· 

Warum das Live-Action Remake zu "Mulan" zum Scheitern verurteilt ist! | SURE TO FAIL #001

Disney ballert seine Remake-Klassiker nach und nach hinaus und mit Mulan greift der erfolgreichste Filmverleiher erneut auf einen seiner beliebtesten Zeichentrickfilme zurück. Selbst wenn dieser neuer Live-Action Film, von den bisherigen Remakes womöglich am meisten Sinn macht, gibt es große Hürden die sich dem Film in den Weg stellen. Der fast 300 Mio. US Dollar teure Film ist aus verschiedenen Gründen zum Scheitern verurteil.


SURE TO FAIL

In dieser neuen Rubrik werden große Kinoflops, als auch potenzielle zukünftige Flops und die Hintergründe ihres Scheiterns dargestellt. Dabei handelt es sich ausschließlich um Flops, die an den Kinokassen scheiterten oder womöglich scheitern werden. Hier beschreiben wir die wichtigsten Faktoren, welche den Flop verursachten oder in Zukunft verursachen könnten. 



Gigantisches Budget mit Genickbruch-Charakter

Das Offensichtlichste zuerst: Mit knapp 300 Mio. US Dollar an Produktionsbudget wird Mulan der teuerste Streifen im kommenden Jahr werden. Ohne die selten von Filmen ermittelten Marketingkosten mit einzubeziehen, müsste das neue Live-Action Remake von Disney mindestens 600 Mio.+ (wahrscheinlich noch um einiges höher) einspielen, um zumindest knapp im Soll zu bleiben. Alles darunter würde den Film letztlich zu einem Kinoflop oder in den USA etwas schöner betitelt eine Box Office Bomb machen. Das solche Einspielergebnisse in jüngster Vergangenheit kein Problem für Disney-Filme darstellte, muss bei Mulan keine Garantie sein. Denn die Vorgeschichte zum Film, sowie die bisher schlechte Publicity im Vorfeld, lässt die Alarmglocken läuten beim Micky Maus Konzen.

 

Es gab bislang erst sechs Kinofilme die ein Budget von 300 Mio. US Dollar und höher an Produktion verschlungen haben. Der letzte aus dieser Liste, Avengers: Endgame, hatte dieses Jahr zwar den heiß ersehnten Box Office Rekord von Avatar eingeholt, zuvor allerdings hatte das konkurrierende DC-Superheldenlager mit Justice League ebenfalls ein ähnlich hohes Budget und erwirtschaftete am Ende beinahe einen Verlust von knapp 100 Mio. US Dollar. Große Budgets sind, in nicht seltenen Fällen, meistens auch die größten Kinoflops die es in der Geschichte gegeben hat. Mulan könnte, wenn es wirklich schlecht läuft, sich ebenfalls dort einreihen.

Die Leute sind genervt von Disneys Live-Action Remake

Das Remakes nicht immer gut beim Publikum ankommen ist mit Sicherheit kein Geheimnis mehr. Im auslaufenden Jahr 2019 war wahrscheinlich keine Filmbeschreibung unpopulärer als der Begriff "Live-Action" in Kombination mit "Remake". Dennoch waren die Disney-Produktionen Aladdin und Der König der Löwen am Ende sogar Milliarden-Hits an den Kinokassen. Aber wie schon erwähnt, mit Mulan sollte man sich nicht so sicher sein, dass eine frühere erfolgreiche Filmhandlung auch ein Garant dafür ist, dass ein Remake ebenso gute Umsatzzahlen einspielt. 

 

Viele Kritiker, sowie auch Zuschauer werfen Disney (zweifellos auch nicht unberechtigt) vor, dass sie nichts wirklich neues in die Kinos bringen wollen, sondern vielmehr ihre Klassiker recyclen oder auf bereits etablierte Franchises, wie Star Wars oder das MCU deutlich mehr investieren. Eben wenig Risiko! Wie lange das gut geht wird sich selbstverständlich zeigen. Vielleicht könnte Mulan am Ende sogar die Richtung weißen, wenn dieser neue Streifen katastrophal scheitert. Spätestens dann würde auch Disney einsehen, dass man nicht mit jedem Remake so glücklich durchkommt wie bisher geschehen.

Die 2020er Mulan-Version soll etwas anders sein

Es bedeutet sicherlich nichts schlechtes, wenn ein Film sich von seinem Original abheben will. Ich, für meinen Teil, finde das um einiges besser, als alles 1:1 in der Live-Action Adaption wiederzugeben, wie bspw. bei Der König der Löwen aus diesem Jahr. Aber kaum sind wichtige Elemente aus dem Original weg ist die Meckerei groß. Bestes Beispiel ist der Drache Muschu, den die meisten mit der unverkennbaren Stimme mit Otto Walkes (im Originalton Eddie Murphy) in Verbindung bringen werden und der auch einen enorm wichtigen Beitrag zum Erfolg des Zeichentricks geleistet hatte. Natürlich schreien dann die eingefleischten Fans auf und verwehren sich dem neuen Film. Ebenso soll der Love-Interest aus dem Zeichentrick, Captain Li Shang, nicht dabei sein. Auch dieser Punkt enttäuscht die Fans. Die aber viel interessantere Frage dabei ist, wieso wollen Fans nichts neues. Einerseits wird sich beschwert, dass alles kopiert wird, aber andererseits beschwert man sich, dass Figuren aus dem Original fehlen? Man kann es wohl gar keinem mehr recht machen! Aber das würde eigentlich auch schon den Inhalt zu einem separaten Beitrag liefern.

 

Da Disney hier viel mehr Wert auf die asiatische Kultur legen wollte, wurde zum Einen Mushu gestrichen, da er bereits im Original überwiegend Scherze auf die Kosten eben genau dieser Kultur gemacht haben soll. Eine Anschuldigung die zwar zum Haare raufen ist, aber der letztliche Grund für das Herausschreiben dieser Figur war. Die im damals angehende Lovestory zwischen Li Shang und Mulan wird im Remake mit der schlichten Streichung auch sehr uncharmant gelöst. Was noch hinzu kommt sind die Lieder, die mittlerweile einen sehr hohen Nostalgiefaktor inne haben. Diese werden im Film "nur" als Backgroundmusik fungieren. Schade, aber irgendwie in gewisser Form verständlich, zumal der komplette Film auch einen etwas düsteren Ton verfolgen will, als der mit kinderfreundlichem Humor und der klischeehaft heroisch überladenden Zeichentrick. Die Zeit wird es zeigen, ob dieser Ton am Ende die Zuschauer auch beeindruckt. Bislang allerdings stehen hierfür die Chancen ebenfalls sehr schlecht.

Twitter-Shitstorm

Politische Themen sind mittlerweile ebenso ein ausschlaggebender Punkt für Filme. Leider! Denn Politik und Unterhaltung sollten stets deutlich getrennt werden, vor allem wenn es um Filme geht. Denn die eigentlichen Produktionen können, und das entgeht vielen empörten Kinogängern häufig, überhaupt nichts dafür, wenn politische Institutionen bspw. ein Land in die Krise stürzen oder gar Konflikte verursachen. Die neue Mulan-Darstellerin Liu Yifei ist, vielleicht auch nicht unverdient, einem Shitstorm zum Opfer gefallen. Ein Tweet in dem sie die Hongkonger-Polizei, während deren teilweise brutalen Vorgehensweise gegen Protestler, den Rücken stärkte, sorgt unter anderem für eine Boykott-Aktion auf Twitter. Der Hashtag #BoycottMulan trendete ganz gewaltig. Auch wenn die Aussage der Schauspielerin sicherlich nichts ist, was man gut heißen kann, ist der Protest gegenüber dem Film (der nach wie vor nichts für die politisch sehr heikle Lage in Hongkong kann) übertrieben. Vielleicht sollten aber Schauspieler in Zukunft wohl eher vorsichtig agieren, wenn sie ihre Meinung zu politisch äußerst diskutablen Themen abgeben wollen. Dieser Shitstorm allerdings sorgt bereits im Vorfeld für viel schlechte Publicity, die dem Film wohl einiges an Sympathie gekostet hat. Wie dieser Shitstorm Mulan am Ende beeinflussen wird, sehen wir dann, wenn der Film am 26. März 2020 in die Kinos kommt. 

SURE TO FAIL:

70-80% (Sehr wahrscheinlich)

Tatsächlich spricht im Vorfeld sehr viel dafür, dass Mulan an den Kinokassen scheitern wird. Bis zum Kinostart ist noch ein wenig Zeit. Vielleicht kann das Remake noch einige unglückliche Fans mit guten Marketing-Moves zurückgewinnen. Ein Flop ist nicht garantiert, aber die Chancen für Erfolg stehen aktuell eher schlecht.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0