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"Spongebob Schwammkopf 3": Spaßige Unterhaltung oder Nostalgiekiller? (REVIEW)

Sein Kinostart im Sommer wurde abgesagt. Nun erhält der bekannteste Schwamm der Filmgeschichte doch noch seinen Auftritt in 2021. Zwar nur auf Netflix, aber immerhin. Und der Blick lohnt sich! Sowohl für eingefleischte und hartgesottene Fans, als auch für die jüngeren Zuschauer. Auch wenn der Charme der Serie und des ersten Films quasi nicht mehr vorhanden ist.

Funktioniert Spongebob in 2020?

Knapp 16 Jahre nachdem der erste Film veröffentlicht wurde, erscheint nun der dritte (Kino)film des sprechenden Schwamms von Nickelodeon. Mal gut, mal weniger gut. Seit 1999 ist die Unterwasserwelt rund um Bikini Bottom als (Zeichentrick-)Fernsehserie zu sehen. Da mittlerweile der Zeichentrick ziemlich altgebacken und kaum noch Zuspruch an jungen Zuschauern findet, erhält Spongebob im neuen Film auch einen gänzlich neuen Look. Und dieser Schachzug ist voll aufgegangen! Der animierte Look geht Hand in Hand mit den Sehgewohnheiten der (aktuell) jüngeren Generation, ohne sich dabei vollständig von der bisherigen Darstellung aller Figuren und Ortschaften des Zeichentricks zu verabschieden. Es mag zu Beginn vielleicht vor allem den alten Fans etwas Unbehagen bereiten, dass Spongebob, Patrick, Thaddeus und co. nicht in gewohnter Form betrachten zu können. Aber die Rechnung mit der Animation geht am Ende auf und verspricht auch im neuen Abenteuer spaßige Unterhaltung. Doch an vielen Stellen vermisst man doch den Charme, den diese Kultfigur in der Serie verkörpert hat. Ohne zu wissen, was genau, wird einigen der Zuschauer, die auch schon zur Jahrtausendwende die Serie schauten, bewusst, dass hierbei "das gewisse Etwas" fehlt. Dennoch erhaltet ihr mit diesem Film, der nun anstelle eines Kinostarts direkt auf Netflix veröffentlicht wird, 90 unterhaltsame Minuten mit den bekannten Gesichtern. Wer also schon früher Fan war oder zumindest die Serie damals geschaut hat, wird auch mit dieser Verfilmung seine Freude haben.

Zahlreiche Gastauftritte

Wie auch schon in Vergangenheit lässt man es sich bei einem Spongebob-Film nicht nehmen einige Stars in die Story einzugliedern. War es 2004 der Baywatch-Star David Hasselhoff, ist es jetzt die Action-Ikone Keanu Reeves. Dieser spielt sogar eine äußerst wichtige Rolle innerhalb der Handlung und das obwohl er letztlich nur s.g. Steppenläufer ist. Auf skurrilste Art und Weise gelingt es dem Film hier kindlichen Humor mit wichtigen und prägenden Erkenntnissen zu vermischen. Nicht umsonst nennt sich der John Wick-Darsteller im aktuellen Spongebob-Abenteuer "Der Weiße". Tatsächlich ist sein Charakter sogar derjenige, der es immer wieder auf den Punkt genau bringt und unsere Helden zurück auf den richtigen Kurs lenkt. Schließlich handelt es sich hier auch um eine Entführungsgeschichte! Da kann man es sich nicht leisten in versunkenen Stadt Atlantic City dem Glückspiel zu verfallen! Neben Reeves dürfen sowohl Snoop Dogg und Machete himself Danny Tejo ebenfalls im Film auftreten. Snoop Dogg erhält natürlich einen musikalischen Act, während Danny Trejo als "El Diablo" eine Westernstadt unsicher machen. Letzten Endes bleibt aber nur Keanu Reeves Auftritt nachhaltig in Erinnerung, da er zum einen den wichtigeren Part einnimmt und in der zweiten Hälfte des Films eine ziemlich starke Präsenz vorweist. Die anderen beiden Gastauftritte bleiben nur von kurzer Dauer. Sie bieten zwar schnelle und erfrischende Unterhaltung, haben aber einen wesentlich geringeren Anteil an der Geschichte. Die Gastauftritt bleiben also Mittel zum Zweck. Allerdings verfehlen sie nicht ihre Wirkung.

Spongebob Schwammkopf Filmbild
Bild: Gastauftritte, wie der von Keanu Reeves, sind im Film keine Seltenheit. | Paramount Pictures

Ein Hoch auf die Freundschaft

Wofür man die gesamte Spongebob-Filmreihe und die Serie loben kann, ist dessen Umgang mit dem Thema Freundschaft. Auch sein dritter Film stellt die Freundschaft maßgeblich in den Vordergrund und vermittelt in der bestmöglichsten Form wie der sprechende Schwamm zu seinen Freunden steht und was genau er ihnen bedeutet. Zwar wird an dieser Stelle die Geschichte von Bikini Bottom, und wie sich alle kennengelernt haben, im Hinblick auf die Geschichte des Films abgeändert/zugeschnitten, stören wird das aber im Endeffekt niemanden. Wir erwarten bei dieser Reihe natürlich keine logischen Schlussfolgerungen oder fundierte Hintergrundgeschichten der Figuren. Vielmehr nimmt dieser Film manch eine Abkürzung, welche Teile der Serie und deren Geschichte beeinflusst oder sie gar umschreibt, aber das tun eben auch viele andere Animationsfilme im selben Stil. Das kann man gut oder schlecht finden, aber bei diesem Beispiel nimmt man es den Machern keineswegs übel. Zumal das Kernelement des Films dadurch bekräftigt wird und mehr Emotionen mit ins Spiel kommen, als zunächst angenommen. Das gelingt vor allem im letzten Drittel und das womöglich auch auf Kosten von guten Witzen, welche relativ häufig ihr Ziel verfehlen. Diese wurden wohl etwas zurückgefahren und bleiben weitestgehend nur im Durchschnitt. Lachanfälle werden womöglich die Ausnahme bleiben, wenn man den Film sieht, aber das mag auch daran liegen, dass diejenigen, die mit der Serie aufgewachsen sind, wahrscheinlich auch schon zu viel davon gesehen haben, als so mancher Neueinsteiger. Und trotzdem vermag man hier kurzzeitig auf die Tränendrüse zu drücken, wenn der Film veranschaulicht, wie sich der berühmteste Schwamm der Welt um einen seiner besten Freunde sorgt.

Fazit:

Der etwas sperrige deutsche Titel Eine schwammtastische Rettung für das dritte Abenteuer lassen wir als Kritikpunkt mal außen vor. Auf die Gesamtheit betrachtet haben wir es hier mit einem ordentlichen Spongebob-Film zu tun, der zwar nicht mehr die Stärken des ersten Films, sowie die ersten Staffel der Serie einfangen kann, aber womöglich einen kleinen Wendepunkt der Kultfigur präsentiert. Der Look ist angepasst und funktioniert, während viele Gags nicht mehr so recht zünden wollen (leider). Trotzdem schafft man es mit dem Film so viel Emotionen zu erzeugen, dass der Zuschauer wieder gut in die Unterwasserwelt eintauchen kann. Man kommt aber auch nicht drum herum zu sagen, dass diesem aktuellen Film doch etwas fehlt, womit gänzlich jeden Zuschauer (ob alt oder jung) abgeholt werden kann.

MCG-Raiting

★★★★★★★

6.5 Punkte

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