favreau). Es gehört einfach zu einem guten Marvel-Blockbuster dazu und wird auch noch weit über diesen Film hinaus Anwendung finden. Trotzdem hat No Way Home innerhalb des MCUs eine weitaus tragischere Rolle eingenommen, indem endlich mal ernsthafte Konsequenzen die Folge der gezeigten Ereignisse mit sich bringen. 


Fazit:

Spider-Man: No Way Home ist bestes Marvel-Entertainment. Das dritte Solo-Abenteuer von Tom Holland ist unterhaltsam, actionreich und vor allem eines: hochdramatisch. Ein Film auf den wahrscheinlich fast alle warten und mit Sicherheit nur die wenigsten enttäuscht sein werden. Er hat Witz, tolle Nebenfiguren mit noch besseren Schauspielern, bieten den ultimativen Fanservice und ist emotional bewegender als der Großteil aller MCU-Filme. Spider-Man: No Way Home ist ohne Zweifel einer der besten Filme des Jahres und vielleicht sogar einer der besten MCU-Blockbuster überhaupt!

MCG-Raiting

★★★★★

8.5 Punkte



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