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Die "Joker"-Debatte: Warum der Vorwurf von Gewaltverherrlichung in Filmen totaler Schwachsinn und unverantwortliche Panikmache ist

Aktueller denn je ist das Thema: Gewalt in Filmen. Genauer: Gewaltverherrlichung. Bestes Beispiel ist der baldige Kinostart vom Joker-Solofilm mit Joaquin Phoenix. Nachdem dieser bei den Filmfestspielen von Venedig als bester Film geehrt wurde, folgten schnell umschweifende Kritiken, als auch die mehr als umstrittenen Aussagen vieler Journalisten und "Fachmagazine" mit fragwürdigem Ansatz. Warum dieser Ansatz völlig wertlos ist, ja gar recht übertrieben, laut unserer Meinung, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Der neue Joker startet ab dem 10. Oktober in den deutschen Kinos.

Filme wären keine Filme ohne Übertreibung

Gewalt ist, wenn man es so will, fast gängige Praxis in der Filmindustrie. Ob man das gut oder schlecht findet, ist letztlich individuell unterschiedlich. Was man dabei jedoch bedenken sollte, ist die Tatsache das Filme lediglich zu einem Großteil rein fiktive Werke sind. Ausgenommen sind hierbei natürlich Biographien, wo eine reale Geschichte auf die Leinwand projiziert wird, oder konkreter und zum Thema passender auch Kriegsfilme. Als Kritiker läge es nahe sich schnell auf den Punkt von Gewalt-Exzessen zu stürzen, denn das ist häufig schließlich das Offensichtlichste innerhalb solcher Filme. Gehen wir mal auf weitem Abstand von Kriegsdramen, welche auch ziemlich häufig furchterregend realitätsnah im Kino präsentiert werden und beziehen wir uns auf die aktuelle Debatte rund um den Clown Prince Of Crime, die durch den neuen Film entstanden ist.

 

Die Figur des Joker hat ihren Ursprung in den DC Comics, wo er seinen ersten Auftritt in der ersten Ausgabe von Batman 1940 hatte. Mittlerweile ist er DER Bösewicht schlecht hin. Kaum ein Antagonist wird so oft, so übertrieben und so durchschlagen in der Film- und Comicwelt dargestellt wie der Joker. Da wundert es einen letztlich nicht mehr, dass die erste Assoziation die einem in den Kopf schießt, wenn man den Namen Batman hört, gleich sein prominenter Gegenpart namens Joker ist. Es gibt kaum einen Bösewicht, der dank vieler starker Darsteller sich uns nachhaltig ins Gedächtnis gebrannt hat, mit so einem hohen Stellenwert. Jack Nicholson, Heath Ledger, ja sogar der belächelte Jared Leto konnten in irgendeiner Form sich in die Köpfe der Zuschauer festsetzen. Und da die Figur ohnehin, als der Böseste der Bösen in der großen DC-Comicwelt fungiert, sind die Darstellungen zu dieser Figur natürlich mit viel Gewalt einhergehend. Wer die Comics kennt, der weiß ganz genau, dass Potenzial was diese Figur dort an den Tag legt, wird nicht einmal im Ansatz auf der Leinwand preisgegeben. Denn dort passieren noch sehr viel schlimmere Dinge, als in den Filmen bislang dargestellt. Aber gehen wir mal ein Stück weiter:

 

Ein Antagonist ist in jeder Verkörperung meistens eine Person, die sich durch Gewalt Vorteile verschafft. Nicht umsonst nennen wir sie Bösewichte. Sie verüben Überfälle, terrorisieren Städte und morden, wenn es ihnen gefällt. Doch ist gerade der neue Film oder alle anderen deswegen Gewalt verherrlichend? Unsere Meinung dazu ist ein ganz klares NEIN! Geht man nach dieser Logik, dann hätte bspw. die ARD mit dem Tatort ebenfalls eine Quelle, wo Gewalt ganz offen als Unterhaltungsquelle dient, wenn man mal den Gedanken von den spannenden Ermittlungen der Polizei außen vor lässt. Denn auch hier, dass lässt sich nicht leugnen, werden in jeder Folge Leute erpresst, ermordet oder vielerlei anderer schlimme Dinge angetan, nur damit der Antagonist an sein Ziel gelangt. Ist so eine Episode deswegen gefährlich? Nein! Es ist entspricht immer der Feder des Regisseurs und der hat weder die Absicht die Gewalt als positives Leitbild zu verwenden, oder gar als Begründung für persönliche Vorteile einzusetzen. Filme, wie auch Krimi-Serien sind dazu da auf ihre Art zu übertreiben. Entweder um einem interessanten Plot zu verfolgen oder eben genau davor abzuschrecken. Und seien wir mal ehrlich, wo fällt unser Blick ins alltägliche TV-Programm zuerst? Auf informative Inhalte, wie Dokus oder sportliche Live-Event oder doch eher auf konkretere Bilder aus Actionfilmen, Thrillern oder Krimis? Heutzutage klicken wir dorthin wo es, und das mag jetzt vielleicht etwas forsch klingen, krasse Dinge passieren.

Gewaltverherrlichung ist ein lapidarer Kritikpunkt

Einige Journalisten bringen den Kinostart des Joker schnell in Verbindung mit einem Amoklauf in den USA (in Aurora, Colorado), wo ein 24-jähriger Zuschauer zwölf Menschen tötete und weiter 58 teils schwer verletzte. und das bei der Premiere von The Dark Knight Rises in 2012. Die offenbar gezeigten Gewalt-Szenen im neuen Joker, so behauptet man, würde vielen eher labilen jungen Männern den Anreiz geben, eine gleichsam abscheuliche Tat zu verüben.  Allein diese Argumentation und Verbindung zu einer solchen Tragödie ist, seitens dieser Journalisten die das verfassten, unverantwortliche Panikmache. Sie raubt einem ja schon fast die Lust ins Kino zu gehen, weil "bei so einem Film sind war nicht sicher". Leider drückt man hier wieder einen sehr einfach Stempel auf die Menschen. Denn mit so einer Mitteilung deutet man zwangsläufig darauf hin, dass es scheinbar viele Leute da draußen gibt die genauso verrückt sind, wie diese rein fiktive Figur. Ohne das im Detail genau zu wiederlegen! Das nun ein erhöhtes Sicherheitspersonal, nach der Tragödie von 2012, bei den US-Kinos an der Tagesordnung ist halte wir folgerichtig. Das man den Film allerdings schnell den Markel von Gewaltverherrlichung anprangert und ihn deshalb in einigen Kinos nicht zeigen will, ist letztlich zu lapidar und verhilft auch nicht die Gemüter zu beruhigen. 

Oder wie der deutsche Journalist Wolfram Weidner einst über die Politik sagte:

 

"den Leuten so viel Angst einjagen, dass ihnen jede Lösung recht ist". 

 

Ja, Journalisten sind dazu befähigt Meinungen und Kritiken über Filme zu verfassen, dass ist ohnehin Teil des Grundgesetzes und auch wichtig in einer Demokratie. Allerdings ist die Haltung gegenüber dem neuen Film über den Joker, eine die jeglicher journalistischer Verantwortung widerspricht. Man kann seinen Zuhörern und Lesern doch zumindest zutrauen, dass sie Filme gleichfalls analysieren können und übermäßig dargestellte Gewalt keine Form von menschlichem Miteinander sein kann. Ja, es gibt Verrückte da draußen (das bestreiten wir auch nicht), aber gehe es nach diesem lapidarem Kritikpunkt, würden wir Zuschauer auch bei melancholischen und bestürzenden Dramen uns gleich die Pistole an die Schläfe halten, weil sie bspw. eine Person präsentieren, welche aus Trauer und Kummer Selbstmord begeht. Eine absolut irrwitzige Schlussfolgerung, findet ihr nicht?

Ein Beispiel aus dem Leben eines Kinogängers (etwas einfach, aber trotzdem anschaubar): Wenn, ich, als Zuschauer, weiß ich habe Angst im Dunkeln, dann lasse ich doch lieber die Finger von Horrorfilmen, der gerade dies als Angst einflößendes Medium verwendet.

 

Filme sind fiktionale Werke, die zum Nachdenken bewegen sollen und vielleicht teilweise relativ überspitzt Gewalt offenbaren. Aber wir alle besitzen gesunden Menschenverstand und sollten jede Tragödie die mit realen Opfern einhergeht, nicht auf etwas Fiktionales zurückführen. Das sind Ausreden! Ausreden, für die man keinerlei Verständnis zeigen sollte. Solche Taten sind schlimm, keine Frage und die Menschen die sie verüben sind krank, aber die Schuld bei Filmen zu suchen helft weder den Opfern, noch gibt sie uns ein Gefühl der Sicherheit. Es dient,  und das ist weitaus schlimmer, rein um die Verbreitung von Angst (nur zum Zwecke der eigenen Reichweite), und das ist die weitaus höhere Gefahr, als ein Film über eine Comicfigur


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Hier haben wir euch auch noch einige interessante Gedankengänge von Filmkritikern bzw. YouTubern zu diesem Thema verlinkt, die wir euch empfehlen können:

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