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"Stuber": Keine 5-Sterne Fahrt (REVIEW)

Buddy-Movies sind wieder im Trend? Geht es nach der neuen Actionkomödie, mit Dave Bautista und Kumail Nanijani in der Hauptrolle, hieße die Antwort ganz klar: Nein! Denn das ungleiche Action-Duo zaubert nicht die Laune auf die Leinwand, welche sie im Vorfeld im Trailer oder sonstigem Bild- und Videomaterial versprochen hatte.

Ein ungleiches Paar mit wenig guten Gags

Ein verbitterter Polizist trifft auf einen, nennen wir es mal, verarmten Möchtegern-Taxifahrer, der über die App "Uber" seine Brötchen verdient. Allein diese Konstellation (Polizist-Zivilist) klingt schon nach einer gängigen 90er Jahre Actionkomödie, die mittlerweile in die Jahre gekommen zu sein scheint. Die Produzenten von Stuber dachten wohl: Es wäre mal wieder Zeit dieses Sub-Genre mit zwei aufstrebenden Schauspielern wie Dave Bautista und Kumail Nanijani wiederzubeleben. Doch weit gefehlt! Der Komödie fehlt eine gewisse Prise an fähigen Gags und ganz besonders der Charme, wie z. B. bei Rush Hour. Wer die bisherigen Leistungen von Dave Bautista aus den Marvel-Filmen kennt, wird bei Stuber definitiv enttäuscht. Nur selten gelingt es dem Drax-Darsteller an seine bisherigen Gag-Granaten anzuknüpfen. Der zweite im Bunde, Kumail Nanijani, der demnächst ebenfalls in einem Marvel-Film ("The Eternals") zu sehen sein wird, ist also die letzte Hoffnung das Publikum gut zu unterhalten. Doch nein, auch dem pakistanischen Schauspieler gelingt dies nicht. Viel mehr beginnt seine Figur von Szene zu Szene einfach nur noch an einem auf die Nerven zu gehen. Weiblich animiertes Gebrüll und absolut zickiges Verhalten geht von seiner Figur namens Stu aus. Keine Merkmale die dem Zuschauer ein Lachen entlocken. An vielen Stellen ist dies teilweise sehr unangenehm auf der Leinwand zu betrachten. Vor allem auch dann, wenn er sich auf die vielen unterirdischen und langweiligen Dialoge mit dem aufgepumpten Vic einlässt. Gerade DAS sollte bei einem Buddy-Movie die größte Stärke sein. Das Publikum mit groben und dennoch interessanten Sticheleien zwischen den Hauptakteuren unterhalten zu können. Stuber versucht dies  öfters viel zu krampfhaft, ohne den gewünschten Erfolg. Was man aber zumindest leicht positiv aufgreifen kann, ist die Tatsache, dass die beiden sehr ungleichen Figuren im Ansatz gut in ein Film hinein passen.

"Stuber" spart sich die Action an zu vielen Stellen

Wer einen rasanten Actionfilm erwartet wird ebenfalls enttäuscht. Stuber lässt sich gerade zu Beginn viel zu viel Zeit seine Hauptfiguren aufeinander treffen zu lassen. Es benötigt sogar eine Vorgeschichte, um die Vergangenheit des Polizisten Vic, welche eine Kopie von jedem dritten Actionfilm sein könnte, darzustellen. Hierfür, und weil diese Szene auch von sehr geringer Relevanz und der minderwertigen Emotionalität, welche vorgegaukelt wird, hätte man sich dies definitiv sparen können. Die alleinige Erwähnung dieser Szene hätte bereits gereicht. Lieber lässt man die beiden Hauptfiguren früher auf einander treffen und direkt in die Action schicken. Zumal die Action oftmals durch familiäre Problematik, gesundheitliche Beeinträchtigungen und einer der langweiligsten Romanzen stark nach hinten gedrückt wird. Die Action selbst, in der zum Großteil Dave Bautista in Szene gesetzt wird, bleibt eher Durchschnitt. An zwei bis drei Stellen wird es dennoch äußerst blutig. Sogar so blutig, dass man sich auch fragen kann, wie es hier zu einem FSK 12 bei der Altersfreigabe gekommen ist. Dies sei aber mal hinten angestellt. Denn dafür, dass er bereits einen relativ schwachen Humor aufweist, hat Stuber auch schlicht nicht genügend Action-Szenen, um noch mehr aus diesem drittklassigen Film herauszuholen. Es ist nicht gelogen, wenn man behauptet, dass nahezu zwei Drittel, was man im Trailer gesehen hat, den Hauptbestandteil der Action-Szenen im Film darstellt. Es ist einfach zu wenig!

"Stuber" Szenenbild:
Bild: Stu (l., Kumail Nanijani) und Vic (r., Dave Bautista) sind so verschieden wie man nur sein kann. | © 2019 Twentieth Century Fox

Eine interessante Geschichte fehlt

Das ein reiner Actionfilm natürlich keinen 100% qualitativ hochwertigen Plot aufstellen kann, ist selbstverständlich kein Geheimnis mehr. Stuber fehlt, wie so oft in diesem Genre, gleichfalls eine interessante Kriminalgeschichte. Wir hangeln uns hier von Szenerie zu Szenerie, wo sich die beiden Figuren hin und wieder durchkämpfen müssen. Polizeiliche Ermittlungen bleiben, aufgrund des "Undercover"-Einsatzes von Vic, auch Wunschdenken. Für spannende Twists hat man sich somit bereits eine riesige Blockade geschaffen, welche der Film nicht mehr durchdringen kann. Für Stuber sah man es immerhin ein, dass man einen solchen unterdurchschnittlichen Action-Plot, der tatsächlich wenig zu entfaltenden Inhalt anbietet, auf lediglich auf 92 Minuten gestreckt hat. Jede weitere Minute wäre schon zu viel gewesen. Trotzdem sorgen überspitzte Handlungen des ungleichen Paares vereinzelt für einigermaßen gut gelungenes Popcorn-Kino. Hätte der Film beispielsweise das Beziehungschaos von Stu, oder die Augen-OP von Vic weg gelassen, so hätte das Stuber mit Sicherheit enorm gut getan. Man kann hier Spaß haben, sollte aber die Erwartungen was den Witz und die Action angeht nicht zu hoch ansetzen.

Fazit:

Diese Actionkomödie hat man wirklich schnell vergessen. Beide Hauptfiguren bleiben, trotz einem einigermaßen guten Ansatz, blass und eintönig. Es fehlt der gewisse Reiz, welches Filme aus dem Genre ausmacht. Entweder harte und einprägende Action-Szenen oder überaus lustigen Momenten, die in Erinnerung bleiben. Leider fehlen Stuber diese Eigenschaften in seiner Gesamtheit. Gott sei Dank hat man diesen Film mit seiner sehr plumpen und leeren Story nicht über die gängigen eineinhalb Stunden gestreckt. Da es zumindest einige kleine Lichtblicke gibt, die durchschnittliches Popkorn-Kino ausmachen, ist Stuber keine absolute Katastrophe, schlittert aber an seiner im Film angepeilten 5-Sterne-Wertung bei uns dennoch vorbei:

MCG-Raiting

★★★★

4.0 Punkte

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