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"The Conjuring 3": Die Dämonen lassen uns keine Ruhe! (REVIEW)

Da sind sie wieder die Warrens. Die besten filmischen Dämonologen auf der großen Leinwand. Ein drittes Mal und dieses mal hat man sich sogar eine sehr interessante Kriminalgeschichte zum Anreiz genommen. Kann Conjuring 3 - Im Bann des Teufels, auch acht Jahre nach dem Start des Franchise, überzeugen oder haben die Dämonen aus gegruselt?


Filminfos:

Kinostart: 1. Juli 2021

Laufzeit: 112 Minuten

FSK: 16

Genre: Horror

 

Regie: Michael Chaves

Mit: Patrick Wilson, Vera Farmiga, Ruairi O´Connor, Sarah Catherine Hook und John Noble

Story:

Ein erschreckender Mordfall und eine mysteriöse böse Präsenz erschüttern selbst die paranormalen Ermittler Ed und Lorraine Warren bis ins Mark. In ihrem aktuellen Fall geht es um den Schutz der Seele eines kleinen Jungen. Dabei begeben sie sich in eine unbekannte Welt. Es ist das erste Mal in der amerikanischen Geschichte, dass sich ein des Mordes verdächtiger Mann auf dämonische Besessenheit als Verteidigungslinie beruft...



"The Conjuring 3" startet mit alter Stärke!

Im Horror-Genre steht keine Filmreihe so hoch im Kurs wie das Conjuring-Universum von James Wan. 2013 gestartet, umfasst dieses Franchise mittlerweile acht Filme. Dazu gehören jeweils die drei Teile von Conjuring und Annabelle, Lloronas Fluch und The Nun. Der aktuelle Titel mit dem Beinamen Im Bann des Teufels ordnet sich zeitlich als letzter ein und spielt im Jahr 1981. Für die Handlung hat man sich hier von einem realen Mordfall inspirieren lassen. Der Prozess rund um Arne Cheyenne Johnson war der erste seiner Art in den USA, wo die Verteidigung auf Freispruch plädierte, weil er als Täter angeblich von einem Dämonen besessen war und somit seine eigene Wahrnehmung trübte. Hier kamen auch die Dämonologen Ed und Lorraine Warren zum Einsatz, um exakt diese Argumentation mit Beweisen zu untermauern. Eine nahezu perfekte Geschichte für einen Horrorfilm. Unabhängig davon, dass im "echten" Gerichtsprozess Arne Cheyenne Johnson letztlich doch verurteil wurde, ist der Hintergrund mit dem man hier die ganze Szenerie lostritt zu Beginn wahnsinnig spannend eingefangen. Als Zuschauer wird, man dem Titel entsprechend, schnell in den Bann gezogen. Für einen Horrorfilm ist das schon einmal ein positives Omen. Diese Spannung hält sich von diesem mysteriösen Mordfall bis hin zur zweiten Hälfte des Films. Dabei haben die Macher hinter dem Universum nicht verlernt, wie man seine Zuschauer auch noch nach mehr als acht Jahren Conjuring, einen gehörigen Schrecken einjagen kann. Jumpscares at its best will man da schon sagen, aber den ein oder anderen negativen Aspekt findet man hier doch relativ schnell. Doch dazu gleich mehr. Für Fans der Reihe gibt es ordentlich Stoff, welcher für Unterhaltung sorgt. Nach den zuletzt eher ernüchternden Streifen wie Lloronas Fluch und The Nun kehrt man mit dem dritten Conjuring zu alter Stärke zurück. Zumindest im Ansatz, denn zum Glanz der Anfänge dieses Universums vermag man zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zurück zu finden.

Die ewig gleichen Horror-Klischees...

Mit der Zeit wird es natürlich immer schwerer in einer sich über mehrere Filme erstreckte Reihe die Zuschauer bei der Stange zu halten. Im Horror-Genre scheint dies sogar extrem viel schwerer zu sein, als bei anderen (harmloseren) Formen des Films, denken wir doch nur mal an das MCU. Nichtsdestotrotz kann der Conjuring-Filmreihe nicht deren Wert abgesprochen werden. Sie ist und bleibt, vermutlich auch auf ziemlich große Zeitspanne, die mit Abstand erfolgreichste und beliebteste Horrorreihe aller Zeiten. Dennoch merkt man in diesem dritten Teil, warum nicht mehr alles so gut funktioniert wie zum Start in 2013. Conjuring 3 erfindet natürlich nicht das Rad neu, beinhaltet aber in seiner Geschichte das ein oder andere Klischee zu viel. Es gibt nichts einfacheres in Horrorfilmen wie folgende Szene: Dunkelheit, das Licht geht aus. Zwischenzeitliche Ruhe. Ein urplötzlich lauter Sound oder Geräusch und zack hat man den Zuschauer erschreckt. Klar, dieses Prinzip funktioniert nach wie vor, aber der dritte Teil übertreibt es damit ungemein. Das ganze Universum baut letztlich auf seine düstere Art auf und trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass den Produzenten praktisch nichts mehr anderes einfällt, als diese simple Methodik. Auch in diesem Film haben wir eine Vielzahl von Jumpscares. Die meisten davon verfehlen definitiv nicht ihre Wirkung, doch hat die immer gleich wehrende Struktur einen bremsenden Effekt. Sowohl für den Gruselfaktor, als auch letztlich für die gesamte Geschichte. Okkulte Artefakte spielen ebenfalls wieder eine wichtige Rolle. Doch dienen diese, wie so oft eigentlich nur noch für reine Exposition und kurzweilige Atempausen.  

Kann "Conjuring" noch jahrelang weiter gehen?

Zweifellos sind die Gruselfans in diesem großem Filmuniversum sehr gut aufgehoben, dennoch drängt sich immer mehr die Frage auf: Wie kann das in Zukunft noch weiter gehen? Exorzismus da, Dämon besiegt und alle s.g. Artefakte landen bei den Warrens. Wenn man jedes einzelne Werk für sich nimmt, sind die allein die Conjuring-Teile beste Unterhaltung im Horror-Genre. Allerdings mit dem Manke, dass mit jedem neuen Teil ein wenig das Interesse an der Reihe schwindet. Fakt ist auch: An den allerersten Teil im Jahr 2013 konnte bislang keine weiterer Film in Sache Qualität gleichziehen. Die Familie Warren ist nach wie vor, jener Baustein welcher die Grundfesten dieses Universums zusammenhält. Wie in vorherigen Filmen ist es vor allem das Zusammenspiel beider Figuren, verkörpert von Patrick Wilson und Vera Farmiga, eine der Stärken die den Unterschied machen. Doch was ist, wenn andere Charaktere einen solchen Film tragen müssen? In Folge dessen haben immer wieder Nebenfiguren prominente Auftritte. So z.B. Ruairi O´Conner, der den vom Dämon besessenen Arne spielt. Nach den Warrens hat er im Film die meiste Aufmerksamkeit und er liefert dementsprechend eine ebenso solide Performance ab. Es lohnt sich zudem einen genaueren Blick hinter die Facetten dieses Horrorfilms zu schauen, denn häufig ist das was sich dort abspielt der Fantasie der betroffenen Person geschuldet. Sprich, das was auf der Leinwand inszeniert wird, ist praktisch nur im Kopf des jeweiligen Protagonisten. Natürlich gibt es da auch andere Szenen, aber dieses Merkmal für sich genommen hebt Conjuring und seine Franchise-Verwandten immer noch weit vom Mainstream-Horror ab. Es ist noch immer interessant und spannend mit an zu sehen, nur bleibt abzuwarten ob sich genau diese Erzählweise noch auf Dauer und ohne einschneidende Geschehnisse im Universum durchsetzen kann.

Fazit:

Ein Horror-Blockbuster der  guten Sorte! Dennoch ist auch der dritte Conjuring-Film nicht von gewissen Makeln befreit. Er setzt vor allem im Mittelteil viel zu sehr auf standardmäßige Klischees und verzichtet weitestgehend auch darauf dem Universum etwas gänzlich neues zu präsentieren. Das wir hier dieses mal jedoch eine Art Kriminalstory im Hintergrund haben, kommt dem Film enorm zu Gute. Ein überaus spannender Auftakt mit solidem Gruselfaktor lässt Im Bann des Teufels deutlich besser wegkommen, als gedacht. Trotzdem sind Zweifel durchaus angebracht, ob Conjuring einfach immer so weiter laufen kann wie bisher, ohne sich weiterzuentwickeln.

MCG-Raiting

★★★★★★★

6.0 Punkte



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