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"Spider-Man: Far From Home": Das MCU lässt einfach nicht locker! (REVIEW)

23 Superheldenabenteuer ist es nun stark. Das Marvel Cinematic Universe. Die Erkenntnis die man aus dem Film ziehen kann, ist folgende: Es wird einfach nie langweilig. Auch Spider-Man: Far From Home spielt mit der Erwartungshaltung seiner Fans und ist, trotz das es nur ein Solo-Superheldenfilm ist, so viel wichtiger als man es zunächst zu vermuten glaubt.

"Far From Home" ist eine gelungene Abwechslung nach "Endgame"

Nach dem sehr ernsten Unterton von Avengers: Endgame wird es wohl erst Zeit sich von den vielen Schocks gebührend zu erholen. Das neue Spider-Man Abenteuer bietet da die richtigen Anreize. Zwar wird man des Öfteren im Film mit dem Schicksal, dass Endgame mit sich brachte, konfrontiert, aber im Allgemeinen gelingt es dem neuen Superheldenstreifen des MCU die Fans wieder richtig zum Lachen zu bringen. Denn bei all dem tiefsitzenden Schmerz, der sich im Hintergrund aufhält, eines hat Far From Home  ganz sicher: Eine riesen Portion Humor. Zwar will nicht jeder Gag zünden, aber ein gutes 3/4 davon hält die Zuschauer enorm gut bei der Stange. Dabei macht natürlich nicht nur Spider-Man aka Peter Parker eine Top-Figur, sondern auch Happy Hogan, Mysterio und sogar der sonst so ernst zunehmende Nick Fury. Es mag vielleicht zu viel des guten sein, aber viele würden mit Recht auch behaupten, dass es gerade zum aktuellen Zeitpunkt (also nach Endgame), der Film an der richtigen Stelle war.

Ein sympatischer Cast mit Happy Hogan als heimlichen Star

Ja, Spider-Man: Far From Home mag nicht den Starcast haben, denn Avengers: Endgame inne hatte, aber für einen "einfachen" Superheldenfilm wie diesen hat man einen entsprechend starken Cast. Der neue bzw. aktuelle Spider-Man, Tom Holland, steht natürlich maßgeblich im Vordergrund und macht seine Sache tatsächlich so gut, dass man ihm fast als besten Darsteller der "freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft" betiteln könnte. Mit einem Charakterdarsteller, wie Jake Gyllenhaal, der scheinbar auch nicht einfach zu bekommen war, hat man zudem einen hervorragenden Mann für eine Rolle gewählt, die undurchsichtig erscheinen soll. Und auch er macht seine Sache, wenn auch nicht so durchtrieben wie man zunächst für seine Figur vermuten könnte, ausgezeichnet. Aber gehen wir mal weiter in Richtung der Nebendarsteller, denn davon gibt es hier jede Menge und dann auch noch sehr gute. Darunter Zendaya als die mysteriöse MJ, in die sich Peter Parker verliebt. Sein bester Freund Nick Leeds, gespielt von Jacob Balaton, der einen wirklich guten, teilweise niedlichen, Sidekick für Spider-Man abgibt. Oder ein Jon Favreau als Happy Hogan, der sich von Szene zu Szene zum heimlichen Star des Films entwickelt. Als Mentor, und fast schon als eine Art neuer Onkel fungierend, ist er das wichtigste Bindeglied, zwischen realem und Superheldenleben, für den MCU Spider-Man. Ohne spezielle Kräfte ausgestattet, dafür aber mit jeder Menge hoch entwickelten Equipment, ist Happy Hogan mittlerweile einer der wichtigsten Figuren außerhalb der gängigen Superheldenrige geworden. Als Mensch ist seine Figur, ein wichtiger Fortschritt für die Zukunft des MCU. Denn es müssen nicht nur bombastische Kräfte im Vordergrund stehen, sondern auch Menschen wie die Zuschauer selbst, damit das MCU stets noch einen kleinen Hauch von Realität vorweisen kann. Denn wie wir im Film auch lernen, dreht sich die Erde, auch trotz apokalyptischen Fingerschnipsen immer weiter.

Peter Parker aka Spider-Man geht auf Klassenfahrt
Bild: Peter Parker aka Spider-Man (Tom Holland) auf internationaler Klassenfahrt | © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Visuell muss sich "Spider-Man: Far From Home" vor keinem nicht verstecken

Marvel lässt sich nicht lumpen. Selbst nach den beiden visuell stärksten Errungenschaften des MCU (Infinity War und Endgame) bleibt die Optik phänomenal und im Vergleich zur Konkurrenz unerreichbar. Auch wenn nicht alles zu 100% klappt, denn auch Spider-Man: Far From Home ist visuell nicht perfekt, bleibt Marvel sich an dieser Stelle treu. Visuelle Effekte bleiben einfach ein wichtiger Eckpunkt des Franchise. Mit einem Mysterio, der in diesem Film für viele davon verantwortlich ist, haben wir zudem eine Figur die in ähnlichem Maße herausstricht, wie Spider-Man selbst. Vielleicht sind die zu Beginn dargestellten Feinde, die s.g. Elementals das schwächste Element in einem sonst sehr stimmigen auf Optik Hochglanz optimierten Film. Denn wie gesagt, der mysteriöse Mysterio hat in dieser Sache einfach die meiste Zeit seine Finger im Spiel, was die Optik betrifft. Im Hinblick auf die bisherigen Filme reiht sich damit auch ein Spider-Man: Far From Home äußerst würdig in die Liste von visuellen Meisterleistungen des MCU ein, auch wenn er geringfügig dem Endgame unterlegen, dafür aber seinem direkten Vorgänger Spider-Man: Homecomig überlegen ist. Also keine Sorge. Das MCU verlernt nicht, seine Stärken richtig einzusetzen.

Eine einfache Story in einem großen Universum

Spider-Man: Far From Home hatte bereits zur Bekanntgabe ein riesiges Problem. Nämlich das er der Film sein wird, der auf dem Jahrzehnte hinfieberndem Finale von Avengers: Endgame, folgen würde. Eine Bürde, die bislang kein Film in dieser Form tragen musste. Viele kleinere Elemente dieser epochalen Geschichte finden auch ihren Weg in das neue Spider-Man Abenteuer, sind aber am Ende doch zweitrangig. Und das ist auch gut so! Denn die Spider-Man Filme sollen letztlich auch nur von der "freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft" handeln und nicht von einem Universum, welches den Film komplett überladen würde. Auch wenn über dem neuen Abenteuer stets dieses Universum schwebt, in welchem Thor, Captain Marvel und Dr. Strange versuchen für das Gute einzustehen, bleibt die im Film dargestellte Story relativ simpel. Ein schlichter Kampf Gut-gegen-Böse, der einen etwas zu einfach geratenen Twist mit sich bringt. Wer sich im Vorfeld nur etwas schlau gemacht hat, in welche Richtung sich Spider-Man: Far From Home entwickeln könnte, kommt auch der Geschichte und dessen Verlauf schnell auf die Spur. Das was allerdings nach dem Twist folgt ist wiedermal ein absolut sehenswerter Kampf, der von dem sympatischsten Superheld aller Zeiten ausgetragen wird. Und vielleicht ist es sogar die Einfachheit mit der dieser Film seine Story abhandelt, welche ihn am Ende doch so stark macht, obwohl man ihm zu Beginn dies vielleicht nicht zugetraut hat.

Und ja, es heißt auch hier: Sitzen bleiben! Denn Spider-Man: Far From Home hat gleich zwei Szenen nach dem Abspann parat. Und die, das kann man euch versprechen, lohnen sich definitiv!

Spider-Man mit MJ in New York
Bild: Spider-Man (l., Tom Holland) mit MJ (r., Zendaya). | © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Fazit:

23 Filme im MCU und es wird einfach nicht langweilig. Spider-Man: Far From Home will nicht hoch hinaus, sondern bleibt in seiner Gänze ein ziemlich einfacher Solo-Superheldenfilm, der viel Freude bereitet und vielleicht auch die angeschlagenen Fans vom Endgame wieder zum Lachen bringt. Wenn auch nicht perfekt, Far From Home hat einen starken Cast mit hervorragenden Charakteren, einer Optik die hin und wieder vielleicht kleinere Mängel aufweist und zwei sehr wichtige Credit Szenen. Also heißt es wie üblich: Sitzen bleiben. Das MCU verlernt nicht wo seine Stärken liegen und streut hin und wieder Überraschungen, die man nicht unbedingt kommen sieht, auch wenn der große Twist in diesem Film eventuell zu leicht zu erahnen ist. Spider-Man: Far From Home ist also für Marvel-Fans wieder ein Muss und für Fans der Spinne so oder so, die erste Anlaufstelle in nächster Zeit. 

MCG-Raiting

★★★★★★★

8.0 Punkte

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