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"The Mandalorian": Star Wars in seiner besten Form!

Seit drei Wochen ist Disney+ in Deutschland und Europa gestartet. Und mit dem Streamingservice kam auch die neue Star Wars Serie The Mandalorian mit auf den Plan! Die neue Live-Action Serie von Jon Favreau sorgt für sehr viele positive Eindrücke bei Zuschauern und Kritikern. Und ist vor allem eins: Der richtige Schritt für das angeknackste Star Wars Universum!

SPOILER-WARNUNG: In diesem Beitrag wird auf die ersten Folgen von "The Mandalorian" eingegangen!

Weg vom gängigen Star Wars Klischee

Betrachtet man die Filme könnte selbst ein Neuling sofort analysieren: In Star Wars geht es um den Kampf Gut-gegen-Böse. In neun Episoden erzählten Mastermind George Lucas, Irvin Kershner, Richard Marquand, J.J. Abrams und Rian Johnson die Skywalker-Saga. Die mit dem Abschluss von Der Aufstieg Skywalkers ihren absoluten Tiefpunkt in den Reihen der Fans erreichte. Nachdem bereits Die Letzten Jedi das Fanlager komplett spaltete, hat Star Wars in den letzten Jahren viele Anhänger verloren. Das Universum, welches sich nun versucht neu zu erfinden, bietet nun eine Live-Action Serie an, die vieles wieder gut machen soll. Und mit Verlaub, allein die ersten Episoden zeigen, dass bei The Mandalorian die richtigen Leute vor und hinter der Kamera stehen. Die Sequel-Trilogie war dementgegen ein riesiger Trümmerhaufen, der durch einige Regie-Wechsel und übertriebener Unzufriedenheit der Fans, ständig um deren Aufmerksamkeit kämpfen musste. Die erste Live-Action Serie im Star Wars Universum unterscheidet sich grundlegend von den Filmen! Denn Gut-gegen-Böse rückt hier weitestgehend in den Hintergrund. In The Mandalorian folgen wir einem noch unbenannten Mandalorianer, dessen Gesicht wir nicht in Augenschein nehmen dürfen und der in einer gesetzlosen Zeit seine Sporen als Söldner verdient. Dabei geht er, wie es sich für einen Kopfgeldjäger gehört, über Leichen, wenn es um seine Beute geht. Zwar keimen ab und an wieder Momente auf, wo sich das typische Star Wars Klischee Gut-gegen-Böse zeigt. Sie bleiben aber die Minderheit. Und in meinen Augen ist das auch die richtige Vorgehensweise. Denn warum sollten wir immer dieser ewigen Rivalität Jedi-gegen-Sith oder Rebellen-gegen-Imperium folgen. Irgendwann wird das doch langweilig. Und gerade die Sichtweise eines Kopfgeldjägers, der mit seinem Job im Grunde auch ein Gesetzloser mit Lizenz verkörpert, mag sehr spannend sein, weil wir diese Form der Unterhaltung so nicht häufig in Filmen und Serien gesehen haben.

Einzel-Abenteuer statt Fortsetzungsepisoden

Was The Mandalorian zudem ausmacht, ist seine Erzählweise. Denn anstelle einer strengen Rahmenhandlung zu folgen, entschied man sich bei der Live-Action Serie, auf Einzel-Abenteuer. Ähnlich wie bei der Animationsserien The Clone Wars, die sich von diesem Prinzip aber spätestens in der zweiten Staffel wieder entfernte. Mando (Pedro Pascal) verfolgt keinen genauen Plan. Er ist ein Abenteurer bzw. ein Kämfper der sich teilweise auch ungewollt in gefährliche Situationen bringt. Ein echter Draufgänger, der jedes Abenteuer auch als eine Art Job sieht. Verpflichtungen negativ (zumindest nicht wenn es um kein Geld gehen sollte). Lediglich der spartanischen Art seiner Landsleute gibt er sich voll und ganz hin. Bereits zu Beginn der Abenteuer der ersten Staffel lernt Mando auch die dunklen Seiten seines Berufsbildes kennen. Dabei geht es, und viele werden das bereits im Vorfeld gesehen haben, um Baby-Yoda. Ein machtsensitives Jungwesen, welches zunächst nur einen weiteren Auftrag darstellt, am Ende aber so wichtig wird, dass er es vor den Machenschaften seiner Auftraggeber beschützen will. Das es sich hier um einen Hauptplot handelt kann man definitiv nicht leugnen. Alle Episoden für sich genommen erzählen aber grundlegend andere Einzelgeschichten und führen uns, wie sich das eben im Star Wars Universum gehört, an entlegene Orte mit den verschiedensten Lebensformen aus der Hand von George Lucas. Macht es sich Mando in einer Episode zur Aufgabe sich um den Jüngling zu kümmern, nimmt er in einer weiteren eine gefährliche Aufgabe an, indem er ein kleines Dorf vor Räubern beschützt. Abwechslung ist durchaus geboten und die stereotypischen Fortsetzungen, wie wir sie aus den Filmen kennen, gibt es bei The Mandalorian nicht. Die Serie ist ein Traum für jeden Abteuer-Fan!

The Mandalorian Bild
Bild: "Mando" (Pedro Pascal) ist ein nimmersatter Abenteurer. | Lucasfilm/Disney

Space-Western at it´s best

Wer brauch schon Lichtschwert-Action? Bereits Solo: A Star Wars Story hatte sich versucht im Space-Western Genre zu etablieren. Doch dank etlicher Schwachstellen war dieser Film am Ende ein ziemliches Unglück und das trotz der Western-Atmosphäre die hin und wieder aufkeimte. The Mandalorian macht dies nun um Längen besser. Dabei geht es durchaus ziemlich rabiat zur Sache. Es gibt eine Bar-Schlägerei, einige Auseinandersetzungen mit Ex-Imperialen, sowie Zwist unter seinesgleichen (die Mandalorianer). Fernab von Jedi und Sith, die ledglich ihr Lichtschwert schwingen, sind diese Kämpfe, die wir im Heimkino erleben, dreckig und im Vergleich doch ziemlich brutal. Hinzu kommen viele sehr starke Gadgets von Mando, die in der Welt von Star Wars einfach nicht mehr wegzudenken sind. So sollte ein Space-Western aussehen! Eine durchweg rauhe Gesellschaft, die in fast jeder Szene auf Krawall gebürstet ist, und das auch nur, wenn jemand einen schief anschauen sollte. Eben wie in früheren Westernfilmen, die ebenfalls kein Skrupel hatten auch einmal über die Strenge zu schlagen, was die Gewaltspitzen angeht. The Mandalorian ist zwar ab 12 Jahren freigegeben, aber die Serie vermag es die Grenzen dieser Altersfreigabe im Guten auszureizen. Star Wars ist seit jeher noch, trotz vieler kriegerischen Szenen, immer noch jugendfreundlicher Mainstream was die Sciene-Fiction betrifft. Bei The Mandalorian mag das zwar genau so sein, und trotzdem machen einige Szenen den Eindruck, dass das Star Wars Universum auch eine andere Seite zum Vorschein bringen kann.

"The Mandalorian" wird Star Wars verändern!

Star Wars hat viele Veränderungen durchlitten in den letzten Jahren. Leider zum Unmut vieler Fans. Ich bin mir aber sicher, dass Veränderungen in einem DER größten Filmuniversen unserer Zeit auch positiv ausfallen können. The Mandalorian geht den ersten signifikanten Schritt in eine Zukunft, in der Star Wars womöglich wieder zur alten Größe finden kann. Die Live-Action Serie hat eine faszinierende Optik, die auch durch den Einsatz einer neuer Technologie, in Sachen Effekte, ihre Planeten und Orte zum Leben erwachen lässt. Anstelle der typischen Greenscreens und dem übermäßigen Gebrauch von CGI setzt die Produktion von The Mandalorian vor allem auf die s.g. Stagecraft. Eine Videowand die mit Flüssigkristallen ausgestattet ist und dadurch digital eine Filmlandschaft projizieren kann. Aber nicht nur die Technik ist bahnbrechend, und ja die Greenscreens kommen auch trotz Stagecraft nach wie vor ebenfalls zum Einsatz, sondern die Serie lässt Fan-Herzen wieder höher schlagen. Zudem sind (diesesmal) auch Kritiker in höchstem Maße überzeugt vom ersten Auftritt des Mandalorianers. Eine Eigenschaft, die keiner der letzten Filme in der jüngeren Vergangenheit aufweisen konnte. Zumal auch charakterliche Entwicklungen in The Mandalorian in einem plausiblen Tempo erzählt und nachvollziehbar erläutert werden. Dabei folgen wir stets der Hauptfigur, ohne das wir uns als Zuschauer auch uninteressante Nebenplots über uns ergehen lassen müssen. Die neue Star Wars Serie ist konsequent in seiner Stimmung und lebt das Feeling eines wortkargen Söldners, der sich auch in Zukunft weiter in den Vordergrund spielen wird.

 

Kurz gesagt: The Mandalorian ist genau das was Star Wars seit langem gefehlt hat. Eine Serie, die sich komplett abseits vom bisherigen Universum erzählt und entwickeln kann!


The Mandalorian ist verfügbar auf dem neuen Streamingservice Disney+. Die Episoden erscheinen im wöchentlichen Rythmus. Vier davon gibt es bereits jetzt zu sehen.

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