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"The Wrong Missy": Eine unerträgliche Freundin! (REVIEW)

Adam Sandlers Filmproduktionsfirma Happy Madison hat vor kurzem wieder eine Komödie veröffentlicht. Aufgrund seines Arrangements mit Netflix wird diese Komödie selbstverständlich auch nur als Netflix Original auf deren Plattform zu sehen sein. The Wrong Missy ist das absolut typischste Beispiel von Happy Madison. Flach, obszön und irgendwie schon etwas ausgelutscht!

The Wrong Missy Bild
Bild: Missy (Lauren Lapkus) und Tim (David Spade) am Strand. | Netflix

"Missy": Die wohl nervigste Filmfigur des Jahres!

Lauren Lapkus hatte bislang noch nie so richtig eine Rolle, mit der man sie sofort in Verbindung bringen kann. Kleine Nebenrollen in Serien wie Orange Is The New Black, Crashing und sogar The Big Bang Theory gehören da wohl zu den größten Highlights. In Sachen Filmen fiel sie bislang auch eher nur durch Nebenrollen auf. Im äußerst erfolgreichen Jurassic World in 2015 war sie ebenfalls zu sehen in einer kleinen Rolle. Mit The Wrong Missy steht sie endlich mal deutlich Vordergrund. Und leider ist diese Figur dermaßen überspitzt geschrieben, dass sie wohl bereits jetzt zu den nervigsten Filmfiguren des Jahres avanciert. Im Film folgt eine unüberlegte Aktion auf die Nächste. Eine absolut unbelehrbare Missy, die obendrein noch etliche komische Weiterbildungen durchlief, sodass sie befähigt ist Knochen wieder einzurenken oder gar zu Leute hypnotisieren. Es ist einfach nur purer Wahnsinn wie einfach man es sich hier mit dieser Figur macht. Es gibt ein Problem (ein nicht unbedeutendes) und schon steht Missy da, und verhilft mit ihrer Eigenart und irgendeinem Kurs den sie belegt hat, dieses aus der Welt zu schaffen. Oftmals endet aber ihr Eingreifen im totalen Chaos. Leider ist das verursachte Chaos Ausgangspunkt für noch viel mehr Chaos, ohne das es so wirklich den Zuschauer zu unterhalten vermag. Hinter jeder Ecke scheint sie obendrein zu lauern, nur um die Szenerie mit einem unmöglichen Witz komplett zu verunstalten. Witze und Ticks die teilweise schon Fremdscham auslösen können. Und die ganze Geschichte, der große Gag hinter all dem, ist, dass Tim (David Spade) die falsche Missy anschreibt. Einfallsreichtum gleich null!

Figuren und Cameos ohne Charme!

Die Komödie fährt schwere Geschütze auf und das obwohl sie letztlich alle von kurzer Dauer sind. Zuerst greift man sich Wrestler Roman Reigns, der natürlich den muskelbepackten Macho gibt. Danach muss Lost-Star Jorge Garcia für zwei sehr unangenehme Szenen in einem Flugzeug herhalten. Und zu guter Letzt wird Vanilla Ice für die Schluss-Szene mit einbezogen. Er spielt sich, wie kann es anders sein, natürlich schlichtweg selbst. Wer jetzt denkt: Dieser Starauflauf hört sich doch gar nicht mal so schlecht an, irrt gewaltig. Alle Cameos sind ziemlich unbrauchbar und hätten mit jedem anderen Schauspieler besetzt werden können. Sie entlocken dem Zuschauer lediglich einen kleinen Schmunzler, aber das war es dann auch. Sie haben keinen Charme, keinen besonders gelungen Witz und sind für sich genommen auch nicht der Rede wert. Wenn man dann noch im Hinterkopf hat, dass Sarah Chalke (Scrubs, How I Met Your Mother) als Nebenfigur mit von der Partie ist, sollte man doch annehmen können das etwas vernünftiges dabei herauskommen kann. Aber nein! Sie spielt eine eigentlich ziemlich vergessenswerte Nebenrolle. Die Ex, die nicht wirklich weiß was sie will und im Mittelteil eine größere Szene erhält, nur um am Ende komplett links liegen zu bleiben. Andere Nebenrollen gehören zwar mehr Aufmerksamkeit, doch sind sie, genau wie die beiden Hauptprotagonisten völlig überzogen dargestellt und verhelfen dadurch auch nicht zu mehr Qualität 

Eigenartige Liebeskomödie mit plumpen Gags

Es gibt sie! Momente in denen The Wrong Missy tatsächlich auch mal etwas anderes sein kann, als eine Komödie die ständig den Drang hat, mit plumpen Gags seine Zuschauer zu unterhalten. Es ist ja eigentlich Standard, dass Komödien mit einer zusätzlichen Liebesbeziehung als Thema, irgendwann einen Wendepunkt erfahren. Das ist eigentlich unausweichlich und auch hier mehr als nur nötig. Denn es gibt hier so einiges was dem Ende hintgegen in jedem Fall aufgelöst werden muss. Natürlich beinhaltet die Komödie dann Elemente wie Streit und Trennung, charakterliche Veränderungen oder Fortschritte und ein Happy End. Es gibt Punkte, da kann man durchaus zustimmen, was die Veränderung der Hauptfigur betrifft, aber auch einiges was sehr negativ auffällt und eventuell die falsche Botschaft rüberbringt. Man kann behaupten was man will, aber das Trinken wieder anzufangen ist nicht gerade ein probates Mittel für charakterlichen Fortschritt. Nun ja, es ist auch irgendwie dem Film geschuldet, da diese Szene auch wieder einen sehr übertriebenen Gag mit sich trägt. Davon gibt es zwar viele, allerdings sind zwei speziell davon schon wirklich Over-the-Top. Denn diese hebeln förmlich die physikalischen Gesetze außer Kraft. Ein Sturz von einer dreißig Meter hohen Klippe bspw. übersteht einer der Charaktere unbeschadet und das obwohl er nicht einmal im Meer landet. Der Humor im gesamten Film hat zudem genügend waghalsige Sprüche, bei denen sich einem entweder der Mage dreht oder man tatsächlich ein paar Mal lauthals lachen kann. Wer kein Problem mit sehr radikalen und plumpen Gags hat, wird hin und wieder mit The Wrong Missy seine Freude haben. Die Erwartungen sollte man dennoch sehr stark nach unten schrauben! Der Film hat nicht umsonst ein FSK 16 bekommen.

Fazit:

Die Meinung zum Film ist ganz klar: Diese Komödie ist wahnsinnig plump und völlig überdreht. Drehbuch und Figuren wirken wie völlig aus der Luft gegriffen. Es gibt ein paar Scherze bei denen vermutlich alle Zuschauer mitlachen können. Ich denke aber, dass sie trotzdem für viele eine Ausnahme bleiben. The Wrong Missy hat eine überaus nervige Hauptfigur und viele sehr langweilige Auftritte von Stars, die nur für ein kleines Augenzwinkern herhalten müssen. Als kurzes Zwischendurch kann man sich diese Happy Madison Produktion mal geben. Man sollte sich aber auf eine ziemlich obszöne Komödie einstellen, wo viele Szenen ziemlich unangenehm sein werden.

MCG-Raiting   

 

★★★★   

 

2.0 Punkte

 

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